Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2340
Kunstmarkt

Art Week Berlin zeigt die Trends

Vom 26. - 30. September lud Berlin bereits zum siebten Mal zum Festival für zeitgenössische Kunst ein. Die Tage konnten wieder einmal wichtige Impulse bieten und in unterschiedlichsten Segmenten ihren Besuchern spannende gegenwartsbezogene Kunst zeigen.

Berlin hat sich zu einem Kunst-Hotspot entwickelt. Keine andere deutsche Stadt ist mit so vielen Kultureinrichtungen, Galerien und Ausstellungen gesegnet. Insofern ist eine Veranstaltung wie die Berlin Art Week folgerichtig und ein Höhepunkt für die zeitgenössische Kunst in der Hauptstadt. Getragen wurde die siebte Folge durch das gemeinsame Engagement von Institutionen, Galerien, Künstlern, Privatsammlern und Projekträumen. Ziel war es vor allem, internationale Aufmerksamkeit zu erlangen. Das gelang in diesem Jahr hervorragend. Mehr als 120.000 Besucher fanden den Weg zu den diversen Veranstaltungsorten.

Die Berlin Art Week ist fest im Top-Segment der Kunst-Events angekommen. Mit diversen Ausstellungseröffnungen, zwei Kunstmessen, einigen Preisverleihungen, Künstlerfilmen und zahlreichen dezentralen Events, wurde den Tausenden Gästen ein umfangreiches Programm geboten. Aber: Insgesamt war die Veranstaltung eher ein Gemischtwarenladen. Sie hatte kein von einer gemeinsamen Idee getragenes Konzept.

Wir haben dennoch einige wichtigen Impulse von diversen Kultureinrichtungen bekommen. Die Akademie der Künste zeigte z. B. erstmalig die großflächigen Wandbilder von Manfred Böttcher, Ernst Schroeder, Harald Metzkes und Horst Zickelbein im restaurierten Bilderkeller am Pariser Platz der Öffentlichkeit. Unser Eindruck: Diese ehemaligen Künstler aus dem Osten des Landes haben noch einiges an Potenzial. Ohnehin erfreut sich DDR-Kunst ja wachsender Beliebtheit.
Aufgefallen ist uns auch die Berliner Galerie „Gräfe Art Concept". Sie zeigte Arbeiten von Michael Irmer. Für ihn ist die reduzierte, figürlich Gestalt in Büste, Halb- und Ganzfigur charakteristisch. Mit gesichtslosen Gestalten, die sich der Kommunikation mit dem Betrachter entziehen, schafft er dennoch starke Präsenz im Raum.

Die Christopher Cutts Gallery aus Toronto präsentiert den Österreicher Martin C. Herbst. Seine auf Aluminium mit Öl gemalten sinnlichen, fast kitschigen Frauenportraits sind von berührender, eindringlicher Dichte und für Sammler sicher interessant.

Die hohe Nachfrage nach Kunst führt inzwischen gelegentlich zu einem ausufernden Präsentationswahn. Interessenten werden mit dem Limousinen-Service zum Schampus gefahren, wandeln dann in Begleitung adretter Kunststudentinnen als Hostessen durch die Ausstellungen. Die Gäste sind überwiegend im Smalltalk-Modus, die Kunst ist nur ein beiläufiger Gegenstand. Man zelebriert sich selbst und die Kunstschaffenden geraten zur Staffage. Inhalte werden zur Nebensache. Ziel ist, dem potentielle Kunstkäufer eine Aura des Exklusiven zu vermitteln und den Geldbeutel zu öffnen.
Vernissagen-Hopping ist ein beliebter Freizeitsport geworden, ganz besonders in Berlin. Fünf bis sieben Locations am Abend sind durchaus zu schaffen und man hat, nach den üblicherweise angebotenen Gläsern Wein oder Sekt, am nächsten Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Kater.

Die ersten Galeristen suchen darum wieder viel bewusster nach dem richtigen Publikum. Sie verzichten bewusst auf solche Lockangebote. Sie lenken die Aufmerksamkeit der Liebhaber wieder stärker auf den Künstler und sein Schaffen. Kunstinteressierte sollten also bei der Auswahl aus den vielen Gelegenheiten darauf achten, ob z. B. der Galerist, ein Kunsthistoriker oder auch Freunde des Künstlers in das Anliegen der Ausstellung einführen. Wenn Sekt oder Wein gereicht werden und ein musikalischer Beitrag die Szene umrahmt, dann ist der Raum für intensive Gespräche mit Künstler, Kurator oder Galerist gut bereitet.

 

Kunstkasten


Wissenswerte Termine


Titel


Ort


Datum


Schwerpunkt


Veranstalter


Information


interessante Auktionen


Auction 1119


Brüssel


24.10.


Ozeanische Kunst, Privatsammlung


Kunsthaus Lempertz


www.lempertz.com


Juwelen


Wien


24.10.


Juwelen


Dorotheum


www.dorotheum.com


Empfehlenswerte Messen


Affordable Art Fair


Hamburg


15. - 18.11.


Zeitgenössische Kunst bis 7.500 Euro


Kunsthandel Hubertus Hoffschild.


www.kunsthandel-hoffschild.de


Sehenswerte Ausstellungen


Unwirklichkeiten


Heidelberg


bis 17. Februar


Das Imaginäre in der Kunst von Caspar David Friedrich bis Picasso


Kurpfälzisches


Museum


 



 

 

 

Fazit:

Die Berliner Art Week war ein Kunsthöhepunkt in diesem Jahr, der die aktuellen Trends noch einmal gut verdeutlicht hat. Es gibt eine stärkere Hinwendung zu realistischen Formensprachen, abstrakte Positionen sind gefragt, Fotografie büßt ein wenig an Attraktivität ein. Die Produktion raumgreifender Objekte, Malerei und Skulpturen ist ungebrochen und kleinere Formate kommen wieder.

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Anlageidee der CONCEPT Vermögensmanagement GmbH & Co. KG

CONCEPT im Härtetest: Hervorragende Kundenreise, ausbaufähiger Anlagevorschlag

Illustriert mit MS Copilot
Eine Erbschaft verändert das Leben eines vermögenden Akademikers. Statt eines Produktverkäufers sucht er einen fachlichen Sparringspartner, der Kapitalmärkte versteht, Risiken einordnet und Vermögen langfristig strukturiert. Bei CONCEPT Vermögensmanagement erlebt er im TOPS-Test 2027 eines der stärksten Beratungsgespräche des Wettbewerbs. Die Customer Journey überzeugt auf ganzer Linie. Doch ausgerechnet der Anlagevorschlag kann die hohen Erwartungen am Ende nicht vollständig erfüllen.
  • Fuchs plus
  • Onlinehandel

Mailadresse muss funktionieren

Onlinehändler müssen eine E-Mail-Adresse angeben, über eine Kommunikation möglich ist. Das hat das Kammergericht Berlin entschieden.
  • Konjunktur

Wachstum trotz Krisen

Die deutsche Wirtschaft wird laut Prognosen wieder wachsen. Das gibt Hoffnung. Auch für die gebeutelte Autoindustrie nach den Gesprächen des EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič in Peking.
Zum Seitenanfang