Die Schiene als Alternative zum Panama-Kanal
In Mittelamerika ist der Abstand zwischen Atlantik und Pazifik an vielen Stellen nur wenige Hundert Kilometer breit. Doch auch die müssen Gütertransporte überwinden, wollen sie nicht komplett um Südamerika herumschippern. Am Panama-Kanal staut es sich oft. Neue Zugverbindungen sollen Abhilfe schaffen.
Mit einer neuen Eisenbahnstrecke will Honduras den Atlantik und den Pazifik miteinander verbinden. Das kündigte Staatspräsidentin Xiomara Castro an. Der Bau soll 15 Jahre dauern, was vor allem an der schwierigen Topografie (Gebirge), Regenwäldern und den Siedlungsgebieten indigener Stämme liegt. Ist das Projekt erfolgreich, könnte es eine Art "Panama-Kanal" des 21. Jahrhunderts sein.
In Mexiko gibt es ähnliche Pläne. Bis Ende des Jahres sollen erste Teilabschnitte eröffnet werden, auch wenn die Infrastruktur bis dahin nicht auf große Gütertransporte ausgelegt sein wird. Nicaragua liebäugelt ebenfalls mit einem solchen Vorhaben, hat bislang aber nichts unternommen. Daneben treiben auch Bolivien und Brasilien eine Bahnstrecke quer durch den Amazonas voran.
Fazit: Angesichts des zunehmenden Welthandels, des Wirtschaftswachstums in Mittel- und Südamerika und wiederholter Staus am Panama-Kanal, sind die Schienenprojekte aussichtsreiche Logistik-Alternativen.