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Editorial

An der Börse läuft es gerade wie bei Tom und Jerry

Stefan Ziermann. Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Zu Beginn des zweiten Quartals herrscht enorm große Euphorie an den Börsen. Neue Rekorde werden gefeiert, die Aktien-Prognosen nach oben gezogen. Ich kann dem nur noch mit wachsenden Bauchschmerzen folgen und sehe zunehmend viele Alarmsignale. Und ganz unweigerlich muss ich bei den aktuellen Märkten an Tom und Jerry denken und was passiert, wenn sich die Bulldogge Spike mit ins Getümmel stürzt...
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, 
wenn ich derzeit mit Anlegern, Vermögensverwaltern und professionellen Investoren rede, dann höre ich immer wieder drei Sätze zur Markteinschätzung. Die Bandbreite der Meinungen reicht von "So kann es weitergehen!" über "Kann das so weitergehen?" bis hin zu "So kann das doch nicht weitergehen!". Und für alle drei Ansichten sprechen diverse gute Gründe.

Diesmal ist alles anders?

Allerdings - das lehrt mich meine jahrelange Erfahrung an den Finanzmärkten - gilt es immer dann besonders vorsichtig zu werden, wenn "zu viel des Guten" am Markt gibt und eine wachsende Zahl von Risiken nicht mehr wahrgenommen wird. Brenzlig wird es, wenn Risiken "wegdiskutiert" werden und es heißt, dass "diesmal alles anders" ist. Genau dieses Gefühl beschleicht mich derzeit.

Es scheint nur noch positive Botschaften zu geben. Die Konjunktur läuft, der Trend ist intakt, die Liquidität bleibt hoch. Tageszeitungen berichten von Bankumfragen, die alle neue Kursrekorde erwarten. Es kommen viele neue Kleinanleger in den Markt. Börsengänge boomen. Sogar neue Vehikel - SPACS, also Börsenmäntel - kommen mit Milliardenbewertungen an den Markt. 

Die Anzeichen verdichten sich

All diese Botschaften können auch anders gelesen werden. Konjunktur ist eingepreist, der Trend läuft schon lange und wird immer steiler, die Liquidität könnte auch verknappt werden. Kleinanleger-Scharen sind oft die letzten, die auf einen rasenden Börsenzug aufspringen. Neue intransparente Vehikel mit denen viel Geld eingesammelt wird waren oft ein Endzeit-Phänomen bei Kursrallys. 

Und es gibt handfeste Risiken: Steigende Zinsen bringen die Währungen in Wallung und Emerging Markets unter Druck. In der Türkei gibt es Unruhe am Finanzmarkt. Die jüngste Hedgefonds-Pleite war nur eine Randnotiz an den Märkten. Auch die Pleite der Greenshill-Bank. Soll das alles egal sein, ist diesmal alles anders? Ich denke nein. Es wird bisher nur ignoriert.

Ich muss bei der aktuellen Börse an Tom und Jerry denken. Es ist, als wäre Tom auf der Flucht vor der Bulldogge Spike und jagd eine Fahnenstange hoch. Die ist zwar längst zu Ende, aber Tom klettert eifrig weiter. Doch irgendwann merkt er, dass er in der Luft hängt... Ich wünsche Ihnen angenehme Ostern und bleiben Sie wachsam im zweiten Börsenquartal. Ihr Stefan Ziermann P.S.: Ausführlichere Versionen aller Beiträge finden Sie unter www.fuchsbriefe.de

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