Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1014
Geldpolitik hängt Konjunktur hinterher

Die Zinsen tendieren weiter nach unten

Die Zinsen gehen – wie die Konjunkturerwartungen – auf Tauchstation. Auch das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank rückt in weite Ferne. Das wirkt sich zweifach aus. Einerseits sinken die Kreditkonditionen. Andererseits geht aber auch die Kreditnachfrage zurück. Daraus ergibt sich Verhandlungsspielraum für Unternehmen.

Es geht immer billiger


Die Zinsen gehen heftig auf Tauchstation. Heruntergezogen werden sie vom kräftig wachsenden Konjunkturpessimismus. Rund um den Globus nimmt die konjunkturelle Dynamik ab. Zudem verschärft sich der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter. Hinzu kommen Störfeuer aus dem Weißen Haus in Richtung Mexiko. Auch gegen diesen wichtigen US-Handelspartner hat US-Präsident Donald Trump nun neue Strafzölle angekündigt – obwohl gerade ein Freihandelsabkommen (Stahl und Aluminium) unterzeichnet wurde.
Die Rendite der Staatsanleihen ist wieder bis in lange Laufzeiten negativ. Am kurzen Ende sind die Zinsen leicht gesunken (-0,515% Dreimonatsbereich). Zehnjährige Bundesanleihen rentieren mit -0,21%. Die Zinsstrukturkurve flacht damit deutlich ab und schiebt sich insbesondere am langen Ende nach unten.
Parallel zu den Zinsen ist die Inflationsrate in Deutschland geradezu abgestürzt. Sie fiel laut erster Schätzung von 2,0% auf aktuell noch 1,4% zurück. Das dürfte, so die Erklärung der Statistiker, auf den „Osterfest-Effekt" zurückzuführen sein. Der hatte die Inflation im April etwas angehoben. Die für Mai gemeldete Rate schließt nun wieder an den im März gemessenen Wert (1,3%) an.
Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) rückt somit erneut in weitere Ferne. Wir können auch nicht erkennen, wie die Zinsen angesichts der Konjunkturentwicklung in Richtung 2% steigen könnten – schon gar nicht auf Basis der Kerninflationsrate. Der Lohndruck in Deutschland wird zwar bestehen bleiben. Sein Einfluss auf die europäische Inflationsrate ist aber marginal. Daher wird auch der neue EZB-Präsident, sollte er Jens Weidmann heißen, keine Möglichkeit haben, die Leizinsen anzuheben.
Die niedrigen Kreditzinsen sind somit noch lange Zeit zementiert. Zudem deutet die Entwicklung der Kreditvergabe laut IKB darauf hin, dass die Unternehmen derzeit eher Vorsicht walten lassen. Selbst eine konjunkturelle Beschleunigung dürfte nicht zu einer stürmischen Kreditvergabe führen. Denn die meisten Unternehmen verdienen nach wie vor gut und bauen auch angesichts der akuten Unsicherheit Cash auf. Da der nicht verzinst wird, dürfte diese Cashreserve bei klarer Sicht und Investitionsvorhaben zunächst wieder abgeschmolzen werden.

Fazit 

Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen bleiben äußerst günstig. Die Zinsen bleiben am Boden, am langen Ende stehen sie sogar erneut unter Druck. Die sinkende Kreditnachfrage wird den Wettbewerb der Banken um Neugeschäft mit guten Kunden forcieren. Sie haben bei den Konditionen Verhandlungsspielraum nach unten.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Brückeneinsturz von Baltimore

Hafen von Baltimore wieder geöffnet

Verschwommenes Bild vom Hafen in Baltimore und Bild von einem Sperrschild verlaufen ineinander © Adobe Firefly, KI-generiertes Bild
Der Hafen von Baltimore ist wieder rund um die Uhr geöffnet. Auch größere Schiffe können den wichtigen Umschlagplatz an der Ostküste der USA nun wieder anlaufen.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Partners VermögensManagement AG

Vorschlag der Partners wird als zu leicht befunden

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Die Partners VermögensManagement AG führt sich bei der Stiftung Fliege mit einem ungewöhnlich ausführlichen und persönlich gehaltenen Anschreiben ein, das ein echtes Interesse an dem Mandat erkennen lässt. Der Vermögensverwalter geht bereits hier auf das bestehende Portfolio und den Veränderungsbedarf ein, erläutert Erfahrungen bei Stiftungsmanagement und nachhaltiger Vermögensanlage und garantiert die geforderte Ausschüttung für den Stiftungszweck. Ein toller Auftakt, der auf mehr hoffen lässt
  • Einblick in den «Trusted Wealth Manager 2024»

Wie Oberbanscheidt & Cie. Transparenz und Kundenvertrauen in Vermögensverwaltung fördert

Grafik envato elements, Redaktion Fuchsbriefe
Die Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH mit Sitz in Kleve zeigt sich im neuesten «Trusted Wealth Manager» offen für Transparenz und Kundenkommunikation. Das Unternehmen bekräftigte seine Bereitschaft, Teile des Selbstauskunftsfragebogens zu beantworten, als Ergänzung zum laufenden Monitoring der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, was die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Kunden bildet.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Reform der Ausbildung zum Berufskraftfahrer

Maßnahmen gegen Lkw-Fahrermangel

LKW fährt auf einer Autobahn bei Dämmerung © Tomasz Warszewski / stock.adobe.com
Die Ausbildung zum Berufskraftfahrer wurde vereinfacht. Das macht die Ausbildung schneller, einfacher und für viele leichter. Mittelfristig dürfte sich das positiv auswirken.
  • Fuchs plus
  • Sixt: Hoffen auf EM-Vermietungs-Boom

Sixt-Aktie ist fundamental aussichtsreich

Sixt © Stefan Kiefer / imageBROKER / picture alliance
Wenn zur EM hunderttausende Touristen und Fans in Deutschland unterwegs sind, wird das auch der Autovermieter Sixt spüren. Das Unternehmen erwartet nun nach dem holprigen Jahresstart einen kräftigen Schub.
  • Fuchs plus
  • Gefährlicher Nvidia-Nonsens

EZB geht mit Zinsschritt voran - in die falsche Richtung

NVIDIA Endeavor Building Logo © 2023 NVIDIA Corporation
Die Europäische Zentralbank wird in der nächsten Woche mit einer Zinssenkung vor der US-Notenbank Fed vorangehen. Das wird ein Novum sein - allerdings nur, weil die EZB vor der Fed die Zinsen senkt. Kein Novum ist, dass die EZB wieder die falsche Zinspolitik mache und in die falsche Richtung läuft. Damit wird sie Inflation importieren und die Aktienmärkte in Bewegung setzen.
Zum Seitenanfang