Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1473
Deutschland – schwächere Konjunktur zeigt Standortschwächen

Probleme im Standortwettbewerb

Die schwächelnde Konjunktur führt zu schärferen Auseinandersetzungen zwischen Wirtschaft und Politik. Denn Wirtschaftsforschungsinstitute und -verbände betonen nun wieder stärker die Schwächen des Standorts Deutschland. Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Infrastruktur.

Die Auseinandersetzungen zwischen Politik und Wirtschaft werden wieder schärfer. Lange Zeit sah die Wirtschaft wegen des hohen Wachstums über die Schwächen des Standorts Deutschlands weg.

Mit der sich abschwächenden Konjunktur betonen Wirtschaftsinstitute und Verbände die Probleme. Einer Umfrage des IW zufolge sehen sich 68% der Unternehmen durch mangelhafte Infrastruktur regelmäßig, 16% sogar deutlich beeinträchtigt. Besonders mangelhaft werden Straßen und Kommunikationsnetze beurteilt.

Zahlen des ifo-Instituts bestätigen den Befund. Die Bruttoinvestitionen des Staates liegen seit Ende der 90er Jahre nur geringfügig über den Abschreibungen. Bei den Gemeinden seit 2002 sogar darunter, ihr Inventar verschleißt. Die gestiegenen Investitionen in den Straßenbau der letzten Jahre bedeuten nur einen leichten Anstieg, während ihr Anteil am BIP seit den 90er Jahren stark gesunken ist.

Die Politik scheut Investitionen

Die Politik ist immer noch in der Gegenrichtung unterwegs: Sie vergrößert den Sozialstaat. Aktuell fließen 50% der Bundesausgaben in den  Sozialbereich. Durch die geplante Rentenreform, die Beiträge deckeln und das Rentenniveau nach unten absichern soll, entstehen neue steuerfinanzierte Sozialausgaben die von 4 Mrd. Euro im Jahr 2019 ansteigen werden. Auch bei den Kommunen stieg der Anteil der Sozialausgaben in den letzten Jahren stark an. 1990 lag er noch bei 27%, zuletzt bei knapp 42% der Gesamtausgaben.

Deutschland ist für den Standortwettbewerb schlecht gerüstet. Die USA locken Investoren mit einem kürzlich gesenkten Steuersatz für Unternehmen und niedrigen Energiekosten, Frankreich mit recht guter Infrastruktur und verfügbaren Arbeitskräften. Demgegenüber hat Deutschland nicht nur in der Infrastruktur einen Rückstand. In anderen OECD-Staaten entfallen im Schnitt auf den Bildungsbereich (9,5% des Haushalts in D; 11,5% im OECD-Schnitt) und öffentliche Forschung und Entwicklung (D 0,42% des BIP; OECD 0,7%) ein wesentlich höherer Anteil ihrer Ausgaben.

Fazit:

Trotz noch gutem Wirtschaftswachstum investiert Deutschland zu wenig in Infrastruktur, Bildung und Forschung. Das ist die Bürde fürs kommende Jahrzehnt. 

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Das weite Feld im Stiftungsmanagement 2022

Fruchtbare und trockene Böden

Feld im Sonnenuntergang. (c) picture alliance / Zoonar | Olena Mykhaylova
Wer es nicht in die Endrunde, den Beauty Contest, schafft, findet sich automatisch im weiten Feld wieder. Doch dies trägt seine Bezeichnung nicht umsonst. Hier finden sich durchaus fruchtbare Bereiche in denen Qualität sprießt. Und trockene, ausgelaugte Boden, auf denen wenig, bis nichts wachsen und gedeihen kann.
  • Fuchs plus
  • Rezessionsängste drücken den Preis

Ist die Party der Öl-Förderer vorbei?

Symbolbild Öl-Förderung. © Petrovich12 / stock.adobe.com
Ein Gespenst geht um in der Weltwirtschaft - das Gespenst der Rezession. Immer wenn dieses leicht abgewandelte Zitat von Karl Marx gilt, ist der Ölpreis der Leidtragende. Aber wer genau hinsieht merkt schnell, dass nicht so heiß gegessen wie gekocht wird.
  • Fuchs plus
  • FUCHS-Depot vom 23.06.2022

Abkühlung in doppelter Hinsicht

Abwärtstrend an den Börsen. © SusanneB / iStock
Die Börsen geben nach und auch das FUCHS-Depot entzieht sich dem allgemeinen Trend nicht. Infolgedessen verlässt ein Titel das Depot. Den Gewinn reinvestieren wir prompt in ein spanisches "Abkühlungs-Unternehmen".
Neueste Artikel
  • Fuchs trifft Pferdchen, Der Geld-Podcast, Teil 5

Warum Finanzplanung so wichtig ist

Geldtipp-Podcast. ©SpringerNature
Geldtipp – Pferdchen trifft Fuchs. Stefanie Burgmaier, das Pferdchen und verantwortlich für das Wissensportal springerprofessional.de, und Ralf Vielhaber, der Fuchs und Herausgeber der Fuchsbriefe, sprechen über wichtige Themen rund ums Geld, diesmal: Warum Finanzplanung so wichtig ist.
  • Fuchs plus
  • Banken-Prognosen für den Devisenmarkt

Viele Unsicherheiten, wenig Gemeinsamkeiten

Geldscheine diverser Währungen. © Markus Mainka / Fotolia
In den volkswirtschaftlichen Abteilungen der Banken gehen die Einschätzungen zur Zins- und Devisenentwicklung weit auseinander. Das große Fragezeichen ist, wie gut sich die US-Konjunktur wird halten können.
  • Fuchs plus
  • FUCHS-Devisenprognose im Juli 2022

Wie weit geht die Fed?

Würfel mit Abbildung Euro und Dollar. (c) picture alliance / Zoonar | DesignIt
Wie weit geht die Fed und wie schnell? Diese beiden Fragen bewegen die Finanzmärkte. Mit den Antworten ist verbunden, ob die US-Konjunktur in eine Rezession rutschen wird. Immer mehr Beobachter rechnen nun damit. Unser Szenario ist das schon länger, aber dennoch haben wir die Zinsentwicklung unterschätzt. Wir passen einige Prognosen an.
Zum Seitenanfang