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Beltracchi macht es vor

Vorsicht Fälscher

Seitdem die Menschen Kunst einen materiellen Wert zugeschrieben haben, kommt es immer wieder zu Fälschungen. Einige Fälscher verdienen dabei Millionen. Händler sollten deshalb nicht am falschen Ende sparen.

Seit ägyptischen Zeiten liefern sich Kunstschaffende und Fälscher ein Rennen. Sowohl Kunstwerke als auch Münzen wurden damals schon in atemberaubender Geschwindigkeit gefälscht. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Angesichts der technischen Entwicklungen und der Renditen, die mit Kunst erzielt werden, ist auch Kunstfälschung ein einträgliches Geschäft. Und die Kunstfälscher werden immer raffinierter. So sind auch Namen wie Campendonk, Macke, Nolde, Pechstein nicht vor Fälschern sicher. Auch ausländische Künstler wie Derain oder Léger sind Ziel geschickter Fälscher.

Gefälschte Kunstwerke werden in der Regel von Fotos kopiert. Sie gelten aber erst dann als Fälschung, wenn das Bild mit dem Namen des ursprünglichen Malters signiert ist. Das trifft auch auf ein Fantasiebild im Stile dieses oder jenes Künstlers zu, wenn es ebenfalls mit dessen Namen signiert ist. Zum Ärger des Sammlers haben Fälscher stets einen Super-Ruf in der Öffentlichkeit und sind längere Zeit am Markt aktiv.

Der Fall Beltracchi

Wolfgang Beltracchi, 2011 zu sechs Jahren Haft verurteilt, hat etwa 300 Bilder gefälscht. An denen soll er zwischen 20 und 50 Mio. Euro verdient haben. Seine Fälschungen waren so gut, dass selbst Auktionshäuser sie nicht erkannt haben. Etwa 200 seiner Bilder sind bis heute nicht erkannt worden, so Schätzungen. Eine noch größere Dimension hatte der Fälscher Edgar Mrugalla in den 80er Jahren. Er fälschte rund 1.000 Werke von den Impressionisten bis zu den modernen deutschen Malern. Auch seine Arbeit war so gut, dass eine Reihe seiner Werke sogar in internationalen Museen, wie die Hamburger Kunsthalle bis zum Louvre hingen.

Wer ein Gemälde kaufen will, sollte einen Experten zu Rate ziehen. Noch besser ist es, ein Labor zu beauftragen. Dort können Farben, Leinwand und sogar das Holz überprüft werden. Kostenpunkt: drei- bis fünftausend Euro. Die Wahrscheinlichkeit, dann ein wirklich echtes Gemälde zu kaufen, ist damit deutlich höher.

Fazit: Wer beim Kunstkauf am falschen Ende spart, riskiert dafür teuer zu bezahlen. Ein Experte kann schützen.

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