Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1653
Was Geschäftsführer wissen müssen

Geschäftsführer: Kündigungsschutz bei Betriebsübergang

© thorstenschiller / stock.adobe.com
Für Geschäftsführer ist bei einem Betriebsübergang wichtig, welche Art des Arbeitsvertrags sie haben. Daran hängt ihr Kündigungsschutz. FUCHSBRIEFE erklären, welche Konsequenzen das neue Urteil des Bundesarbeitsgerichts hat.

Wird ein Unternehmen übernommen, ist für Geschäftsführer wichtig, ob sie einen Anstellungsvertrag oder ein Dienstverhältnis als Organmitglied haben. Davon hängt ihr Kündigungsschutz ab. Denn das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden, dass es keinen Kündigungsschutz gibt, wenn der Arbeitsvertrag ein Dienstverhältnis als GmbH-Geschäftsführer (Organmitglied) vorsieht. In diesem Fall entscheiden nur die Regelungen im Dienstvertrag, ob es eine Abfindung gibt oder wie lange die Vertragsdauer ist. 

Kündigungsschutz besteht bei einem Betriebsübergang dann, wenn der Geschäftsführer auf Basis eines Arbeitsvertrags als Angestellter tätig ist. Der Kündigungsschutz bezieht sich allerdings nicht auf seine Funktion. Bei der Vergabe diese Aufgabe kann der neue Besitzer frei entscheiden - ohne Rücksicht auf den bisherigen Geschäftsführer.

Was passiert mit Ex-Geschäftsführer?

Käufer sollten daher im Vorfeld einer Betriebsübernahme auf die Verträge der Geschäftsführer achten. Denn Entscheidungen über einen Firmenkauf sind oftmals auch von den Spielräumen beim Personaleinsatz der Führungskräfte abhängig. Zu den offenen Fragen gehören die arbeitsrechtlichen Grundlagen der Beschäftigung und der mögliche Einsatz des bisherigen GmbH-Geschäftsführers. 

In dem Fall vor dem BAG ging es um einen kaufmännischen Angestellten. Der war nach 13 Jahren zum Geschäftsführer der GmbH aufgestiegen. Einen entsprechenden Arbeitsvertrag gab es allerdings nicht. Der Logistikdienstleister ging in die Insolvenz. Ein anderes Unternehmen führte die Geschäfte fort, übernahm die angemieteten Lagerräume und kaufte diverse Vermögenswerte. Kurz vor der Schlüsselübergabe kündigte der Insolvenzverwalter dem Geschäftsführer betriebsbedingt. Der Ex-Geschäftsführer wollte erreichen, dass sein Arbeitsverhältnis fortgeführt wird. Dies sei durch den Betriebsübergang bei dem Erwerber gelandet; die betriebsbedingte Kündigung sei sozial ungerechtfertigt, denn der neue Inhaber dürfe Arbeitnehmer nicht nach einem Wechsel des Eigentümers entlassen (§ 613a Abs. 4 BGB).

Fazit: Auch Geschäftsführer können bei einem Betriebsübergang einen Kündigungsschutz haben.

Urteil: BAG vom 20.7.2023, Az.: 6 AZR 228/22

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Nachhaltigkeit beim Stiftungsvermögen: Tiefe Einblicke und Diversität in Kooperationen

Von Datenlieferanten bis Beratungsnetzwerke: Wie Vermögensmanager ihre Nachhaltigkeitsstrategien stärken

Kollage Verlag Fuchsbriefe © Bild: envato elements
Um die nachhaltige Kapitalanlage zu stärken, setzen Vermögensmanager auf die Zusammenarbeit mit externen Instituten. Eine Analyse der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz von 25 Organisationen enthüllt nicht nur eine reiche Vielfalt an Kooperationen, sondern auch signifikante Unterschiede in der Integration dieser Partnerschaften in ihre Nachhaltigkeitsstrategien.
  • Fuchs plus
  • Neue Produktionskette für Chemiefasern

Nachhaltige Polyesterfasern für Japan

Textilien © fomkin20 / stock.adobe.com
Sieben Unternehmen haben eine neue Produktionskette für Chemiefasern aufgebaut und benötigen kein Rohöl mehr in der Produktion. Erste Kleidungsstücke aus diesen Fasern kommen zur Zeit in Japan auf den Markt.
  • Fuchs plus
  • Logistik und Nachhaltigkeit

Elektro-LKW bei Österreichischer Post

Die Österreichische Post hat erstmals zwei Elektro-Lkw im Einsatz. Transportiert werden internationale Sendungen. Damit lassen sich rund 117 Tonnen direkte CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Risiko: Negative Margen durch schwankende Kurse

Währungsrisiken vermeiden

Wenn Kurse von Währungen schwanken, kann das für Unternehmen bedeuten, dass sie durch zuvor geschlossene Verträge nun Verluste machen. Offene Restzahlungen werden so allenfalls zu einem Risiko. Mit dem richtigen Management kann das vermieden werden.
  • Fuchs plus
  • Neue Wärmepumpe effizient bei unterschiedlichen Temperaturen

Wärmepumpe für die Industrie

Wärmepumpe © 2023 Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.
Die ETH hat eine neuartige Wärmepumpe entwickelt, die verschiedene Temperaturen effizient erzeugen kann. Gerade Industriebetriebe könnten großen Nutzen davon haben.
  • Fuchs plus
  • Trendwende-Anzeichen in der Türkei

Notenbank bleibt restriktiv

Der Verfall der Türkischen Lira kennt seit Jahren kein Halten. Gegenüber dem Euro verlor die Devise des Lands am Bosporus mehr als 70% ihres Werts. Die Hoffnungen in die geldpolitische Wende wurden vorerst enttäuscht. Allerdings gewährt der Lira-Rückgang Investoren einen Abschlag auf die Vermögenswerte des Landes. Zusätzliche Chancen winken bei einem Kurswechsel der Währung.
Zum Seitenanfang