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Eindeutige Überbewertung der britischen Währung

Das Pfund ist eine heiße Kartoffel

Der Lack der britischen Wirtschaft blättert im Zuge des Brexits. Copyright: Pixabay
Der Markt setzt darauf, dass Großbritannien nicht zum 29.3. aus der EU austritt. Das ist mutig. Noch mutiger sind die langfristigen Spekulationen der Märkte auf die Robustheit der britischen Wirtschaft.

Das Pfund wird deutlich über der Kaufkraft-Parität zum Euro bewertet. Die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer ist sich sicher, dass es keinen harten Brexit geben wird. Das ist sehr mutig. Denn bislang ist der Austrittstermin 29.3. unverändert festgeschrieben – sowohl nach britischem als auch nach EU-Recht. Eine Verlängerung der Zweijahresfrist wird am Markt als sicher eingepreist. Obwohl nicht nur das Londoner Parlament, sondern sämtliche 27 EU-Staaten zustimmen müssen. Das aber ist längst nicht gesichert.

Damit ist das Pfund eine ziemlich heiße Kartoffel geworden. Es sind alle Chancen voll eingepreist und die Risiken weitgehend ausgeblendet. Daher ist bei den aktuellen Kursen das Risiko, die Fallhöhe, um mindestens den Faktor 10 größer als die Chance; selbst wenn man nur sehr kurzfristig unmittelbar auf die Entscheidung über den konkreten Austritt spekuliert. Auf längere Sicht machen sich die Schwächen wie die jämmerliche Produktivität in UK (schwächer als Italien) und das überproportionale Defizit der Leistungsbilanz negativ bemerkbar.

Fazit: Das Pfund meiden wir soweit möglich. Ansonsten mit den derzeit günstigen Puts absichern. Die Bedingungen der britischen Wirtschaft werden sich auf jeden Fall verschlechtern. Es gibt keine Brexit-Dividende.

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