Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1696
Ortsübliches Entgelt statt Tarifvertrag

Zweidrittel weniger Gehalt als Tarif sind in Ordnung

12 Euro liegen auf einem Arbeitshandschuh. © Andreas Steidlinger / Getty Images / iStock
Wann ist ein Tarifvertrag die Grundlage für die Bezahlung eines Beschäftigten? Und kann der Arbeitgeber auf die ortsübliche Bezahlung ausweichen, wenn der Tarifvertrag nicht gilt? Fragen, die das Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg-Vorpommern entscheiden musste.

Sind mehr als 50 Prozent der Arbeitgeber eines Wirtschaftsgebiets tarifgebunden oder arbeiten mehr als 50 Prozent der Arbeitnehmer bei tarifgebundenen Arbeitgebern, dann gilt der Tarifvertrag. In solchen Fällen darf die Vergütung von Beschäftigten ohne Tariflohn maximal ein Drittel geringer ausfallen, konkretisierte jetzt das Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg-Vorpommern. 

Greift der Tarifvertrag nicht, ist als Maßstab ist die ortsübliche Bezahlung anzulegen. Sie darf sogar weniger als zwei Drittel eines in dem Wirtschaftszweig üblicherweise gezahlten Tarifentgelts betragen. 

Ortsüblich und nicht sittenwidrig

Eine Arbeitnehmerin in der Getränkeindustrie erhielt ein um Zweidrittel geringeres Entgelt. Sie forderte vom Arbeitgeber die Zahlung der Differenz zum üblichen Branchen-Tarifvertrag, immerhin 1.400 Euro pro Monat. 

Die Klage war erfolglos. Das LAG entschied, dass das gezahlte Gehalt zwar nicht dem Tarifvertrag folge, aber durchaus ortsüblich und damit nicht sittenwidrig sei.

Fazit: Eine geringe Tarifbindung in einer Region legitimiert eine, um zwei Drittel niedrigere Entgeltzahlung als das im Wirtschaftszweig üblicherweise gezahlte Tarifentgelt.

Urteil: LAG Mecklenburg-Vorpommern vom 26.7. 2022, Az.: 5 Sa 284/21

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Südwestbank AG in der Ausschreibung

Die Südwestbank bleibt bei ihrem Angebot für die Stiftung Fliege im Ansatz stecken

©Thumb: Verlag Fuchsbriefe
Die Südwestbank AG sieht es als gute Tradition an, das bürgerliche Engagement ihrer Kunden zu begleiten, ihnen beratend oder auch tatkräftig zur Seite zu stehen. Insgesamt betreut sie über 100 Stiftungen, die ihr Leistungsspektrum unterschiedlich stark nutzen. So wickeln einzelne Stiftungen nur ihren Zahlungsverkehr über die Bank ab, bei anderen übernimmt sie die Vermögensverwaltung. Insgesamt betreut die Bank 114 Millionen Euro Stiftungsvermögen.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Capitell Vermögens-Management AG in der Ausschreibung

Capitell geht nicht den letzten Meter

Thumb zu Stiftungsvermögen 2024. © Verlag Fuchsbriefe mit envato elements
Capitell ist ohne Zweifel ein erfahrener Stiftungsmanager, der von sich behauptet, die Besonderheiten von Stiftungen zu verstehen. Man begleite sie nicht nur seit der Gründung des Vermögensverwalters im Jahr 2000, sondern habe etliche Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich in Stiftungen engagieren. Dieser Blick von zwei Seiten kann ein Plus für die Stiftung Fliege sein, die einen neuen Vermögensverwalter für ihr Stiftungsvermögen sucht. Hält dieser Bonus der Realität stand?
  • Stiftungsvermögen, Private Banking Depot, Vermögensverwaltende Fonds – Ralf Vielhaber und Philipp Heinrich analysieren in ihrem Vlog

Die Ergebnisse der besten Vermögensverwalter im Jahr 2023

Gemischtes Bild bei den Erfolgen der Vermögensverwalter in der Auswertung der Performance-Projekte der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz . ©Verlag Fuchsbriefe
Soll ich meine Geldanlage an einen Vermögensverwalter geben oder das doch lieber selbst, relativ einfach per ETF machen? Diese Frage stellen sich immer mehr Vermögende, Anleger und Sparer. Eines der wichtigsten Kriterien ist aber für viele die Performance einer Vermögensanlage – sprich die Rendite und – was oft vergessen wird – auch das Risiko einer Anlage. Und genau das schaut sich die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz in den Performance-Projekten an.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • EU-Förderprogramm: Wasserstoff ab Ende der Zwanziger verfügbar

EU legt Grundstein für Wasserstoff-Wirtschaft

Die EU hat den Grundstein für die entstehende Wasserstoff-Wirtschaft in Europa gelegt. Ein milliardenschweres Förderprogramm für die H2-Infrastruktur wurde beschlossen. Deutschland ist der Hauptprofiteur des Programms. FUCHSBRIEFE haben sich das Programm Hy2Infra näher angesehen.
  • Fuchs plus
  • Chart der Woche vom 22.02.24

Henkel-Aktie vor Ausbruch aus Dreieck

Technisch orientierte Anleger richten ihren Blick auf die Vorzugsaktie der Henkel AG + Co KGaA. Der Kurs des Konsumgüterherstellers bewegt sich im übergeordneten Chartbild in ein spitz zulaufendes Dreieck hinein. Üblicherweise führt das oft zu einem starken Ausbruch. FUCHS-Kapital hat eine Vermutung, wohin die Reise geht.
  • Fuchs plus
  • Steuerfreie Sonn- und Feiertagszuschläge nutzen

Berechnung des Grundlohns ist entscheidend

Wer regelmäßig an Sonn- und Feiertagen arbeitet oder Schichtzuschläge bekommt, sollte ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) kennen. Der hat jetzt entschieden, auf welcher Lohnbasis die steuerfreien Zuschläge berechnet werden.
Zum Seitenanfang