Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
1037
Chancenkonto für Erwerbstätige

Kanzlerkandidat Schulz ringt um Aufmerksamkeit

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ringt verzweifelt um Aufmerksamkeit. Nun versucht er es mit einem Ergänzungsprogramm. Doch das erregt vor allem Zweifel, meint Fuchs-Chefredakteur Ralf Vielhaber.
Auf meinem Weg in den Verlag fahre ich täglich an der Bundesschuldenuhr vorbei. Knapp 2 Billionen macht die Staatsverschuldung Deutschlands aus. Auf jeden der 82 Mio. Staatsbürger kommen rund 24.000 Euro Verbindlichkeiten. Der Schuldenstand könnte sich schnell mal knapp verdoppeln. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz möchte für jedermann ein persönliches, staatlich finanziertes „Chancenkonto“ einrichten, das für die Finanzierung von Weiterbildung genutzt werden kann. Der Kandidat will es mit 20.000 Euro ausstatten. Und selbst, wenn er das nur jedem der 44 Mio. Erwerbstätigen zugesteht – man ahnt die Summe, die da zusammenkommt. Weil es so schön ist, legt Schulz gleich noch mit einem staatlichen Investitionszwang nach. Doch bekanntermaßen stocken zahlreiche Investitionsvorhaben wegen mangelnder Planungskapazitäten in den Ländern. Und der Berliner Flughafen BER führt aller Welt vor, wohin miserable Planung führt. Zudem ist das Vorhaben schlicht verfassungswidrig. Denn es beschneidet die Parlamente massiv in ihrem Haushaltsrecht. Es mag ja nett klingen, wenn die Schuldenbremse in der Verfassung durch eine „Mindestdrehzahl“ für Investitionen ergänzt werden soll. Doch mit der Lebenswirklichkeit hat das wenig zu tun. Schulz möchte dafür sorgen, dass wir beim Wohnungswechsel nicht mehr zum Bürgeramt laufen müssen. Wir sollen Formulare online ausfüllen dürfen. Nur: Das bestimmt nicht der Kanzler, sondern die Kommunen. Der Zehn-Punkte-Plan des Kandidaten belegt, dass Schulz bereits ein Getriebener ist. Es ist erst wenige Wochen her, da kam die SPD mit ihrem Regierungsprogramm „Zeit für mehr Gerechtigkeit“ auf den Wählermarkt. Es verpuffte schnell. Jetzt stürmt der Kandidat kopflos gegen den Vorsprung der Kanzlerin an, und die muss ihn nur in die Abseitsfalle laufen lassen.

Fazit: Für Spitzenpolitiker wird es immer dann kritisch, wenn sie beginnen, der Öffentlichkeit leid zu tun. Bei Schulz ist es fast so weit, dann ist er der arme Martin, meint Ihr Ralf Vielhaber.

Meist gelesene Artikel
  • Deutschland schröpft seine Mittelschicht

Erstklassig nur bei Steuern und Abgaben

Ralf Vielhaber
Die OECD hat neuste Zahlen zur Belastung der Löhne mit Steuern und Abgaben vorgelegt. Und zeichnet da für Deutschland ein in Teilen erschreckendes Bild. Vor allem, wenn man an die Zukunft denkt.
  • Im Fokus: Aktien aus Neuseeland

Lukrative Titel vom anderen Ende der Welt

Auf der Suche nach spannenden Titeln in Neuseeland Copyright: Pixabay
Von Deutschland aus betrachtet, liegt Neuseeland am anderen Ende der Welt. Dieser Tatsache ist es wohl geschuldet, dass neuseeländische Titel bei hiesigen Anlegern kaum eine Rolle spielen. Das ist angesichts lukrativer Unternehmen und Investments ungerechtfertigt. Einige davon stellen wir heute vor.
  • Fuchs plus
  • FXFlat

Der Sieger im Ranking

FXFlat markiert im aktuellen Ranking die Benchmark für Broker. Mit einem hauchdünnen Vorsprung sichert sich der Broker den ersten Platz. Wir gratulieren dazu und sind dgespannt, ob uns der Broker auch im nächsten Jahr eine so tolle Leistung bietet.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die alten Rezepte wirken nicht mehr

Geldpolitik völlig losgelöst

Charles Evans begreift die aktuelle Geldpolitik der Fed als restriktiv. Angesichts der aktuellen Zinsen scheint das eine steile These zu sein. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen jedoch, dass althergebrachte Rezepte ihre Wirkung verloren haben.
  • Fuchs plus
  • Japans Trumpf ist die Schwäche der Anderen

Steuererhöhungen stehen an

Anstehende Steuererhöhungen in Japan werden in Zukunft die Konjunktur belasten. Für den Yen ergibt sich daraus ein trüber Ausblick. Die Stärke des Yen liegt aktuell vor allem in der Schwäche der Anderen.
  • Fuchs plus
  • Die Konjunktur kühlt sich weiter ab

Eurozone liefert schwache Signale

Die Konjunktur innerhalb der Eurozone verliert weiter an Fahrt. Indikator dafür sind die sinkenden Import- und Exportzahlen. Für die Perspektive des Euro zeichnet sich dadurch ein klares Bild.
Zum Seitenanfang