Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1386
Währungsschwäche macht Börsengewinn zunichte

Argentiniens Wahlen unter schwierigen Vorzeichen

In Argentinien stehen Wahlen bevor. Doch sie stehen unter keinem guten Stern: Präsident Mauricio Macri hat wenig wirtschaftliche Erfolge vorzuweisen. Die Notenbank steht Gewehr bei Fuß. Und dafür gibt es reichlich Gründe.

Argentinien ist vor den Präsidentschaftswahlen in rauhem konjunkturellen Fahrwasser. Die Notenbank stellte kürzlich klar, dass sie mittlerweile wieder über genügend Reserven verfügt, um einen Schwächeanfall des Peso (EUR|ARS 42,8) durch Interventionen zu stoppen. Dieses Risiko wächst mit dem näher rückenden Wahltermin. Denn die ausländischen Geldgeber dürften schnell das Weite suchen, wenn sich eine Rückkehr der peronistischen Opposition in die Regierung abzeichnet. Dann wäre die auf der 56 Mrd. Dollar schweren Kreditlinie des IWF beruhenden Stabilisierung des Peso Geschichte.

Die mit großen Hoffnungen gestartete Regierung von Präsident Mauricio Macri muss sich im Oktober den Wählern stellen. Sie hat keine sichtbaren Erfolge vorzuweisen: Argentiniens Wirtschaft schrumpft wieder. Im 3. Quartal ging das BIP um 3,5% im Jahresvergleich zurück. Die Indikatoren zeigen, dass sich der Abwärtstrend im 4. Quartal eher noch verschärft haben dürfte.

Konjunkturschwäche in sämtlichen Branchen

Die Schwäche geht quer durch die gesamte Volkswirtschaft. Der Einzelhandel brach offenbar um 17% zum Vorjahr ein. In der verarbeitenden Industrie ging es um 12,6% rückwärts. Transport und Kommunikation kamen mit einem Minus von 4,9% jeweils per November zum Vorjahr noch geradezu glimpflich davon.

Das Finanzministerium rechnet „nur" mit einem BIP-Rückgang von etwa 2% für das gesamte Jahr. Unterdessen läuft die Inflation mit einer rechnerischen Jahresrate von 47,6% und einer Monatsrate von 2,6% (per Dezember) kaum gebremst weiter im tiefroten Bereich. Folge: Der nominal beachtliche Anstieg des Merval-Index täuscht: inflationsbereinigt steht der Index im Minus.

Macris peronistische Vorgänger, namentlich die unmittelbar vor ihm regierende Christina Kirchner, haben maßgeblich zu den heutigen Problemen beigetragen. Sie hatten das Land im Gefolge des Defaults von 2001 von den internationalen Märkten isoliert und zugleich durch massive fiskalische Impulse eine starke Inflation hervorgerufen. Die Inflation wurde durch Preis- und Kapitalkontrollen unterdrückt. Der mit Macris Liberalisierung offen hervortretende Inflationsschub brachte den Peso zusätzlich unter Druck. Folglich bringt die Reformpolitik nicht rechtzeitig zum Wahltermin positive Ergebnisse.

Fazit: Wir sehen wenig Chancen für den Peso und argentinische Papiere und raten, dem Markt fern zu bleiben.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Tauwetter nach sechs Jahren Eiszeit

Australien und China wollen wieder miteinander sprechen

Südsee-Atoll. © senaiaksoy / Getty Images / iStock
Den G20-Gipfel wird Australiens Premierminister auch zu offiziellen Gesprächen mit Chinas Präsidenten nutzen. Das ist auch ein Signal an eine dritte Partei, die in der Region um Einfluss buhlt.
  • Fuchs plus
  • Geschäftsreisen nach China mit der AHK

Business-Flüge nach China sind möglich

Bestimmte Businessreisende und Familien können mit der AHK nach China fliegen. Wir nennen Ihnen Bedingungen, Preise und Abflugzeiten.
  • Inhalte, Angebote und Diskussionen

Verlag Fuchsbriefe jetzt auch bei LinkedIn

Icon von LinkedIn auf dem Bildschirm eines Smartphones. © scyther5 / Getty Images / iStock
Mit unserer erweiterten Social Media Präsenz erreichen Sie die FUCHSBRIEFE jetzt auch bei LinkedIn.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • CO2-Ausstoß wird öffentlich

Der Klimapranger kommt

Eine neue Webseite zeigt die CO2-Emissionen einzelner Unternehmen an. Derzeit sind 80.000 Firmen weltweit auf dem Radar. In Deutschland werden bislang große und energieintensive Unternehmen erfasst. In Zukunft wird die Webseite aber immer mehr Unternehmen beinhalten.
  • Fuchs plus
  • Bauprojekt nicht zu lange aufschieben

Baugenehmigung kann erlöschen

Eine Baugenehmigung ist eine sichere Bank. Aber sie gilt nicht ewig lang. Das musste eine Bauherrin jetzt in einem Verfahren lernen und akzeptieren, dass ihre Baugenehmigung wieder verfallen ist.
  • Fuchs plus
  • Geschäftsreisen nach China mit der AHK

Business-Flüge nach China sind möglich

Bestimmte Businessreisende und Familien können mit der AHK nach China fliegen. Wir nennen Ihnen Bedingungen, Preise und Abflugzeiten.
Zum Seitenanfang