Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
843

Die Regeln des Marktes

Kunst ist eine ernstzunehmende, spezielle Anlageklasse, an der sich die Gemüter scheiden. Einige Investoren preisen Kunst als sicheren Hafen, andere schimpfen, der Markt sei nicht zu durchschauen und elitär.

Kunst ist eine ernstzunehmende, spezielle Anlageklasse, an der sich die Gemüter scheiden. Einige Investoren preisen Kunst als sicheren Hafen, andere schimpfen, der Markt sei nicht zu durchschauen und elitär.

Im Grundsatz folgt der Kunstmarkt keinen eigenen Regeln. Zunächst wird sein Volumen durch das verfügbare Vermögen bestimmt. Die Summe aller Nettogesamtvermögen in Deutschland beträgt im Durchschnitt 214.500 Euro je Haushalt (Bundesbank). Insgesamt liegt das Nettovermögen bei rund 8 Billionen Euro (EZB). Aber: Die unteren 50% der Haushalte verfügen nur über rund 1% des gesamten Nettovermögens. Die vermögensstärksten 10% besitzen dagegen mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens.

Großteil der Bevölkerung fallen aus der Käufergruppe raus

Kunstinvestments sind aber nur für eine kleine Gruppe möglich. Etwa 90% der Bevölkerung fallen als Käufergruppe für den Kunstmarkt aufgrund zu geringer Vermögen aus. Ein Blick auf das laufende Einkommen bestätigt das Bild. 2016 lag das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen bei 3.703 Euro. Der durchschnittliche Einkommensbezieher kommt damit als potentieller Kunstkäufer kaum infrage. Typische private Kunst-Investoren sind erfolgreiche Unternehmer oder auch Erben.

Entsprechend fokussiert ist die Nachfrage. Das Gros der getätigten Umsätze konzentriert sich auf immer weniger, dafür aber marktstarke Protagonisten. Der Boom bei hochpreisigen und qualitativen Spitzenobjekten setzt sich kontinuierlich fort. Im Handel boomen einige ausgewählte Spitzengalerien und Auktionshäuser. Kleine und mittlere Adressen haben es dagegen immer schwerer, sich dauerhaft am Markt zu behaupten.

Mittelfristige Auswirkungen auf Liquidität

Dies hat mittelfristig Auswirkungen auf die Liquidität des Kunstmarktes. Immer weniger, meist internationale Marktteilnehmer bestimmen die Umsätze. Der Einfluss konjunktureller Ereignisse wird ebenso steigen. Beispiel: In der Finanzkrise 2007-2009 blieb ein Großteil potentieller Käufer dem Markt vorerst fern. Darum fehlte es an Liquidität. Heute erklären sich die exorbitant gestiegenen Preise für die Blue-Chips des Kunstmarktes oft nur noch aus einem eklatanten Überhang an billigem Geld oder auch dem Repräsentations- und Statusgebaren einiger hundert Superreicher.

Die exorbitanten Preissteigerungen im Top-Segment wecken Begehrlichkeiten und führen zu einer massiven Angebotsausweitung. Es ist eine Inflation der Kunstproduktion zu konstatieren. Der Anteil der Kunstproduzierenden am Anteil der deutschen Bevölkerung war noch nie so hoch wie heute. Aber: Wie soll der Markt dauerhaft die Millionen Arbeiten auf Papier, Fotos, Ölbilder etc. aufnehmen und gut bezahlen? Und über die Qualität dieser Produktionen haben wir noch gar kein Wort verloren...

Demographisches Risiko

Langfristig relevant wird das demographische Risiko. Das wird sich am stärksten bei Durchschnittskunst niederschlagen. Ältere werden seltener auf die Kauf, sondern eher auf die Verkäuferseite treten. Sie bieten ihre Schätze Galeristen und Auktionshäusern an. Allerdings sind die Geschmäcker der nachfolgenden Generationen oft andere. Schätze der Eltern können so schnell zu einem Ladenhüter mutieren. Nur Topqualitäten und seltene Objekte werden auf der Gewinnerseite stehen.

Fazit: Der Kunstmarkt funktioniert nach den gleichen Regeln wie andere Märkte. Die relativ geringe Anzahl der Akteure hat aber zur Folge, dass strukturelle Veränderungen besonders stark wirken.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Ran an die Bullions

Silber-Nachfrage zieht an

Der kleine Bruder des Goldes ist gefragt. Vor allem Privatanleger greifen aktuell zu Silber und bunkern das Edelmetall. Die Institutionellen sind noch etwas zurückhaltend. Dennoch steigt die Nachfrage insgesamt an.
  • Fuchs plus
  • Sinkflug beendet

Maispreis muss technische Hürden nehmen

Der Preis ist heiß bei Mais. Copyright: Pixabay
Der Preis für das Popcorn-Grundelement war lange Zeit in einem Sinkflug. Doch jetzt haben Aufwinde den Maipreis erfasst. In Kürze stößt er erst mal an die Wolkendecke.
  • Fuchs plus
  • Neuer Blockchainfonds vor der Auflage

Immutable Insight blickt in die Glaskugel

Ab kommendem Jahr will Immutable Insight einen neuen Blockchainfonds anbieten. Ein ähnliches Produkt liegt bereits vor. Der Fond blickt quasi in die Glaskugel: Er investiert auf Grundlage statistischer Daten mit Hilfe technischer Analysen, um so Entiwcklungen zu antizipieren.
Neueste Artikel
  • Berenberg im Fokus Private Banking

Beratung in allerletzter Sekunde

Berenberg im Fokus Private Banking. Copyright: Pixabay
Bei der altehrwürdigen Berenberg Bank erlebt unser Testkunde eine Beratung in allerletzter Sekunde. Corona-bedingt sollte die Beratung eigentlich abgesagt werden. Doch bei Berenberg findet man dennoch einen Weg, das Gespräch stattfinden zu lassen. Was unser Kunde dabei erlebte? Das erfahren Sie im neusten Video von Fokus Private Banking!
  • Fuchs plus
  • Angebot und Nachfrage entwickeln sich unerwartet

Platin vor dem Dreh

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Hin und wieder ist es Platin. Doch dessen Preis ist zuletzt ordentlich gefallen. FUCHS sieht jedoch einen Dreh bevorstehen.
  • Fuchs plus
  • Der Spaltpilz im Rat frisst sich immer tiefer

Die EZB will nachlegen

Der EZB-rat ist gespalten. Copyright: Pixabay
Manche Geldpolitiker scheinen gar nicht genug von Krise bekommen zu können. Denn jedesmal ist ein neuer Grund da, den Geldhahn länger bis zum Anschlag offen zu lassen. Und einseitig Geldpolitik zu betreiben. Das wird Falken und Tauben weiter auseinandertreiben.
Zum Seitenanfang