Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1368
Deutschland – schwächere Konjunktur zeigt Standortschwächen

Probleme im Standortwettbewerb

Die schwächelnde Konjunktur führt zu schärferen Auseinandersetzungen zwischen Wirtschaft und Politik. Denn Wirtschaftsforschungsinstitute und -verbände betonen nun wieder stärker die Schwächen des Standorts Deutschland. Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Infrastruktur.

Die Auseinandersetzungen zwischen Politik und Wirtschaft werden wieder schärfer. Lange Zeit sah die Wirtschaft wegen des hohen Wachstums über die Schwächen des Standorts Deutschlands weg.

Mit der sich abschwächenden Konjunktur betonen Wirtschaftsinstitute und Verbände die Probleme. Einer Umfrage des IW zufolge sehen sich 68% der Unternehmen durch mangelhafte Infrastruktur regelmäßig, 16% sogar deutlich beeinträchtigt. Besonders mangelhaft werden Straßen und Kommunikationsnetze beurteilt.

Zahlen des ifo-Instituts bestätigen den Befund. Die Bruttoinvestitionen des Staates liegen seit Ende der 90er Jahre nur geringfügig über den Abschreibungen. Bei den Gemeinden seit 2002 sogar darunter, ihr Inventar verschleißt. Die gestiegenen Investitionen in den Straßenbau der letzten Jahre bedeuten nur einen leichten Anstieg, während ihr Anteil am BIP seit den 90er Jahren stark gesunken ist.

Die Politik scheut Investitionen

Die Politik ist immer noch in der Gegenrichtung unterwegs: Sie vergrößert den Sozialstaat. Aktuell fließen 50% der Bundesausgaben in den  Sozialbereich. Durch die geplante Rentenreform, die Beiträge deckeln und das Rentenniveau nach unten absichern soll, entstehen neue steuerfinanzierte Sozialausgaben die von 4 Mrd. Euro im Jahr 2019 ansteigen werden. Auch bei den Kommunen stieg der Anteil der Sozialausgaben in den letzten Jahren stark an. 1990 lag er noch bei 27%, zuletzt bei knapp 42% der Gesamtausgaben.

Deutschland ist für den Standortwettbewerb schlecht gerüstet. Die USA locken Investoren mit einem kürzlich gesenkten Steuersatz für Unternehmen und niedrigen Energiekosten, Frankreich mit recht guter Infrastruktur und verfügbaren Arbeitskräften. Demgegenüber hat Deutschland nicht nur in der Infrastruktur einen Rückstand. In anderen OECD-Staaten entfallen im Schnitt auf den Bildungsbereich (9,5% des Haushalts in D; 11,5% im OECD-Schnitt) und öffentliche Forschung und Entwicklung (D 0,42% des BIP; OECD 0,7%) ein wesentlich höherer Anteil ihrer Ausgaben.

Fazit:

Trotz noch gutem Wirtschaftswachstum investiert Deutschland zu wenig in Infrastruktur, Bildung und Forschung. Das ist die Bürde fürs kommende Jahrzehnt. 

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Berufstätige haben nicht viel Zeit

Geld zurück für verschobene Fortbildung

Leerer Seminarraum mit Stühlen und großer Fensterfront. Copyright: Pixabay
Gutscheine für verschobene Konzerte, Theater oder Fußballspiele müssen Ticketkäufer akzeptieren, so will es das Gesetz zur ‚Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie für Freizeitveranstaltungen‘. Für Events im beruflichen Kontext wie Fortbildungen, Seminare, Fachmessen und Kongresse gelten dagegen andere Spielregeln.
  • Fuchs plus
  • Japan fährt eine erfolgreiche Corona-Strategie

Omikron kann Yen nichts anhaben

Mehrere Banknoten japanischer Yen. Copyright: Pixabay
Japan setzt bei seiner Omikron-Strategie auf Härte. Der asiatische Inselstaat schließt seine Grenzen - die Zahl der Neuinfektionen ist verschwindend gering. Gleichzeitig erschweren Grenzschließungen den Handel. Welcher Faktor wiegt schwerer für den Yen?
  • Fuchs plus
  • TOPS 2022: Brandschutzmauer fürs Vermögen

Globalance Bank setzt nachhaltig auf Gold

Hand hält eine grüne Erde. Symbolbild Nachhaltigkeit. Copyright: Pixabay
Die Globalance Bank ist auf das Engste mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ liiert. Verkörpert wird dieses durch ihren CEO Reto Ringger, der vor zehn Jahren die Schweizer Bank gegründet hat. Globalance greift im Unterschied zu vielen Banken auf einen eigenen Nachhaltigkeitsfilter – der sog. Footprint-Methodik – zurück. Doch das erneut sehr gute Abschneiden in diesem Jahr zeigt, dass die junge Bank ihren Kunden nicht nur „Nachhaltigkeit“ zu bieten hat.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Ukraine bekommt Unterstützung

Frisches Geld für Kiew

Kirche in Kiew, Ukraine. Copyright: Pixabay
Der IWF hat die seit dem letzten Jahr ausstehende zweite Tranche aus dem Beistandsabkommen für die Ukraine freigegeben. Damit erhält die Kiewer Regierung nicht nur frisches Geld aus Washington sondern auch frischen Kredit an anderer Stelle.
  • Fuchs plus
  • Wie geht es weiter mit der Türkischen Lira

Gewinnen mit Erdogan

Türkische Flagge weht vor der Küste von Istanbul. Copyright: Pexels
Der türkische Präsident Erdogan sorgt für einen stabilen Abwärtstrend der Lira. Der hat bereits zu Interventionen geführt. Da der Absturz dank Erdogan weiter geht, rücken weitere Maßnahmen in den Bereich des Möglichen, die Anleger und in der Türkei tätige Unternehmen im Blick haben müssen.
  • Fuchs plus
  • Japan fährt eine erfolgreiche Corona-Strategie

Omikron kann Yen nichts anhaben

Mehrere Banknoten japanischer Yen. Copyright: Pixabay
Japan setzt bei seiner Omikron-Strategie auf Härte. Der asiatische Inselstaat schließt seine Grenzen - die Zahl der Neuinfektionen ist verschwindend gering. Gleichzeitig erschweren Grenzschließungen den Handel. Welcher Faktor wiegt schwerer für den Yen?
Zum Seitenanfang