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Globale Überkapazitäten und Marktabschottung

E-Auto-Crash droht

Elektroautos werden in einer Tiefgarage an einer Ladestation geladen © Wellnhofer Designs / stock.adobe.com
Die Sanktionen der USA gegen chinesische Hersteller treffen die Auto-Industrie des Landes in einer kritischen Phase. Denn sie hat schon mit massiven Absatzproblemen zu kämpfen. Werden die Exportmärkte für chinesische Hersteller nun verschlossen, könnte die Lage kritisch werden. Das wird aber auf die Hersteller in den USA und Europa zurückfallen. Denn es gibt global erhebliche Überkapaziäten. Darum droht ein E-Auto-Crash.

Die Autobranche steht global unter wachsendem Stress und fährt auf einen E-Auto-Crash zu. Denn die neuen US-Zölle auf chinesische E-Autos treffen die Hersteller im Reich der Mitte in einer kritischen Phase.

China wird den Branchen-Stress in den kommenden Monaten wesentlich erhöhen. Das wird allerdings gar nicht an den nun im Reich der Mitte als Vergeltungsmaßnahme debattierten Zöllen (25% auf Auto-Importe) liegen. Vielmehr wird die eigene Marktschwäche global ausstrahlen.  

Finanz-Nöte bei E-Auto-Herstellern in China

Der Markt für chinesische Elektrofahrzeuge sendet bedenkliche Schwäche-Signale. Jüngsten Zahlen der China Passenger Car Association (CPCA) zufolge wurden im ersten Quartal 2024 gut 31% weniger E-Autos verkauft als im Vorquartal. Das ist alarmierend, denn die chinesischen Unternehmen haben massive Preisnachlässe gegeben.

Der Stress bei den chinesischen Herstellern zeigt sich zunehmend in deren Zahlungsmoral. Führende Hersteller von E-Autos wie BYD oder Xpeng bezahlen ihre Lieferanten immer später. BYD (Shenzen), der weltweit größte Hersteller von Elektrofahrzeugen, benötigte 2023 immerhin 275 Tage, um Lieferanten zu bezahlen. 2022 waren es noch 219 Tage und auch schon lange 198 Tage im Jahr 2021. Das zeigen von Bloomberg zusammengestellte Zahlen. Ähnlich ist die Situation bei Nio (Shanghai).  

Zahlungsfristen werden massiv ausgeweitet

Die Zahlungsfristen sind ein wichtiger Indikator für die finanzielle Gesundheit. Ein erheblich verlängerter Zahlungszyklus weist auf Liquiditätsprobleme hin. Diese Einschätzung bestätigt David Zhang, Direktor des WDEF Automotive International Cooperation Research Center in Hangzhou gegenüber unserer Korrespondentin in China. Ihm zufolge verzögern chinesische Anbieter von E-Fahrzeugen ihre Zahlungen vor allem, weil sie die Nachfragerückgänge und den Druck für Preissenkungen zunehmend zu spüren bekommen.

Laut CPCA verkauften Chinas Hersteller im vergangenen Jahr 8,9 Millionen Fahrzeuge (+37% ggü. 2022). Die Marktdynamik hat damit aber deutlich nachgelassen. 2022 waren die Verkäufe gegenüber 2021 um 90% gestiegen. Der aktuelle Absatz wird zudem mit immer größeren Rabatten erkauft, die auf die Rentabilität drücken. Außerdem versucht China massiv, die USA und zunehmend vor allem Europa als Exportmärkte zu erschließen (FB vom 4.3.).

Globale Überkapazitäten

Die globale Produktion von E-Autos übersteigt die Nachfrage um ein Vielfaches. Das ist allerdings besonders massiv in China der Fall, wo inzwischen 40% aller Neuwagen Stromer sind. Der Tritt auf die E-Bremse bei Mercedes ist daher konsequent. In der Branche werden dennoch erhebliches Kapital und Subventionen fehlallokiert.

Fazit: Die Strafzölle der USA und möglicherweise auch von Europa werden China in einer kritischen Phase treffen und Gegen-Zölle auslösen (FB vom 9.5.). Bei zunehmender Marktabschottung dürften die Überkapazitäten schnell virulent werden. Der Druck, die Preise für E-Autos zu senken, wird bei allen Herstellern erheblich zunehmen. Die Produzenten von E-Autos kommen unter Rentabilitäts- und Finanzdruck (FB vom 18.4.). Dem Markt droht ein E-Auto-Crash.
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