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Das Jahr 2022 im Voraus-Blick

Ein Dutzend Trends

2022. Quelle: Pixabay Copyright: Tumisu
Die FUCHSBRIEFE-Redaktion fasst das aus ihrer Sicht wichtigste Dutzend an Trends für das Jahr 2022 zusammen. Einige davon greifen wir in ausführlichen Artikeln noch einmal auf. Und alle Trends werden wir im kommenden Jahr in den laufenden Ausgaben der FUCHSBRIEFE begleiten.
  1. Der Zweikampf der Systeme setzt sich fort: Westliche Demokratie gegen östliche Autokratie. Nach dem Sieg über den Sowjet-Sozialismus muss sich das demokratische System gegenüber dem autokratischen Kapitalismus Chinas durchsetzen.
  2. Die Corona-Pandemie wird endemisch. Neue Varianten des Corona-Virus sind ansteckender, aber weniger gefährlich. Medikamente zur Behandlung von Covid kommen auf den Markt; ebenso verbesserte Antikörperbehandlungen und weitere Impfstoffe.
  3. Reisen wird wieder möglich. Zumindest auf einem Teil des Globus. Ausgenommen bleiben Länder mit Null-Covid-Strategie, darunter China, Hongkong, Australien, Neuseeland. In diesem Jahrzehnt werden Geschäftsreisen und touristische Reisen nicht mehr an den Boom vor Corona anknüpfen können. Stiller Nutznießer ist das Klima.
  4. Die Klimakrise rückt wieder in den Mittelpunkt – zumindest in Europa und den USA. Reden und Handeln stehen weiter in einem deutlichen Missverhältnis. Für die Industriestaaten aber ist der Kampf gegen den Klimawandel ein zentraler Vorwand, weiter an der Verschuldungsschraube zu drehen.
  5. Die Weltwirtschaft erlebt einen Nachhol-Boom. Dieser fällt umso leichter, da im industriellen Unternehmenssektor durch die Pandemie keine schwerwiegenden Schäden zurückbleiben. Als Bremse bleiben die unterbrochenen Lieferketten.
  6. Hybrides Arbeiten setzt sich als Standard durch. Die Tage im Büro werden weniger. Die Immobilienmärkte stellen sich schon darauf ein. Jetzt kommen die Folgen in den Blick: Aufstiegsgerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Vertrauen und Überwachung, Führung, Besteuerung. Hier ist noch vieles offen. Zugleich tut sich eine große neue Spielwiese für Berater auf.
  7. Die Inflation macht weiter Sorgen. Zweitrundeneffekte (Lohnrunden) setzen ein. Der Arbeitskräftemangel nimmt weiter zu, denn Jahr für Jahr gehen jetzt Babyboomer in den Ruhestand. Der Umbau der Energiewirtschaft treibt die Energiepreise weiter an.
  8. Die Notenbanken kämpfen um die Lufthoheit auf den Märkten. Ihre Glaubwürdigkeit steht infrage. Hinzu kommt das Vordringen der Privatwährungen (Kryptowährungen). Das Geldsystem steht möglicherweise vor einem fundamentalen Wandel.
  9. Die Kryptowährungen werden alltagstauglich. Damit wächst ihr Einfluss. Die Notenbanken und nationalen Regulatoren werden versuchen, sie zu domestizieren und gleichzeitig staatlich gelenkte Alternativen auf den Markt zu bringen. Vorreiter ist hier China.
  10. Das traditionelle Bankenwesen kommt immer mehr unter Druck. Einmal bedrängen es spezialisierte FinTechs, zum anderen die BigTechs, die jetzt auf diesen Markt drängen. Sie beherrschen Big Data und werden ganz neue Dienstleistungen – bequem und schnell – anbieten.
  11. Die großen, monopolartigen Tech-Konzerne kommen ebenfalls unter Druck. Sie haben die staatlichen Regulierungsbehörden schon seit Jahren im Nacken. Sie könnten in vorauseilendem gehorsam den Siemens-Weg gehen und sich freiwillig aufspalten. Die Alternative zeigt China auf, dass seine Tech-Firmen wenig zimperlich an die Kandare nimmt.
  12. Der Weltraum wird zivil erschlossen. Touristische Reisen außerhalb der Stratosphäre nehmen zu. China wird seine neue Raumstation fertigstellen.

Fazit: Die 20er Jahre als disruptives Jahrzehnt bieten die Chance Goldene 20er zu werden, bergen aber auch das Risiko dunkle 20er zu werden. Der Mensch hat es in der Hand.

Hinweis: In der Online-Version lesen Sie noch etwas ausführlicher, welche Folgen die einzelnen Trends haben.

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