Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1254
Richter pfeifen auf schriftliche Vereinbarung

Vorarbeitergehalt ist aufgabenabhängig

Arbeitgeber sollten genau darauf achten, wie sie ihre Beschäftigten einsetzen. Übernimmt jemand die Aufgaben eines Vorarbeiters, hat er Anspruch auf eine angemessene Bezahlung, auch wenn der Arbeitgeber keine entsprechende schriftliche Vereinbarung geschlossen hat.

Arbeitgeber sollten genau darauf achten, wie sie ihre Beschäftigten einsetzen. Weisen Sie jemandem die Aufgaben eines Vorarbeiters zu, hat er Anspruch auf eine angemessene Bezahlung. Dabei ist unerheblich, ob Sie eine entsprechende schriftliche Vereinbarung geschlossen haben.

Im konkreten Fall fiel eine Gebäudereinigungsfirma auf die Nase. Sie hatte einen Beschäftigten damit beauftragt, Reinigungspläne zu erstellen und den Personaleinsatz zu organisieren. Außerdem erfasste und kontrollierte er die Arbeitszeiten der Mitarbeiter und war für die Materialbestellung, Kundengespräche und Reklamationen verantwortlich. Kurzum, er macht alles, was ein Vorarbeiter so tut.

Tarifvertrag verlangt Vertrag

Der Arbeitgeber verweigerte trotzdem das Vorarbeiter-Entgelt. Er verwies darauf, dass keine schriftliche Vereinbarung bestand. Auch dass seine Bereichsleiterin dem Gebäudereiniger die Aufgabe mündlich übertragen hatte, interessierte den Unternehmer nicht. Zudem argumentiert er, der Tarifvertrag verlange ausdrücklich die Schriftform bei der Übertragung der Funktion.

Kundenkontakt war entscheidend

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg sah dies anders. Für das Gericht war entscheidend, dass die Gebäudereinigungsfirma gegenüber Kunden den Mann ausdrücklich als verantwortlichen Vorarbeiter vorstellte.

Fazit

Setzt der Arbeitgeber einen Beschäftigten als Vorarbeiter ein, muss er die entsprechende Vergütung zahlen, auch wenn darüber kein schriftlicher Arbeitsvertrag besteht.

Urteil: LAG Berlin-Brandenburg vom 19.6.2019, Az.: 16 Sa 1527/17

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs trifft Pferdchen, Der Geldtipp-Podcast, Teil 34

Unsere internationalen Aktien fürs Leben

Geldtipp-Podcast. ©SpringerNature
Nach den deutschen Dauerläufern stellen Pferdchen und Fuchs in der 34. Folge des Geldtipp-Podcasts die internationalen Aktien vor, die langfristig in ein ausgewogenes Depot gehören. Sie diskutieren, wie sich die Auswahlkriterien für ausländische und für heimische Titel unterscheiden.
  • Was sind die Fuchsbriefe? - In 2 Minuten erklärt

Fuchsbriefe Scribblevideo mehr als 213.000 Mal gesehen

© Verlag FUCHSBRIEFE
Hammer: Unser Scribble-Erklärvideo zum Fuchsbrief wurde inzwischen mehr als 200.000-mal angeschaut – genau waren es am 29. Februar 213.318 Abrufe. Hochgeladen hatten wir den gezeichneten Film vor 8 Monaten. Somit ergeben sich 26665 Abrufe pro Monat oder 889 pro Tag. Darauf sind wir stolz! Der Film wurde gezeichnet vom Team um Carsten Müller und dauert 02:21 Minuten. Worum geht es?
  • Trusted Wealth Manager 2024 – Vertrauenswürdige Vermögensverwalter

Die meisten Vermögensverwalter in Deutschland verdienen Vertrauen

Trusted Wealth Manager 2024. © Verlag FUCHSBRIEFE
Wer ist als Vermögensmanager vertrauenswürdig? Die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz wertet wie im immer zum Jahresbeginn ihr laufendes Monitoring «Trusted Wealth Manager» aus. Und da gibt es 2024 viel Positives zu berichten!
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Climate Action 100+ hat große Investoren verloren

US-Investoren verabschieden sich von ESG-Anlagen

Drei große US-Investoren haben ESG-Investments den Rücken gekehrt. BlackRock, StateStreet und JP Morgen haben sich aus der Investment-Initiative Climat Action 100+ verabschiedet. Der Exodus der institutionellen Anleger hält damit an. FUCHSBRIEFE analysieren, was hinter der Abkehr steht.
  • Fuchs plus
  • Abwasser-Krimi in Teslas Gigafactory

Subventionen für E-Autos schaffen gigantische Überkapazitäten

Die hohen staatlichen Subventionen für E-Autos führen zu erheblichen Marktverzerrungen. So lässt BYD in China seine eigenen Autos zu, damit sie als verkauft gelten. Außerdem will das Unternehmen massiv auf dem europäischen Markt expandieren. Zugleich türmen sich die Probleme bei Tesla in Grünheide. Einerseits verschifft das Unternehmen seine Überproduktion an E-Autos nach Asien, andererseits entwickelt sich ein Abwasser-Krimi in der Gigafactory.
  • Fuchs plus
  • Unternehmensfinanzierung auf dem Hochplateau

Stabile Zinsen, hohe Kredithürden

Für Unternehmen wird es in den kommenden Monaten schwierig bleiben, Finanzierungen zu beschaffen. Zwar geht die Inflation weiter zurück, die Zinsen aber bleiben stabil. Auf der anderen Seite stellen die Banken weiter hohe Kredithürden auf.
Zum Seitenanfang