Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1002
Video-Streaming ist eine große Umweltsünde

Digitalwirtschaft mit mieser Öko-Bilanz

Die Digitalwirtschaft löst die Klimaprobleme nicht, sondern verschärft sie massiv. Ihr globaler Stromverbrauch wächst enorm schnell und der CO2-Ausstoß der Branche ist heute schon größer als die Emissionen der zivilen Luftfahrt. Vor allem das Streamen von Videos belastet die Umwelt intensiv.

Der weltweite Boom der Digitalwirtschaft wird zu einem ernsten Klima-Problem. Jedenfalls, wenn man den gängigen Erklärtmustern zur „Klimaklatastrophe" folgt. Denn die Informations- und Kommunikationsindustrie (ITK) wächst und treibt den CO2-Ausstoß kräftig an. Insgesamt liegt der Anteil am CO2-Ausstoß der ITK-Industrie heute bei 3,7%. Der Anteil der zivilen Luftfahrt an den weltweiten CO2-Emissionen liegt dagegen bei 2%. Das hat die französische Denkfabrik „The Shift Project" in einer Studie kalkuliert (LINK). Das Problem aber ist die exponentielle Verbrauchszunahme.
Zwar werden viele Endgeräte immer kleiner und sparsamer. Aber die Verbreitung und Nutzung mobiler Geräte nimmt weltweit rasant zu.
Die Akkus sind einerseits immer leistungsfähiger. Andererseits werden sie heute genauso oft aufgeladen wie im Jahr 2010.

Die Infrastruktur ist ein gewaltiger Energiefresser


Der meiste Strom in der ITK-Branche wird durch die „unsichtbare" Infrastruktur verbraucht. Server, Rechenzentren und Speicherplätze in der Datenwolke (cloud) sind die entscheidenden Großverbraucher und Verursacher der CO2-Emissionen.
Gut 80% der Zunahme des Datenverkehrs gehen auf das Video-Streaming zurück. Es ist die mit Abstand größte Umweltsünde. Videos im Internet schauen benötigt gut 1.500 Mal mehr Energie als die übliche Nutzung mobiler Geräte. Das Ansehen von zehn Minuten Video aus einer Cloud verbraucht damit so viel Strom wie ein Ofen mit 2000 Watt in fünf Minuten auf Hochtouren. Die Ökobilanz der schnell expandierenden Streaming-Anbieter Netflix, Amazon und Co. ist somit tiefrot.

In ein paar Jahrzehnten


Parallel zum Wachstum des Datenverbrauchs (+30% p.a.) steigt der Stromverbrauch (+9% p.a.). Hält das Wachstumstempo von Daten- und Stromverbrauch derart an, wird die digitale Wirtschaft im Jahr 2050 so viel CO2-Emissionen verursachen wie heute alle Autos und Motorräder zusammen (akt. Anteil 8%) – sofern bis dahin aus der Energiewende nicht ein Energiewunder geworden ist, und die Stromerzeugung zu 100% Öko.

 

Weitere Informationen

https://theshiftproject.org/wp-content/uploads/2019/03/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf

Fazit

Wer den gängigen Erklärmustern für die Erderwärmung folgt, muss feststellen: Streaming ist ähnlich schädlich für die Umwelt wie Autofahren und Fliegen. So mancher bloggende Umweltaktivist sollte da ins Grübeln kommen. No Streaming for Future wäre eine Maßnahme.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Problematische Statik des Finanzgebäudes

Rezessionsnachricht drückt den Yen nur kurz

Die erneute Rezession setzt den Yen kurzfristig unter Druck. Doch dieser Druck dürfte bald verfliegen. Die japanischen Währungshüter haben noch weniger Raum für Lockerungen als die Kollegen in den USA oder in der Eurozone.
  • Im Fokus: Unternehmen mit Staatsbeteiligung

Top oder Flop?

Welche Unternehmen mit Staatsbeteiligung sind lukrativ? Copyright: Pixabay
Das Ringen um einen Staatseinstieg bei Lufthansa geht weiter. Doch welche Perspektive haben eigentlich Unternehmen, von denen der Staat einen wesentlichen Anteil hält? Und: Sind diese Aktien ein gutes Investment?
  • Fuchs plus
  • Industriemetall Palladium

Unter Schock

Die Rohstoffmärkte sind bis auf wenige Ausnahmen (Gold) kräftig vom Corona-Fieber geschüttelt. Dau gehört auch Palladium, das vor allem an der Autoindustrie hängt. Eine bis vor Kurzem noch undenkbare Situation steht bevor.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Silber nur mühsam aus dem Kurstal

Preiswertes Silber

Aufgeschichtete Silberbarren. Copyright: Pixabay
Gold ist Krisenwährung. Silber nicht so ganz. Es fungiert auch als wichtiges Industriemetall. Dennoch wird es von Anlegern gern ins Portfolio genommen. Denn im "Falle des Falles" lässt es sich leichter "versilbern" als Gold. Derzeit befindet sich der Kurs in einer besonderen Situation.
  • Fuchs plus
  • Politik schafft neue Unsicherheiten

Der Ölpreis stößt vorläufig an die Decke

Das lief ja gerade wie geschmiert: Nachdem die Abnahme von Öl zeitweise Geld eingebracht hatte (wenn auch nur sehr kurz am Spotmarkt), ging es nun kräftig aufwärts. Doch neben der anziehenden Konjunktur bestimmen plötzlich wieder ganz andere Faktoren die Perspektiven.
  • Fuchs plus
  • Zins- und Währungsprognosen für Juni 2020

Rückenwind für den Euro

Der Euro gewinnt zum Dollar an Stärke, erwarten die von uns befragten Finanzhäuser. Copyright: Picture Alliance
Das Wiederaufbaupaket der EU ist auch an den Devisenmärkten in aller Munde. Allerdings ist es noch nicht in die Vorhersagen eingepreist. Die Richtung, die es den Wechselkursen gibt, wird aber einhellig beurteilt.
Zum Seitenanfang