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Acht Thesen für die Entwicklung des Kunstmarktes

Wie sich der demografische Wandel auf den Kunstmarkt auswirkt

Besucher im Kunsthistorischen Museum in Wien. © ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com / picture alliance
Auch der Kunstmarkt bleibt vom demografischen Wandel nicht unberührt. Die Bevölkerungszusammensetzung wird sich in den kommenden Jahren deutlich wandeln. Alterung, niedrige Geburtenraten und Migration sind die großen Demografietrends. Wie wirkt sich das auf den Kunstmarkt aus?

Der demografische Wandel wird auch am Kunstmarkt seine Spuren hinterlassen. Bislang gilt der Kunstbesitz als ein wesentlicher Bestandteil einer soliden Vermögensplanung. Wenn sich aber die Zusammensetzung der Bevölkerung (Alter, Soziales, Ethnie), die Generationenkultur, die künstlerische Produktion und Markttechniken ändern, verdient dieses Postulat aber eine Überprüfung.

Alterung und Migration verändern die Gesellschaft

Der demografische Wandel wird von zwei großen Entwicklungen beeinflusst. Generell rechnen die Experten für Bevölkerungsentwicklung für die Jahre ab 2030 mit einem Rückgang der Einwohner in Deutschland. Dies erklärt sich mit dem natürlichen Ausscheiden der Wirtschaftswundergeneration der Bundesrepublik. Der ebenso starke Anteil der Generation der Baby-Boomer (Jahrgänge 1960-1970) wird in den Jahren ab 2030 als Marktteilnehmer ausscheiden.

Demgegenüber steht eine seit 2015 verstärkte Migration. Der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund bzw. Ausländern in Deutschland wird in den nächsten Jahren signifikant zunehmen. Ob dieses Gruppenwachstum ausreicht, die Sterblichkeitsverluste auszugleichen, ist offen. Welche Auswirkungen das auf die künftige Vermögensentwicklung und Vermögensverteilung hat, ist bisher nur unzureichend untersucht worden. Für den Kunstmarkt ist dies relevant, weil sich eine neue, größer werdende Gruppe von potenziellen Neu-Kunden etablieren könnte.

Thesen für die Entwicklung des Kunstmarktes

Welche Ableitungen für den Kunstmarkt können aus diesen demografischen Veränderungen gezogen werden? FUCHSBRIEFE formulieren acht Thesen:

  1. Eine Schrumpfung der Bevölkerungszahl bedeutet eine Reduktion der potenziellen Nachfrager nach Kunst. Die geringere Nachfrage könnte mit sinkenden Preise einhergehen.
  2. Durch die Versterbenden werden in den kommenden Jahren viele Kunstsammlungen vererbt. Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Kunstmarkt gelangen. Dieses höhere Angebot spricht ebenfalls für sinkende Kunstpreise.
  3. Die Erbengeneration hat eine andere emotionale und wertschätzende Haltung als die Elterngeneration. Die Interessenlage wird sich deutlich wandeln. 
  4. Die jüngere Generation "steht" auf neue Kunstformen. Neue Techniken (Fotografie, Digitales, KI) ermöglichen "Massenkunst".
  5. Die Aufnahmefähigkeit des Marktes wird über den Preis für die Objekte reguliert werden.
  6. Über die Attraktivität der Kunstobjekte entscheidet neben dem Preis auch die gesellschaftliche Wertschätzung für Kunstobjekte. Die zurückliegenden Jahre zeigen einen stetigen Rückgang der kulturellen Bildung der Gesamtbevölkerung. Damit dürfte die Zahl von Interessenten und Käufern sinken.
  7. Die wachsende Gruppe der Deutschen mit Migrationshintergrund hat vielfach eigene ethnische Wurzeln und Traditionen. Sie tritt bisher nur wenig im heimischen Kunstmarkt in Erscheinung. Um diese Gruppe als Käufer zu gewinnen, wird sich der Kunstmarkt etwas einfallen lassen müssen. Denkbar ist ein Beibehalt der mitgebrachten Wurzeln und Traditionen durch die neue Bevölkerung und damit die stärkere Etablierung neuer Kunstmarktsegmente.
  8. Der seit ca. 20 Jahren anhaltende Trend zu globalen Kunstmarktpositionen könnte zur Annäherung zu einem einheitlichen Marktgebilde führen. Dies mit dem Nebeneffekt, dass regionale Kunst an Bedeutung verliert und die globalen Kunstpositionen gestärkt werden. Infolgedessen wird es zu einer Austauschbarkeit künstlerischer Handschriften kommen.

Fazit: Auf Sicht der nächsten 30 Jahre wird sich die potenzielle Käuferschar für den traditionellen Kunstmarkt um 5 – 8 Millionen Personen aus Altersgründen und um weitere 10-15 Millionen aus kulturellen Gründen verringern. Das spricht für sinkende Preise in der Breite des Kunstmarktes. Zudem dürfte der Kunstmarkt "nischiger" werden.

Hinweis: Am 26.06. gehen wir präziser darauf ein, wie sich die jüngere Generation auf den Kunstmarkt auswirken wird.

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