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Autoindustrie

Arbeitsplätze: Elektro-Autos sorgen für Wandel

Der Elektroantrieb bei Autos könnte sich schneller durchsetzen als erwartet. Das gefährdet Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie.
Deutschland muss durch den wachsenden Marktanteil von Elektro-Autos mit deutlichen Arbeitsplatzverlusten rechnen. Grund: Für die Elektromotorproduktion werden nur ein Siebtel bis ein Zehntel der Mitarbeiter benötigt, die zur Produktion eines Verbrennungsmotors gebraucht werden. Außerdem benötigen Elektromotoren keine bzw. nur sehr einfache Getriebe. Laut IG Metall ist ein Drittel aller Arbeitsplätze in der Autoindustrie dem Antriebsstrang zuzurechnen. Dies waren 2015 etwa 264.000 Arbeitsplätze. Wenn ein Siebtel der Arbeitsplätze bei einer vollständigen Umstellung auf Elektroantrieb erhalten bleibt, sind dies etwa 38.000 Mitarbeiter. Von den Arbeitsplätzen der Autoindustrie sind aufgrund der hohen Investitionen und hoher Gehälter, die in der Branche gezahlt werden, 1,2 weitere Arbeitsplätze abhängig. Dies bedeutet, dass insgesamt knapp eine halbe Million Arbeitsplätze durch die Elektromobilität in Gefahr sind. Der Elektroantrieb könnte weit schneller zum dominierenden Antrieb werden, als derzeit vielfach vermutet. Die Politik treibt weltweit die Entwicklung voran. So will China den Herstellern ab 2018 eine E-Auto-Produktionsquote vorschreiben. Das Land hat inzwischen eine riesige Markt- und damit Durchsetzungsmacht. Die nach dem Dieselskandal verschärften Messvorgaben der EU setzen die Autoindustrie unter Druck, die E-Auto-Produktion zu erhöhen. Nur so können die Hersteller die ab 2020 gültige durchschnittliche Flottenemissionsquote von 95g CO2 einhalten. Sinken die Batteriepreise weiter, ist das Elektroauto für den Verbraucher bald sogar die günstigere Alternative. Studien rechnen damit, dass in den Jahren 2020 bis 2024 die TCO über fünf Jahre gerechnet bei E-Autos und jenen mit Verbrennungsmotor gleich sein werden. Die TCO oder Total Costs of Ownership beinhaltet alle Kosten, die durch das Auto entstehen, also Anschaffung, Sprit und Reparatur. Bei weiter sinkenden Batteriepreisen verkürzt sich die Zeit, über die das Auto gehalten werden muss, um mit den Kosten des Verbrenners gleichzuziehen. Die deutschen Hersteller forcieren inzwischen selbst die Entwicklung von E-Autos. Sie wollen nicht zu Getriebenen der Marktveränderungen werden. Bis 2023 wollen alle Hersteller eigene Elektroauto-Baureihen vorstellen. Sie erwarten, dass der Elektroantrieb bis 2025 einen wesentlichen Marktanteil erreicht – der VDA rechnet mit 15 bis 25%, VW sogar mit 30%.

Fazit: Der Elektroantrieb wird in den nächsten sieben bis neun Jahren einen signifikanten Marktanteil erreichen. Danach könnte er recht schnell zum dominierenden Antrieb werden. In Deutschlands Leitindustrie sind damit über 200.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

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