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Banken können Quellensteuer einfacher abrechnen

Digitalisierung beschleunigt Rückforderung der Quellensteuer

Mehrere 2-Euro-Münzen © Olivier Le Moal / stock.adobe.com
Die Rückforderung ausländischer Quellensteuern ist kompliziert und für viele Anleger ein Ärgernis. Auch bei den Banken brechen keine Begeisterungsstürme für das Thema los, denn die Bearbeitung ist kompliziert, langwierig und daher teuer. Die Digitalisierung bringt aber Lösungen mit sich, die Banken nutzen können, um mit Zusatzservices bei ihren Kunden zu punkten.

Banken können den erheblichen Aufwand, der mit der Rückforderung von Quellensteuern verbunden ist, jetzt deutlich reduzieren. Das ermöglicht den Geldhäusern sogar, ihren Kunden neue Serviceangebote machen zu können und sich im Wettbewerb abzusetzen.

Rückforderung der Quellensteuer ist Papierkrieg     

Die Rückforderung von Quellensteuern gewinnt für Anleger wieder an Relevanz. Denn im Zuge der Zinswende werden die Portfolios von Wachstumsaktien auf Value-Werte umgeschichtet. Die wiederum schütten in der Regel solide Dividenden aus. Auch Anleihen rücken wieder stärker in den Fokus. Deren Zinsen unterliegen im Heimatland des emittierenden Unternehmens der Quellensteuer.

Die Quellensteuer lässt sich oft auf Antrag beim ausländischen Finanzamt reduzieren. Voraussetzung ist, dass mit dem entsprechenden Land ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen wurde oder besondere lokale Gesetzgebungen zur Steuerentlastung vorliegen. So muss z.B. ein deutscher Anleger 35% seiner Dividenden eines Schweizer Unternehmens beim Schweizer Finanzamt an Quellensteuern „abdrücken“. Auf Antrag können immerhin 20% aus der Schweiz zurückgefordert werden.

IT-Systeme sind ein wertvoller Effizienzhebel

Diese Rückforderungsanträge sind mühsam - sowohl für Anleger, als auch für Banken. Das Fintech Raquest schätzt im Gespräch mit FUCHSBRIEFE, dass ein geübter Bankangestellter ca. eine bis anderthalb Stunden für die vollständige Bearbeitung eines Antrags braucht. Kommen dann noch Fehler hinzu – manchmal reicht schon ein falsch gesetztes Komma – wird der Prozess zur Qual. Auch Steuerberater mit entsprechender Expertise sind spärlich gesät.

Raquest hat nun eine Software entwickelt, die den Rückforderungsprozess für Banken enorm beschleunigt. Das Unternehmen stellt eine Reduktion der Bearbeitungszeit auf vier bis sechs Minuten in Aussicht. Das ist ein Effizienzhebel, der die (Lohn-)Kosten des Prozesses drastisch verringert. Bisher hat das Unternehmen die Rückforderungsanträge für 30 Märkte (insbesondere Europa) programmiert. Weitere werden nach Bedarf der Kunden hinzugefügt. Auch Anträge auf Vorabbefreiung können mit dem System durchgeführt werden. Zu den Kunden von Raquest gehören z.B. die Privatbank Berenberg, die Commerzbank, die DZ Privatbank, die Liechtensteinische Landesbank oder die Targobank.

Fazit: Die Digitalisierung hilft, die komplizierte Rückforderung der Quellensteuer zu beschleunigen. Banken, kleine Sparkassen und Volksbanken, die sich noch mit den langwierigen Prozessen herumärgern, könnten prüfen, die Software zu nutzen. Die internen Prozesse werden deutlich gestrafft.
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