Nachhaltige Fonds haben einen Kosten- und Performance-Vorteil
Nachhaltige Fonds sind günstiger und liefern mehr Rendite als konventionelle Fondsprodukte. Das ermittelt die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA). Die Jahresgebühr für nachhaltige Aktienfonds lag demzufolge durchschnittlich bei 1,3%, die für Fonds ohne ESG-Berücksichtigung bei 2,0%. Ähnliches gilt für Mischfonds. Allerdings seien ESG-ETFs mit durchschnittlich 0,6% Gebühren teurer als konventionelle mit 0,4%.
Auch hinsichtlich der Performance haben ESG-Fonds die Nase vorn. Grüne Aktienfonds erwirtschafteten in den Jahren 2018 bis 2021 durchschnittlich eine Rendite von 15,6%, konventionelle lediglich 12,8%. Bei Mischfonds legen die Ökofondsmanager mit 6,9% über denen der konventionellen mit 5,5%. Lediglich bei den Rentenfonds ziehen die ESG-Anleger mit 1,7% gegenüber 2,8% den Kürzeren.
Prognose für 2022
Manko der Erhebung: Die Daten stammen allesamt noch aus 2021. Angesichts des allgemein anziehenden Preisniveaus dürften sich auch die Fondsgebühren verteuern. FUCHSBRIEFE schätzen aber, dass sich am Kostenunterschied zwischen nachhaltigen und konventionellen Produkten wenig ändern wird. Die starken Mittelzuflüsse in nachhaltige Fonds 2022 (FB vom 02.01.2023) sprechen eher für eine weitere Spreizung.
Fraglicher ist das schon bei der Performance. Hier litt die Wertentwicklung vieler ESG-Fonds am oft hohen Anteil von Technologie-Unternehmen, die sich 2022 vergleichsweise schlecht schlugen. Konventionelle Produkte profitierten hingegen vom Revival der fossilen Brennstoffe und von der Hausse der Rüstungsaktien. Im langfristigen Verlauf dürfte 2022 damit aber eher die Ausnahme als die Regel darstellen.