Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2750
Große Umschichtungen

Deutsche entdecken Anleihen und Festgeld für sich

© Ded Pixto / stock.adobe.com
Die Deutschen schichten im großen Stil ihre Gelder um. Von den Giro- und Tagesgeldkonten fließen immer größere Summen in Anleihen und Festgelder. FUCHSBRIEFE erläutern, was das bedeutet und zeigen Ihnen, wie auch Sie davon profitieren können, dass viele Banken die Zinsen noch nicht vollständig an die Kunden weitergeben.
Im Sparverhalten der Deutschen gibt es einen echten Paukenschlag. Im 1. Quartal 2023 bauten sie zum ersten Mal seit 2006 ihre Bestände an Bargeld und Sichteinlagen ab (-57,7 Mrd. Euro). Einen starken Anstieg verzeichnen hingegen Termineinlagen (Festgelder) mit Zuwächsen von 45,1 Mrd. Euro. Zudem erwarben die Deutschen Anleihen im bislang nie dagewesenen Umfang von Wert von 29,7 Mrd. Euro. Das zeigen Zahlen der Bundesbank. 

Positiv ist auch, dass das Geldvermögen der Privathaushalte insgesamt ansteigt.  Es wuchs im 1. Quartal um 146 Mrd. Euro auf 7,4 Bio. Euro. Auch in Aktien (+1,3 Mrd.) und Investmentfonds (+12,1 Mrd.) investieren die Deutschen weiter, wenn auch mit abnehmender Dynamik. Die Verbindlichkeiten der Privathaushalte blieben mit 2,1 Bio. Euro konstant.

Sparer wehren sich gegen inflationsbedingten Vermögensverlust

Die Zahlen zeigen einerseits, wie durch die Stärke des deutschen Arbeitsmarktes sich trotz der Rezession die Vermögen weiter aufbauen. Sie unterstreichen damit, dass der deutsche Wohlstand an der Stärke der Wirtschaft hängt. Auf der anderen Seite zeigen sie, wie Inflation und steigende Zinsen die Sparer auf die Suche nach (vermeintlich) sicheren verzinsten Anlagen bewegen.

Bislang geben aber nicht alle Banken die steigenden Zinsen an ihre Kunden weiter. Das zeigt der "Retail Banking Monitor 2023" von Strategy&, einer Tochterfirma des Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC). Die europäischen Banken nutzen derzeit die steigenden Zinsen, um ihre Margen zu verbessern. Die Privatkundenbanken verzeichneten 2022 im Betriebsgewinn ein Plus von 18%. Aus unserer Sicht deutet das an, dass die Einlagezinsen noch weiter steigen werden. 

Per ETF in günstig bewertete Euro-Banken investieren

Wer nicht warten will bis seine Bank die Zinsen erhöht, sollte ein Investment in den europäischen Banken-Sektor erwägen. Ein geeigneter ETF, mit dem Sie in 45 Euro-Banken investieren können, ist der iShares STOXX Europe 600 Banks UCITS ETF (ISIN: DE 000 A0F 5UJ 7). Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der im ETF enthaltenen Banken liegt bei moderaten 8,55. Die Ausschüttungsrendite des Indexfonds liegt bei attraktiven 5,5%. Das ist oberhalb der aktuellen Festgeldangebote.

Fazit: Die Deutschen stemmen sich gegen den inflationsbedingten Vermögensverlust. Den können sie mit Anleihen und Festgeldern zwar kaum verhindern. Für das Land, in dem bislang Girokonto und Sparbrief die beliebtesten Anlageklassen waren, ist diese Umschichtung dennoch erstmal eine gute Nachricht.
Neueste Artikel
  • Gesamtschau und Wochenbericht für KW 37: PP V, PP VII, PP VIII und PP IX

Steiermark, BTV und FRÜH & PARTNER prägen die Handelswoche

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Vier Projekte, vier unterschiedliche Sieger und dennoch eine gemeinsame Botschaft. Während einige Vermögensführer hohe Verluste verkraften müssen, überzeugen andere Häuser mit außergewöhnlicher Stabilität. Benchmarkdepots behaupten sich teils überraschend stark, aktive Umschichtungen bleiben dagegen weitgehend ohne Wirkung. Die Auswertung der KW 37 offenbart klare Zusammenhänge zwischen Risiko und Erfolg. Wer die Woche wirklich geprägt hat, zeigen die Zahlen im Detail. Lesen Sie hier.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 37: Die Woche der Defensiven

BTV verteidigt die Spitze, Risiko wird zum Schlüsselfaktor

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Projekt 9 liefert in KW 37 bemerkenswerte Gegensätze. Während die größten Vermögen weiterhin von wenigen Teilnehmern dominiert werden, überzeugen bei Risiko und Wochenentwicklung häufig andere Häuser. Das Benchmarkdepot behauptet sich überraschend stark und lässt zahlreiche Wettbewerber hinter sich. Gleichzeitig sorgt die einzige aktive Umschichtung der Woche für Aufmerksamkeit. Wer wirklich überzeugt, zeigt sich erst im Zusammenspiel von Vermögen, Risiko und Performance. Lesen Sie hier.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 37: Vermögensverwalter im Vergleich

Steiermärkische Bank gewinnt die Woche, Genève Invest führt das Vermögensranking an

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Vier Teilnehmer liegen beim Gesamtvermögen vor dem Benchmarkdepot. Gleichzeitig zählt die Referenz in der Wochenwertung zu den stärkeren Teilnehmern und lässt einen Großteil des Feldes hinter sich. Die Auswertung der KW 37 zeigt bemerkenswerte Unterschiede zwischen Vermögensgröße, Wertentwicklung und Risiko. Während einige Spitzenreiter erhebliche Rückschläge hinnehmen müssen, überzeugen andere mit hoher Stabilität. Wer wirklich vorne liegt, offenbart erst der Blick hinter die Ranglisten.
Zum Seitenanfang