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Philippinen schalten wirtschaftlich einen Gang hoch

Philippinischer Peso im Aufwind

Hafen von Manila. © Joseph Oropel / stock.adobe.com
Feuern auf allen Zylindern. Attraktive Standortbedingungen für ausländisches Kapital, volle Auftragsbücher und der ausgelastete Servicesektor sorgen für einen boomenden Konsum. Die gut ausgebildete junge Gesellschaft des südostasiatischen Inselstaats hat eine solide langfristige Perspektive. Davon profitiert auch die Währung.

Die Philippinen schalten wirtschaftlich einen Gang hoch. Trotz einer Abschwächung des BIP-Wachstums im vierten Quartal 2022 auf +7,2% legte das BIP im Gesamtjahr um 7,6% zu (2021 nur 5,7%). Der widerstandsfähige Konsum und das Wachstum im Service- und Industriesektor übertrafen die Erwartungen. Mit mehr als 420 Mrd. USD Gesamtwertschöpfung entfallen im Durchschnitt 3.800 USD pro Jahr auf jeden Einwohner. Hier gibt es noch deutliches Entwicklungspotenzial für die Zukunft.

Dafür spricht auch die Demografie. Der Inselstaat im Pazifischen Ozean verfügt über eine relativ junge Gesellschaft. Der Median der 110 Mio. Einwohner zählenden Bevölkerung liegt unter 26 Jahren. Das dürfte aufgrund der relativ hohen Fertilitätsrate von 2,5 (2020) so bleiben. Schätzungen zufolge wächst die Bevölkerung weiter um jährlich 2 Mio. Filipinos pro Jahr. Viele von ihnen verlassen jedoch ihr Land und arbeiten unter anderem in den USA oder in Saudi Arabien. Sie unterstützen von dort ihre Familien mit ihren Löhnen und Gehältern. Etwa 9% der Bevölkerung sorgen mit ihren Überweisungen für knapp 10% der Wirtschaftsleistung.

Wettbewerbsstark, mit nachlassender Inflationsdynamik

Das Land ist ein interessanter Unternehmensstandort. Die im internationalen Vergleich niedrigen Gehälter sowie die guten Englischkenntnisse und Schulbildung machen die Philippinen vor allem für die Auslagerung von Dienstleistungen wie Callcenter, Softwareentwicklung und Buchhaltung zu einem attraktiven Standort. Auch der Tourismus spielt nach Jahren der Restriktionen wieder eine wichtige Rolle vor allem auch getrieben durch die Lockerung in China.

Die Inflation kletterte im Dezember mit 8,1% auf ein neues 14-Jahres-Hoch. Die Dynamik des Anstiegs ließ jedoch nach. Der Jahresdurchschnitt liegt mit 5,8% dennoch deutlich über dem Notenbankziel (2 bis 4%). Die Währungshüter reagierten mit aggressiven Zinserhöhungen, zuletzt im Dezember um 50 Basispunkte auf 5,5%. Für den Rest des Jahres sieht die Zentralbank ein Abflauen der Inflation.

Der Peso zieht an

Der Peso zeigt die in diesem Umfeld deutlich Stärke. Gegenüber dem Euro brach der Peso seinen kurzfristigen Abwärtstrend. Auch gegenüber dem Greenback tendiert der Peso seit Oktober dynamisch fester. Um vom Peso-Anstieg zu profitieren, kommen neben Anleihen auch Aktien und ETFs in Frage. 

Dividendenjäger finden mit dem ADR auf Philippine Long Distance Telephone Company (WKN A2APXA) ein attraktives Dividendenpapier. Mit einem KGV von unter 11 bietet das Unternehmen eine Rendite von 6,8%. Ein diversifiziertes Investment macht der ETF von Xtrackers auf den MSCI Philippines (WKN DBX0H9) möglich. Der thesaurierende und vollständig replizierte Fonds hat eine Gesamtkostenquote von 0,65%. Für Zinssammler offeriert die EBRD mit ihrer bis 18. April 2027 laufenden Anleihe (WKN A3KXBT) eine Rendite von knapp 4%.

Fazit: Die Aussichten für weiter anziehende Peso-Notierungen sind gut. Neben der nachlassenden Inflationsdynamik dürften Wachstum und Zuflüsse ausländischer Investorengelder für Auftrieb sorgen.
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