Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
446
Gesellschaft | Innovation

Maschine statt Mittelschicht

Denkende und selbständig handelnde Maschinen sorgen dafür, dass die gesellschaftlichen Mittelschichten weltweit austrocknen.
Denkende und selbständig handelnde Maschinen sorgen dafür, dass die gesellschaftlichen Mittelschichten weltweit austrocknen. Ihre Jobs fallen sukzessive und neuerdings beschleunigt weg. Zu diesem Schluss kommen Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson – zwei renommierte Ökonomen für Innovationssysteme an der Technischen Hochschule in Massachusetts (MIT). Um dem entgegenwirken zu können, müsse eine neue Alphabetisierungswelle, diesmal im IT-Bereich, einsetzen. Von dem benannten Trend kann sich ab heute jeder auf der Hannover Messe überzeugen. Der Messetitel „Industrie 4.0“ steht für Maschinen und ganze Fabriken, die standortübergreifend und menschenunabhängig miteinander kommunizieren können. Sie stimmen komplexe Prozesse aufeinander ab und treffen, wenn es nötig ist, eigenständig Entscheidungen. Das Arbeiten bringen sie sich gegenseitig bei. Die Situation gleiche jener beim Übergang vom Agrar- ins Industriezeitalter, sind McAffee und Brynjolfsson überzeugt. Auch damals fielen hunderttausende Jobs auf dem Land und in Manufakturen den effizienteren Maschinen zum Opfer. Die ehemaligen Handarbeiter und Analphabeten zogen in die Städte, bildeten dort das Proletariat, bis sie die Chance bekamen, sich aus- und fortzubilden. Seit den 1970er Jahren sinkt weltweit der Anteil der Arbeit am BIP. Gemeint sind damit alle durch Arbeit generierten Einnahmen. Laut neuesten Berechnungen ist dieser Anteil in den USA von 66,3% auf 61%, in Japan von 64% auf 57% und in Deutschland von 68% auf 60% zurückgegangen. Das führte zu einer immer größeren Konzentration der Erträge auf immer kleinere Gruppen. Gerade in den von der IT-Technologie vorangetriebenen neuen Märkten ist eine starke Beschleunigung dieses Trends zu erkennen. Hier konzentriert sich das Vermögen in der Hand ganz weniger, behaupten die Autoren. Ein Beispiel: Das Unternehmen What’sApp beschäftigt nur 55 Menschen. Es hat in einem Jahr 450 Mio. Dollar Umsatz generiert und wurde für 19 Mrd. Dollar übernommen. Diese Entwicklung wird sich nach Einschätzung der Autoren weiter verschärfen. Vor allem Menschen mit einer durchschnittlichen Ausbildung hätten die Folgen zu tragen. Facharbeiter, mittleres Management, selbst einfache Richter würden immer weniger gebraucht. Sie sind die Bauern und Weber von heute. Denn ihre Aufgaben können zunehmend Maschinen erledigen – zuverlässig und kostengünstig. Um einer neuen Mittelschicht eine Chance zu geben, müsse in der Gesellschaft eine Umschichtung vonstatten gehen. Denn technikaffine Fachkräfte sind weltweit Mangelware. Doch das heutige Bildungssystem kommt den neuen Herausforderungen nicht nach, so die Autoren.

Fazit: Es ist an der Zeit, Bildung neu zu denken. Sonst drohen immer größere Teile der Gesellschaft auf der Strecke einer neuen Technologieära zu bleiben.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs-Depot

Deutsche Bank aufstocken

Wir verkleinern den Umfang unseres Depots weiter. Denn die Vossloh-Aktie ist durch unseren Stoppkurs gefallen. Wir verkaufen die Restposition und realisieren dabei noch ein Plus von 10%.
  • Fuchs plus
  • Salzburger Sparkasse Bank AG, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Zu wenig geboten

Die Ampel der Salzburger Sparkasse steht auf Rot.
„Das modernste Banking Österreichs: Girokonto und Digitales Banking, Sparen und Kredit, Anlegen und Vorsorgen – hier finden Sie alles für Ihr Geldleben." Die Salzburger Sparkasse geht in die Vollen, wenn es um ein Lob für das eigene Leistungsangebot geht. Das Geldinstitut hat als Kunden auch den wohlhabenderen Bürger im Auge, leistet sich für das Private Banking eine eigene Website. Wir testeten, ob dieser Anspruch eingelöst werden kann.
  • Fuchs plus
  • Bankhaus Neelmeyer AG, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Kölle trifft Hanse

Die Ampel des Bankhaus Neelmeyer steht auf Rot.
Dass wir als Kölner die Dienste einer Bremer Bank in Anspruch nehmen wollen, rührt die langjährigen Berater des Bankhauses Neelmeyer sichtlich. Auch sonst geben sie eine gute Figur ab. Wenn da nicht ein paar vermeidbare Schnitzer gewesen wären, hätten die Bremer deutlich weiter oben landen und die Qualifikationshürde nehmen können.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Gebühren im Private Banking bleiben moderat

Drei Viertel der Banken sind weiter provisionsabhängig

HSBC eine der größten Banken mit einem großen Private Banking Angebot©Picture Alliance
Die Anlage-Regulierungsrichtlinie MiFID II hat die Banken mit hohem Mehraufwand belastet. Dennoch zeigt sich das bisher kaum in den Gebühren. Dies ergibt sich aus der Analyse der Standardkonditionen im Private Banking im deutschsprachigen Raum durch die FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ.
  • Fuchs plus
  • Banken senken Freibeträge

Strafzinsen für vermögende Privatanleger

HSBC eine der größten Banken mit einem großen Private Banking Angebot©Picture Alliance
Die Banken werden die Strafzinsen der EZB ab dem nächsten Jahr aggressiver an ihre Kunden weitergeben. Das verschärft den Anlagenotstand. Für Vermögende nimmt das Problem der realen Geldentwertung zu.
  • Fuchs plus
  • Immer mehr kostengünstige ETF im Angebot

Nachhaltige Aktienanlage einfach und kostengünstig möglich

Der Wunsch, bei der Auswahl seiner Aktienanlage auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu achten, ist in der Beratungspraxis insbesondere bei jungen Anlegern und Stiftungen festzustellen. Letztere schreiben diesen Willen zunehmend in ihren Anlagerichtlinien fest. Lange Zeit war die Krux, dass dieser Wunsch häufig mit deutlich höheren Kosten verknüpft war. Die Umsetzung mit Hilfe der günstigen Indexfonds war nicht möglich. Dies hat sich mittlerweile geändert.
Zum Seitenanfang