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Kunstmarkt

Zerbrechliche Werte

Begehrte Sammel- und Anlageobjekte: Jugendstilvasen. © De Agostini Picture Library / Getty Images.
Die Preise für Vasen haben in den vergangenen zehn Jahren um etwa 100% zugelegt. Sie sind damit ein lukratives Anlageobekt, doch das Universum für echte Anlagestücke ist recht überschaubar.

Seit der großen römischen Glaskunst werden Vasen gesammelt. Die meisten denken nun sofort an bunte Jugendstilvasen von Gallé und Daum in Nancy. Oder auch an die derzeit modernen größerformatigen klaren Vasen von Lalique. Experten lächeln darüber allerdings. Denn ungefähr acht von zehn dieser Vasen sind gefälscht – das allerdings oft sehr gut. Nicht jede Vase eignet sich als lukratives Anlageobjekt. Das Universum für echte Anlagestücke ist dabei recht überschaubar. Kleinformatige Kostbarkeiten und Objekte der heute nicht mehr bestehenden Firma Lötz Witwe aus dem böhmischen Klostermühle gehören dazu. Auf einer der jüngsten Auktionen haben auch Lötz-Vasen ihr Preis-Potenzial gezeigt. Im Hochpreissegment fiel eine Vase von 11 cm auf. Das Stück mit dem Dekor „Phänomen Gre 688" hat für 6.000 Euro den Besitzer gewechselt. Das Dekor „1900“ (Höhe 8,5cm) kam für 6.500 Euro unter den Hammer. Das Modell von 1901 (Höhe 13,5 cm, Dekor „Blau opal Phänomen Gre 1/25“ war einem Käufer immerhin 12.000 Euro wert. Aber nicht alle Lötz-Vasen sind derart teuer. Sammler können bereits um ca. 400 Euro in das Segment einsteigen. Das Modell „cobalt Papillon“, Höhe 19 cm, um 1895, wechselte auf einer Auktion für 520 Euro den Besitzer – und dürfte ein gutes Wertsteigerungspotenzial haben. Auch die französische Firma Schneider hat tolle Vasen geschaffen. Ein Modell mit Tricolormarke (zirka 14 cm Höhe um 1920-30) ist knapp 1.000 Euro wert. Ein sehr schönes blaugrundiges Stück der ungarischen Firma Szolnay, Pecs, um 1900, (Modell 6858, Höhe 10 cm) wird um 1.300 Euro gehandelt. Sammler sollten auch auf jeden Fall nach China sehen. Es muss dabei nicht immer Glas sein. Auch die Porzellan- oder Steingutvasen aus dem Reich der Mitte haben Sammlern und Anlegern viel zu bieten. Die chinesische Kultur bietet bauchige Steingut-Baluster an. Diese sind wesentlich größer als Lötz-Witwe Objekte. Zwei Baluster-Vasen mit Palastszenen aus der Rosa Familie, sehr prunkvoll (62 cm hoch, um 1890) kosten etwa 2.600 Euro. Eine Baluster-Vase um 1900 mit der „Siegelmarke rot“ mit Frühlingsblumen und Vögeln bemalt (Höhe ca. 44 cm) wird derzeit etwa um 2.600 Euro gehandelt. Auch Meissen hat bei Vasen einiges zu bieten. Ein Porzellanmodell mit einer ochsenblutroten Feuerglasur (um 1900, knapp 20cm hoch) kostete unlängst knapp 1.200 Euro. Die Meissen-Deckelvase (Modell 6/139) aus den Jahren 1924/34 mit balusterförmigem Korpus und schwarzer Bemalung auf gelbem Grund (Höhe 45 cm) geht nicht unter 1.200 Euro über den Tisch. Auch solche Stücke aus dem bekannten deutschen Haus haben Preissteigerungspotenzial.

Fazit: Unbemerkt von vielen haben die Preise für Vasen in den vergangenen zehn Jahren um etwa 100%  zugelegt. Noch größere Preissteigerungen erzielen zusammengehörige Ensembles. Allerdings werden auf den meisten Auktionen nur Einzelstücke verkauft.

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