Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
517
Chancenkonto für Erwerbstätige

Kanzlerkandidat Schulz ringt um Aufmerksamkeit

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ringt verzweifelt um Aufmerksamkeit. Nun versucht er es mit einem Ergänzungsprogramm. Doch das erregt vor allem Zweifel, meint Fuchs-Chefredakteur Ralf Vielhaber.
Auf meinem Weg in den Verlag fahre ich täglich an der Bundesschuldenuhr vorbei. Knapp 2 Billionen macht die Staatsverschuldung Deutschlands aus. Auf jeden der 82 Mio. Staatsbürger kommen rund 24.000 Euro Verbindlichkeiten. Der Schuldenstand könnte sich schnell mal knapp verdoppeln. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz möchte für jedermann ein persönliches, staatlich finanziertes „Chancenkonto“ einrichten, das für die Finanzierung von Weiterbildung genutzt werden kann. Der Kandidat will es mit 20.000 Euro ausstatten. Und selbst, wenn er das nur jedem der 44 Mio. Erwerbstätigen zugesteht – man ahnt die Summe, die da zusammenkommt. Weil es so schön ist, legt Schulz gleich noch mit einem staatlichen Investitionszwang nach. Doch bekanntermaßen stocken zahlreiche Investitionsvorhaben wegen mangelnder Planungskapazitäten in den Ländern. Und der Berliner Flughafen BER führt aller Welt vor, wohin miserable Planung führt. Zudem ist das Vorhaben schlicht verfassungswidrig. Denn es beschneidet die Parlamente massiv in ihrem Haushaltsrecht. Es mag ja nett klingen, wenn die Schuldenbremse in der Verfassung durch eine „Mindestdrehzahl“ für Investitionen ergänzt werden soll. Doch mit der Lebenswirklichkeit hat das wenig zu tun. Schulz möchte dafür sorgen, dass wir beim Wohnungswechsel nicht mehr zum Bürgeramt laufen müssen. Wir sollen Formulare online ausfüllen dürfen. Nur: Das bestimmt nicht der Kanzler, sondern die Kommunen. Der Zehn-Punkte-Plan des Kandidaten belegt, dass Schulz bereits ein Getriebener ist. Es ist erst wenige Wochen her, da kam die SPD mit ihrem Regierungsprogramm „Zeit für mehr Gerechtigkeit“ auf den Wählermarkt. Es verpuffte schnell. Jetzt stürmt der Kandidat kopflos gegen den Vorsprung der Kanzlerin an, und die muss ihn nur in die Abseitsfalle laufen lassen.

Fazit: Für Spitzenpolitiker wird es immer dann kritisch, wenn sie beginnen, der Öffentlichkeit leid zu tun. Bei Schulz ist es fast so weit, dann ist er der arme Martin, meint Ihr Ralf Vielhaber.

Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Ausländische Finanzportale locken mit hohen Zinsen für Tagesgeld

Finanzportale bieten hohe Zinsen

Neuartige Finanzportale wie Weltsparen, Zinspilot und Savedo bieten hohe Zinsen auf Festgeld, indem sie deutsche Sparer an Banken im EU-Raum vermitteln. Anleger sollten darauf achten, ihre Risiken zu minimieren...
  • Produktcheck

Jyske Stable Strategy schafft, was der Name verspricht

Der Jyske Invest Stable Strategy ist ein klassischer Mischfonds. Er legt den Fokus auf besonders risikoarme, aber dennoch lukrative Anlagestrategien. Damit gelingt dem Fondsmanagement eine beachtliche Durchschnittsrendite.
Neueste Artikel
  • Keine Lösung für die britische Provinz in Sicht

London pokert um die Zukunft Nordirlands

Was passiert mit Nordirland beim Brexit?
Die Brexit-Verhandlungen sind auch Ausschlag gebend für das Schicksal Nordirlands. Wird die britische Provinz durch eine harte Grenze isoliert, droht wirtschaftlich der Absturz und innenpolitisch heiße Auseinandersetzungen und Gewalt. London pokert hoch.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Zum Seitenanfang