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Währungsschwäche macht Börsengewinn zunichte

Argentiniens Wahlen unter schwierigen Vorzeichen

In Argentinien stehen Wahlen bevor. Doch sie stehen unter keinem guten Stern: Präsident Mauricio Macri hat wenig wirtschaftliche Erfolge vorzuweisen. Die Notenbank steht Gewehr bei Fuß. Und dafür gibt es reichlich Gründe.

Argentinien ist vor den Präsidentschaftswahlen in rauhem konjunkturellen Fahrwasser. Die Notenbank stellte kürzlich klar, dass sie mittlerweile wieder über genügend Reserven verfügt, um einen Schwächeanfall des Peso (EUR|ARS 42,8) durch Interventionen zu stoppen. Dieses Risiko wächst mit dem näher rückenden Wahltermin. Denn die ausländischen Geldgeber dürften schnell das Weite suchen, wenn sich eine Rückkehr der peronistischen Opposition in die Regierung abzeichnet. Dann wäre die auf der 56 Mrd. Dollar schweren Kreditlinie des IWF beruhenden Stabilisierung des Peso Geschichte.

Die mit großen Hoffnungen gestartete Regierung von Präsident Mauricio Macri muss sich im Oktober den Wählern stellen. Sie hat keine sichtbaren Erfolge vorzuweisen: Argentiniens Wirtschaft schrumpft wieder. Im 3. Quartal ging das BIP um 3,5% im Jahresvergleich zurück. Die Indikatoren zeigen, dass sich der Abwärtstrend im 4. Quartal eher noch verschärft haben dürfte.

Konjunkturschwäche in sämtlichen Branchen

Die Schwäche geht quer durch die gesamte Volkswirtschaft. Der Einzelhandel brach offenbar um 17% zum Vorjahr ein. In der verarbeitenden Industrie ging es um 12,6% rückwärts. Transport und Kommunikation kamen mit einem Minus von 4,9% jeweils per November zum Vorjahr noch geradezu glimpflich davon.

Das Finanzministerium rechnet „nur" mit einem BIP-Rückgang von etwa 2% für das gesamte Jahr. Unterdessen läuft die Inflation mit einer rechnerischen Jahresrate von 47,6% und einer Monatsrate von 2,6% (per Dezember) kaum gebremst weiter im tiefroten Bereich. Folge: Der nominal beachtliche Anstieg des Merval-Index täuscht: inflationsbereinigt steht der Index im Minus.

Macris peronistische Vorgänger, namentlich die unmittelbar vor ihm regierende Christina Kirchner, haben maßgeblich zu den heutigen Problemen beigetragen. Sie hatten das Land im Gefolge des Defaults von 2001 von den internationalen Märkten isoliert und zugleich durch massive fiskalische Impulse eine starke Inflation hervorgerufen. Die Inflation wurde durch Preis- und Kapitalkontrollen unterdrückt. Der mit Macris Liberalisierung offen hervortretende Inflationsschub brachte den Peso zusätzlich unter Druck. Folglich bringt die Reformpolitik nicht rechtzeitig zum Wahltermin positive Ergebnisse.

Fazit: Wir sehen wenig Chancen für den Peso und argentinische Papiere und raten, dem Markt fern zu bleiben.

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