Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
940
Vorarbeiten für länderübergreifenden Steuereinzug

Big big Brother im Fiskalwesen

Videoüberwachungsschild mit Graffiti verschmutzt © Picture Alliance
Seit Januar 2018 ist der Automatische Informationsaustausch zwischen Steuerbehörden in Kraft. Jetzt denkt man behördlicherseits über den nächsten Schritt nach: einen automatischen grenzübergreifenden Steuereinzug. In Großbritannien sollen in spätestens drei Jahren konkrete Feldversuche anlaufen.

Im internationalen Kontext wird an einem Steuereinzugs-Verbund gebastelt. Die Überlegungen gehen schon weit über den Status „Gedankenspiele" hinaus. Im britischen Finanzministerium laufen dazu sogar bereits behördeninterne Tests. In voraussichtlich spätestens zwei bis drei Jahren will man konkrete Feldversuche durchführen, in die britische Steuerbürger und Unternehmen eingebunden sind.

Das Ziel ist eine taggenaue Erfassung aller Umsätze, Kosten, Erträge und sonstiger Finanzdaten von Unternehmen. Sie soll es der Fiskalverwaltung erlauben, Steuern voll automatisiert einzuziehen. Zugleich sollen auf diese Weise Geldwäsche, Steuerhinterziehung und andere kriminelle Machenschaften unterbunden werden.

Alles wird vom Datenverbund erfasst

Dazu ist ein länderübergreifender Datenverbund nötig, der prinzipiell alle Bürger und Unternehmen erfasst. Industrie, Handel, Freie Berufe und zuletzt der Privatmann werden auf nationaler Ebene steuerlich erfasst und die Angaben in den internationalen Datenverbund eingespeist bzw. dort zur Verfügung gestellt. So die Vision. Datenschutzargumenten kann möglicherweise über die Blockchain-Technologie entgegengetreten werden, die eindeutige Nutzerzuordnungen ermöglicht.

Mit dem Brexit haben die behördlichen Ansätze allerdings einen Dämpfer erhalten. Er bremst die Umsetzung, verhindert sie aber nicht, heißt es gegenüber FUCHSBRIEFE. Man braucht nun eine neue rechtliche Basis für die länderübergreifende (technische) Zusammenarbeit. Bevorzugter Partner der Briten sind zunächst die skandinavischen Länder und Irland. Dort sind die Datenschutzvorbehalte gering bis nicht vorhanden. Land für Land soll das Verbundnetz dann erweitert werden.

Fazit:

Den automatischen Informationsaustausch zwischen den Steuerbehörden gibt es längst. Insofern ist der automatische Steuereinzug nur eine logische Folge und wohl auch nur eine Frage der Zeit.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Berufstätige haben nicht viel Zeit

Geld zurück für verschobene Fortbildung

Leerer Seminarraum mit Stühlen und großer Fensterfront. Copyright: Pixabay
Gutscheine für verschobene Konzerte, Theater oder Fußballspiele müssen Ticketkäufer akzeptieren, so will es das Gesetz zur ‚Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie für Freizeitveranstaltungen‘. Für Events im beruflichen Kontext wie Fortbildungen, Seminare, Fachmessen und Kongresse gelten dagegen andere Spielregeln.
  • Fuchs plus
  • Japan fährt eine erfolgreiche Corona-Strategie

Omikron kann Yen nichts anhaben

Mehrere Banknoten japanischer Yen. Copyright: Pixabay
Japan setzt bei seiner Omikron-Strategie auf Härte. Der asiatische Inselstaat schließt seine Grenzen - die Zahl der Neuinfektionen ist verschwindend gering. Gleichzeitig erschweren Grenzschließungen den Handel. Welcher Faktor wiegt schwerer für den Yen?
  • Fuchs plus
  • TOPS 2022: Brandschutzmauer fürs Vermögen

Globalance Bank setzt nachhaltig auf Gold

Hand hält eine grüne Erde. Symbolbild Nachhaltigkeit. Copyright: Pixabay
Die Globalance Bank ist auf das Engste mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ liiert. Verkörpert wird dieses durch ihren CEO Reto Ringger, der vor zehn Jahren die Schweizer Bank gegründet hat. Globalance greift im Unterschied zu vielen Banken auf einen eigenen Nachhaltigkeitsfilter – der sog. Footprint-Methodik – zurück. Doch das erneut sehr gute Abschneiden in diesem Jahr zeigt, dass die junge Bank ihren Kunden nicht nur „Nachhaltigkeit“ zu bieten hat.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Ukraine bekommt Unterstützung

Frisches Geld für Kiew

Kirche in Kiew, Ukraine. Copyright: Pixabay
Der IWF hat die seit dem letzten Jahr ausstehende zweite Tranche aus dem Beistandsabkommen für die Ukraine freigegeben. Damit erhält die Kiewer Regierung nicht nur frisches Geld aus Washington sondern auch frischen Kredit an anderer Stelle.
  • Fuchs plus
  • Wie geht es weiter mit der Türkischen Lira

Gewinnen mit Erdogan

Türkische Flagge weht vor der Küste von Istanbul. Copyright: Pexels
Der türkische Präsident Erdogan sorgt für einen stabilen Abwärtstrend der Lira. Der hat bereits zu Interventionen geführt. Da der Absturz dank Erdogan weiter geht, rücken weitere Maßnahmen in den Bereich des Möglichen, die Anleger und in der Türkei tätige Unternehmen im Blick haben müssen.
  • Fuchs plus
  • Japan fährt eine erfolgreiche Corona-Strategie

Omikron kann Yen nichts anhaben

Mehrere Banknoten japanischer Yen. Copyright: Pixabay
Japan setzt bei seiner Omikron-Strategie auf Härte. Der asiatische Inselstaat schließt seine Grenzen - die Zahl der Neuinfektionen ist verschwindend gering. Gleichzeitig erschweren Grenzschließungen den Handel. Welcher Faktor wiegt schwerer für den Yen?
Zum Seitenanfang