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Digitalisierung macht Unternehmen anfällig für Technikspione

Unternehmen im Sicherheits-Dilemma

Durch Digitalisierung wird Datenklau Internetkriminalität ein immer größeres Thema © Picture Alliance
Die Digitalisierung gilt in der Unternehmenswelt als das nächste große Ding. Beinahe täglich trommeln Lobbyverbände dafür, damit der industrielle Mittelstand hier nicht den Anschluss verpasst. Doch damit begeben sich Firmen in ein unauflösbares Dilemma, das existenzgefährdend sein kann.

Mit fortschreitender Digitalisierung wird die deutsche Wirtschaft extrem verwundbar. Denn damit steigt die Gefahr von  Hackerangriffen enorm. Und sie wird dramatisch unterschätzt. Das gilt vor allem für den Mittelstand. Denn er kann sich die sehr teuren wirksamen Abwehrsysteme oft nicht leisten. 

Jeder Programmierfehler ist eine Tür für Spione. Sie wird im Zweifel genutzt. Extra eingebaute „Backdoors", Hintertüren, braucht es gar nicht. IT-Sicherheitsexperte Sandro Gaycken vermutet, dass es einige hunderttausend bis Millionen Programmierfehler in Standardsoftware gibt. „Daher ist das Aufdecken und Patchen von Lücken auch nur sehr eingeschränkt sinnvoll zur Erhöhung der Gesamtsicherheit", so Gaycken. Gaycken ist Sicherheitsberater der  Bundesregierung, des Militärs und zahlreicher DAX-Konzerne und Senior Researcher and Founding Director of the Digital Society Institute der Privathochschule ESMT Berlin.

Chinesen sind besonders aggressiv

Die Top-Leute unter den Sicherheitsexperten – ebenfalls Hacker – sind pro Land an einer bis wenigen Händen abzuzählen. In Deutschland gibt es acht dieser „Wizards" (Zauberer), die quasi wie eine Maschine denken. Die meisten sind bei den großen amerikanischen Datenriesen angestellt. Diese zahlen ihnen sechs- bis siebenstellige Gehälter plus Unternehmensanteile. 

Äußerst aggressiv gehen die Chinesen vor. Sie saugen alle Daten ab, derer sie mit vertretbarem Aufwand habhaft werden können. Sie haben ein Heer von Datenanalysten, die auch in der Lage sind, riesige Mengen von Informationen auszuwerten. Wollen sie sich bestimmte Technologien zu eigen machen, setzen sie komplexe und teure Hackerangriffe gezielt ein. Normalerweise holen sie sich auf diese Weise die besten Ideen der konkurrierenden marktführenden Firmen und bauen eine „Superlösung" innerhalb kürzester Zeit (1,5 Jahre). So sind sie etwa gegenüber der Halbleiterindustrie vorgegangen. 

Was kann ein Mittelständler tun?

Mittelständler können effektiv nicht sehr viel dagegen tun. Eine Möglichkeit: Lebenswichtige Technologien nicht ans Internet anbinden (isolieren). Die andere: unterm Radar der Chinesen fliegen. Auf die Digitalisierung zu verzichten, ist gewöhnlich keine Alternative. Denn das würde Geschäftsmöglichkeiten verbauen, die die Unternehmensentwicklung verhindern.

Fazit:

Die deutschen Firmen stecken hier in einem schweren Dilemma für das es keinen guten Ausweg gibt. Sie müssen das Risiko wohl oder übel nehmen.

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