Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1814
Liberalisierung auf dem Rückzug

Kapitalverkehr: Einschränkungen in China

Peking dreht die Liberalisierung des Kapitalverkehrs zurück - und nimmt keine Rücksicht auf die Interessen internationaler Firmen.
China dreht die Liberalisierung des Kapitalverkehrs zurück – vor allem zum Nachteil von Unternehmen. Insbesondere das Cash-Pooling innerhalb von Firmenverbünden, der Transfer von Gewinnen und auch Dividenden ins Ausland sind davon negativ betroffen. Seit Anfang Dezember werden Auslandsüberweisungen über 5 Mio. US-Dollar besonders streng geprüft. Auch Auslandsinvestitionen chinesischer Unternehmen werden wieder stärker reguliert. Auslöser für die Kehrtwende Pekings sind die anhaltend hohen Kapitalabflüsse aus dem Reich der Mitte. Allein im 3. Quartal haben Unternehmen und Private 207 Mrd. US-Dollar ins Ausland überwiesen, so die Commerzbank. Das ist deutlich mehr, als der Überschuss der Leistungsbilanz ausmacht und zeigt sich in einem zügigen Schrumpfen der chinesischen Devisenreserven. Außerdem steht der Renminbi unter Druck. Das Wendemanöver wurde wie so oft ohne offizielle Ankündigungen oder einklagbare Regeln vollzogen. Anfang Dezember wurden lediglich 20 nationale und internationale Banken von der chinesischen Währungsbehörde (SAFE) nach Shanghai einbestellt und über die künftig geltenden Prinzipien informiert. Es gibt nur mündliche Anweisungen, die teilweise auch unterschiedlich ausgelegt werden. So sollen einige Banken Auslandsüberweisungen bereits ab einer Mio. Dollar prüfen. Das harsche Vorgehen Pekings zeigt, wie schwer es fällt, den Kapitalabzug und die Renminbi-Abwertung zu bremsen. Um den Abfluss aufzuhalten, werden immerhin wissentlich Konflikte mit internationalen Unternehmen in Kauf genommen. Denn diese können nun de facto nicht frei und spontan über ihr Kapital verfügen. Mittel- und langfristig könnte das zu einem Umdenken in Unternehmen führen.

Fazit: Peking zeigt mit seinen aktuellen Maßnahmen, dass es im Zweifel keine Rücksicht auf die Interessen internationaler Firmen nehmen wird. Das könnte den Kapitalabzug mittelfristig sogar forcieren und neue Beschränkungen zur Folge haben, wenn das Vertrauen der Unternehmen in die chinesische Konjunktur und Regierung schwindet.  

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • BW-Bank, TOPS 2022, Beratungsgespräch und Vorauswahl

BW-Bank gibt passende Antworten auf viele Fragen

Wie schlägt sich die BW-Bank im Markttest TOPS 2022? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
"Die Finanzwelt hat eine turbulente Zeit hinter sich – von den Kursschwankungen am Aktienmarkt im Frühjahr 2020 bis hin zum frischen Wind durch Digitalisierung und nachhaltige Geldanlagen. Wie geht es 2021 weiter?“ Diese Frage, die der Kunde auf der Website der BW-Bank liest, treibt ihn selbst um. Wie soll er sein Vermögen ohne Verluste durch weitere Turbulenzen bringen? Expertise für institutionelle Anleger hat die Bank als führender Stiftungsmanager. Doch hilft ihm das auch als Privatkunde?
  • Fuchs plus
  • Ein Korb voll nachhaltiger Titel in einem ETF

57 Energiewende-Aktien in einem Produkt

Ein Korb voll nachhaltiger Titel in einem ETF. Copyright: Picture Alliance
Nicht jeder Anleger setzt bei seiner Vermögensanlage auf Einzeltitel. Wer das Thema "Energiewende" aber dennoch in seinem Portfolio bespielen will, greift am besten zu einem ETF. Wir haben das passende Produkt!
  • Fuchs plus
  • Maisernte hat begonnen

Ernte-Probleme schieben den Mais-Preis an

Maisernte hat begonnen. Copyright: Pixabay
Angebot und Nachfrage suchen beim Mais gerade ein neues Preisgleichgewicht. Einerseits gibt es neue Ernteprognosen der USDA. Auf der anderen Seite hat die Ernte gerade begonnen und nimmt Fahrt auf. In wenigen Wochen wird sich zeigen, wie gut die Ernte wirklich war.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Militärischer Kooperationsvertrag der angelsächsischen Länder

Australien will viel mehr als nur U-Boote

Der so genannte AUKUS-Vertrag zwischen Australien, Großbritannien und den USA sorgt in Expertenkreisen für große Aufmerksamkeit. Denn es geht dabei um wesentlich mehr als nur nuklear angetriebene Unterseeboote.
  • Fuchs plus
  • Wachstum trotz Engpässen

Maschinenbau treibt Konjunktur an

In Deutschland herrscht Datenflaute in der Industrie. Dafür kommen etliche positive Nachrichten aus Europa und anderen Industrieländern. Vor allem zeigt sich konjunkturelle Widerstandskraft gegen die Einflüsse von Corona.
  • Inflation und Nachhaltigkeit - Vom Gezeitenwechsel profitieren

Am 15. Oktober erscheinen die Anlagechancen 2022

Am 15. Oktober erscheinen die Anlagechancen 2022. Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Zwei große Trends werden das Anlagejahr 2022 prägen: die anziehende Inflation und der Anlagetrend Nachhaltigkeit. Beide Impulsgeber verändern die Märkte grundlegend und langfristig. Die FUCHS-Anlagechancen 2022 betrachten beide Themen kombiniert.
Zum Seitenanfang