Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
676
Sanierungen erschwert

Finanzierung: Steuern auf Forderungsverzicht

Unternehmen in der Sanierung müssen vorerst wieder auf das Entgegenkommen ihres Finanzamtes hoffen.
Die bisherige Steuerbefreiung bei einem Forderungsverzicht von Gläubigern steht ab sofort wieder im Belieben der Finanzbehörde. Unternehmen, die in einer Sanierung stecken, müssen darum zumindest vorerst wieder auf das Entgegenkommen ihres Finanzamtes hoffen. Der Forderungsverzicht durch einen Gläubiger muss jetzt wieder als Einnahme versteuert werden.  Erlässt ein Gläubiger einem Unternehmen also eine Forderung im Volumen von 50.000 Euro, so muss das Unternehmen diese Summe als Einnahme versteuern. In der Praxis müssten sich Unternehmen und Gläubiger damit auf einen höheren Erlass einigen, um den selben Forderungsverzicht zu erreichen wie nach alter Rechtslage. Außerdem muss das angeschlagene Unternehmen real Steuern zahlen. Dass diese Regelung nicht praxisorientiert ist, wissen auch die obersten Finanzbehörden. Die Behörden von Bund und Ländern hatten sich 2003 abgestimmt, dass Forderungsverzichte gerade nicht zu versteuern seien. Der BFH hatte diesen Sanierungserlass (Beschluss des Großen Senats vom 28.11.2016, veröffentlicht am 7.2.2017, Az. GrS 1/15) nun aber jüngst gekegelt und für unwirksam erklärt. Begründung: Der Wegfall der Besteuerung von Forderungsverzichten müsse per Gesetz geregelt werden. Ein Erlass reiche nicht aus. Betroffene Unternehmen stecken nun in einer Klemme. Denn bis zu einer Neuregelung entscheiden die Finanzämter stets im Einzelfall über die Besteuerung beim Forderungsverzicht. Positiv ist, dass bereits ein neues Gesetz erarbeitet werden wird. Das Finanzministerium (BMF) teilte uns mit, dass das BFH-Urteil wirtschaftlich sinnvolle Unternehmenssanierungen deutlich erschwert. Außerdem kündigte uns das BMF an, unverzüglich mit den Ländern über die unnötige Erschwerung sinnvoller Sanierungen zu sprechen.

Fazit: Für einige Monate wird in Einzelfällen über die Besteuerung beim Forderungsverzicht entschieden. In absehbarer Zeit dürfte es aber wieder eine gesetzliche Regelung im Tenor des bisher gültigen Sanierungserlasses geben.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Defensive Aktien

Sichere Titel im Warenkorb

Defensive Titel sichern das Portfolio ab Copyright: Pixabay
An den Börsen nehmen die Unsicherheiten zu. Handelskonflikte, Atom-Abkommen, sogar Tweets treffen die Aktienmärkte immer wieder empfindlich. Konjunkturunabhängige Titel lassen sich davon wenig beeindrucken. Dazu zählen unter anderen Aktien von Lebensmittelhändlern, von denen wir zwei vorstellen. Auch ein Pharma-Unternehmen zählt zu unseren defensiven Favoriten.
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Wasserstoff und Brennstoffzellen

Suche nach Diesel-Alternativen treibt an

Wasserstoff-Atom Copyright: Pixabay
Saubere, ökologische und nachhaltige Antriebsmöglichkeiten sind derzeit gefragt. Dass man Wasserstoff als Energieträger nutzen kann, lernt man bereits im Chemie-Unterricht in der Schule. Auch heute schon, kann man mit einem Wasserstoff-Motor nicht unerhebliche Reichweiten erreichen. Durch die Diesel-Diskussion werden diese Motoren stärker gefragt. Findige Konzerne werden auf ebenso innovative Zulieferer aus der Branche angewiesen sein. Wir stellen einige der potenziellen Profiteure vor.
  • Nestlé S.A.

Preiserhöhungen sind Kurstreiber

Schon fast stoisch scheint der Kursverlauf von Nestlé die momentane Börsenkorrektur zu ignorieren. Die Aktie kennt derzeit nur die Richtung gen Norden. das macht die Aktie zu einem Sicherheit bringenden und zugleich profitablen Titel in den Depots der Anleger.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Weitere Preisdynamik zu erwarten

Eindeckungsrally bei Mais läuft

Shortverkäufer müssen sich mit Mais eindecken. Das treibt den Preis kräftig nach oben. Wie sich Anleger jetzt verhalten sollten .
  • Fuchs plus
  • Kryptowährung in einem Quartal von 3.000 auf 8.000 USD gestiegen

Was es mit dem Kursanstieg von Bitcoin auf sich hat

Bitcoin hat ein enormes Wertsteigerungspotenzial.
Solche Kursschwankungen kennt man sonst nur bei Inflationsgeld: Die Hartwährung Bitcoin stieg in wenigen Monaten von 3.000 auf kann 8.000 USD. Zwei Jahre zuvor hatte sie schon einen Kurssturz erlebt. Das alles ist normal. Wir sagen warum. Und was Investoren nun zu erwarten haben.
Zum Seitenanfang