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Steuerpolitik

Scharfer Steuerwettbewerb erwartet

In der Steuerpolitik war der US-Satz in vielen Bereichen überdurchschnittlich. Dies wird sich mit der neu in Kraft getretenen US-Steuerreform ändern. Man darf mit einem harten Steuerwettbewerb rechnen. 

Die zu Jahresbeginn in Kraft getretene US-Steuerreform wird weltweit den Steuerwettbewerb anheizen. Auch in den USA dürften noch weitere Steuerreformschritte folgen. Zu diesem Schluss kommt ein Arbeitspapier des Internationalen Währungsfonds (Working Paper 18/166).

Die Steuersenkungen führen in anderen Ländern zu erheblichen Steuermindereinnahmen. Speziell Multis zahlen künftig durchschnittlich 1,6 bis 4,5% weniger. Kommt es zu steuerpolitischer Gegenwehr – und damit rechnen die Autoren aufgrund geschichtlicher Erfahrungsmuster – steigen die Einnahmeausfälle auf durchschnittlich 5,2 bis 13,5% der jeweiligen Steuerbemessungsgrundlage. Dabei würden „die klarsten und möglicherweise größten Übertragungs (Spillover-) Effekte .. wahrscheinlich .. durch die Senkung der Steuerquote verursacht". Das könnte zu „erheblichen Umschichtungen von Steuerbemessungsgrundlagen und Investitionen in den einzelnen Ländern führen", erwarten die Autoren.

Starke Reduktion der Körperschaftssteuer

Bei den Körperschaftsteuern war der US-Satz mit 40% über 30 Jahre lang „Spitze". In vielen Geschäftsfeldern ließ sich die Belastung zwar bis auf 32% reduzieren. Aber das war immer noch deutlich überm OECD-Durchschnitt von 24%. Jetzt haben die Vereinigten Staaten ihre Rate um 14 Prozentpunkte auf 26% gesenkt.

Zugleich ging den USA erhebliches „Steuersubstrat" verloren. Das Bestreben, Repatriierungssteuern zu vermeiden sowie den Möglichkeiten der Finanzbuchhaltung, Gewinne auf unbestimmte Zeit im Ausland zu halten, um eine latente Steuerverbindlichkeit zu vermeiden – führte bis 2017 zu einer Anhäufung geschätzter 2,6 Billionen Dollar an nicht ausgeschütteten ausländischen Einkünften.

Fazit:

Die bisherige Ignoranz der Bundesregierung mit Blick auf die US-Steuerreduktion wird sich nicht lange durchhalten lassen. Finanzminister Olaf Scholz wird hier noch nachjustieren müssen.

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