Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1385
Kunstmarkt

Mehr Museen schlecht für die Kunst

Die gute Kassenlage des Bundes und der Länder führt zu reger Bautätigkeit an Kultureinrichtungen und zu Neugründungen ganzer Museen. Das ist prinzipiell zu begrüßen, hat aber Tücken für den Kunstmarkt.

Die gute Kassenlage des Bundes und der Länder führt zu reger Bautätigkeit an Kultureinrichtungen und zu Neugründungen ganzer Museen. Das ist prinzipiell zu begrüßen, hat aber Tücken für den Kunstmarkt. Gezeigt hat das schon eindrucksvoll der Kunsthistoriker Walter Grasskamp. Er veröffentlichte 2016 einen kleinen bemerkenswerten Band unter dem Titel „Das Museum eine erfolgreiche Fehlkonstruktion". Grasskamps Betrachtung untersucht Fragen der Finanzierung, Tendenzen in der Ankaufspolitik bis hin zur Rolle des Ausstellungsbetriebs.

Kunstinflation

Vielerorts wird in Kunstorte investiert. Neben Weimar, Nürnberg, Mannheim, Wiesbaden und Berlin wird in zahlreichen weiteren deutschen Städten entworfen, gebaut und eingeweiht. Die Begründung für diese Aktivitäten klingt überall ähnlich: Private Stiftungen und Sammlungen wurden zur Abrundung bestehender Sammlungen eingeworben bzw. die Sammlungspolitik erfordere eine Erweiterung der Fläche. Gelegentlich wird auch die Umstellung bestehender Sammlungen auf die neue digitale Welt 4.0 ins Feld geführt. Auch die Ertüchtigung alter Museen in Fragen von Sicherheit, Klima und Besucherfreundlichkeit sei dringend geboten.

Der massenhafte Aus- und Aufbau führt aber auch zu einer Kunst-Inflation. Je mehr Ausstellungsfläche es gibt, desto mehr wird auch ausgestellt. Die Qualtität steigt dabei selten, oft wird sie nicht einmal gehalten. Das kann Kunst auf Dauer enorm verwässern.
Zudem sind einige Nebenwirkungen sehr wahrscheinlich. Die Folgekosten für den laufenden Betrieb neuer Einrichtungen (Personal-und Sachkosten) werden oft unterschätzt und sind auch noch in Jahrzehnten zu leisten. Das schmälert das Budget, das von Museen in gute Kunst investiert werden kann. Außerdem kommt es zwischen den Einrichtungen zu Kannibalisierungen oder auch zu Doppelstrukturen. Oft stagniert die personelle Aufstockung der Bereiche Kunstvermittlung, Restaurierung und Recherche im Bestand.

Sammler als Leidtragende

Die Folgen müssen Kunstliebhaber, Museumsgänger und Kunstsammler austragen. Schließlich zählen Museen und Galerien zu den wichtigen Impulsgebern für einen privaten Sammler. Zusätzlich braucht es viel Seherfahrung für den Sammler, um Qualitäten unterscheiden zu können. Es gelten aber auch die Grundsätze: „nicht alles im Museum hat Qualität" und „teuer heißt nicht automatisch auch wertvoll". Insofern wird der ambitionierte Sammler auch auf seinen gesunden Menschenverstand bauen müssen.
Private Sammler werden mit ihren Barmitteln eher bewusst und langfristig umgehen. Ein Fehlkauf ist wegen der mangelnden Marktliquidität und Preisrisiken nur schwer zu korrigieren.

Deshalb zur Beachtung vor dem Kauf:

  • erwerben Sie nur Objekte, von deren künstlerischen Wert Sie selbst (ohne Zuspruch Dritter) überzeugt sind
  • starke Objekte sind mehr als dekorativ und müssen auch noch in Jahren zur Auseinandersetzung anregen
  • Name und Bedeutung eines Künstlers sollten nie alleiniger Kaufimpuls sein
  • Prüfen Sie, welche Folgelasten der Kauf mit sich bringt (Versicherung, Lagerung, Instandhaltung, Restaurierung)
  • Ordnet sich das Objekt sinnvoll in ihre bestehende Sammlung ein?

Fazit:

Der massive Ausbau von Museen wird den Kunstmarkt in den nächsten Jahren verwässern. die Museen werden einen Teil ihrer Aussgekraft verlieren. Sammler müssen beim Kauf stärker als bisher auf relevante Kriterien für einzelne Kunstwerke achten, um Fehlinvestments zu vermeiden.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Südwestbank AG in der Ausschreibung

Die Südwestbank bleibt bei ihrem Angebot für die Stiftung Fliege im Ansatz stecken

©Thumb: Verlag Fuchsbriefe
Die Südwestbank AG sieht es als gute Tradition an, das bürgerliche Engagement ihrer Kunden zu begleiten, ihnen beratend oder auch tatkräftig zur Seite zu stehen. Insgesamt betreut sie über 100 Stiftungen, die ihr Leistungsspektrum unterschiedlich stark nutzen. So wickeln einzelne Stiftungen nur ihren Zahlungsverkehr über die Bank ab, bei anderen übernimmt sie die Vermögensverwaltung. Insgesamt betreut die Bank 114 Millionen Euro Stiftungsvermögen.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Capitell Vermögens-Management AG in der Ausschreibung

Capitell geht nicht den letzten Meter

Thumb zu Stiftungsvermögen 2024. © Verlag Fuchsbriefe mit envato elements
Capitell ist ohne Zweifel ein erfahrener Stiftungsmanager, der von sich behauptet, die Besonderheiten von Stiftungen zu verstehen. Man begleite sie nicht nur seit der Gründung des Vermögensverwalters im Jahr 2000, sondern habe etliche Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich in Stiftungen engagieren. Dieser Blick von zwei Seiten kann ein Plus für die Stiftung Fliege sein, die einen neuen Vermögensverwalter für ihr Stiftungsvermögen sucht. Hält dieser Bonus der Realität stand?
  • Stiftungsvermögen, Private Banking Depot, Vermögensverwaltende Fonds – Ralf Vielhaber und Philipp Heinrich analysieren in ihrem Vlog

Die Ergebnisse der besten Vermögensverwalter im Jahr 2023

Gemischtes Bild bei den Erfolgen der Vermögensverwalter in der Auswertung der Performance-Projekte der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz . ©Verlag Fuchsbriefe
Soll ich meine Geldanlage an einen Vermögensverwalter geben oder das doch lieber selbst, relativ einfach per ETF machen? Diese Frage stellen sich immer mehr Vermögende, Anleger und Sparer. Eines der wichtigsten Kriterien ist aber für viele die Performance einer Vermögensanlage – sprich die Rendite und – was oft vergessen wird – auch das Risiko einer Anlage. Und genau das schaut sich die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz in den Performance-Projekten an.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Healthcare-Aktien

Gesundheits-Aktien mit Potenzial

Gesundheits-Aktien sind an der Börse gerade nicht sonderlich gefragt. Das ist eine Chance für strategische Anleger. Viele Titel sind längst wieder fundamental günstig. Der Hype um KI-Aktien und Tech-Werte ist die Ursache dafür. Langfristig bleibt Healthcare ein Wachstumsmarkt. FUCHS-Kapital stellt Ihnen aussichtsreiche Gesundheits-Aktien vor.
  • Fuchs plus
  • Besteuerung von Rückerstattungen aus Investmentfonds

BFH hat zu Zahlungen Dritter in Fonds entschieden

Müssen Anleger, die von einem Investmentfonds Rückerstattungen bekommen, diese Zahlungen versteuern? Diese Frage hat der Bundesfinanzhof entschieden.
  • Fuchs plus
  • Risiken auf Seiten der Verbraucherkredite am Horizont

Wirtschaftlich starkes Wahljahr voraus

Die US-Wirtschaft ist im letzten Jahr um 2,5% gewachsen, trotz Rezessions-Vorhersagen. Auch für dieses Jahr spricht vieles für weiteres Wachstum. Es gibt zwar einige Abwärtsrisiken, die schienen aber beherrschbar.
Zum Seitenanfang