Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1041
Wirtschaftspolitik der Bundesregierung

Mittelstand chancenlos

Die zweite Hälfte der Legislaturperiode wird keine verbesserte Politik zugunsten des Mittelstands bringen. Hoffnungen darauf sind nicht begründet.
Die Bilanz der Mittelstandspolitik der Bundesregierung wird sich in der zweiten Halbzeit der Legislatur nicht verbessern. Die Analyse des BDI für die ersten zwei Jahre von CDU/CSU und SPD: „Die Große Koalition hat viel für den Mittelstand angekündigt, aber bislang wenig für ihn getan.“ Dabei bleibt es auch bis 2017. Die Wirtschaftsverbände hoffen nun auf Minister Sigmar Gabriel (SPD). Der will beim Mittelstandsgipfel im Mai 2016 eine positive Bilanz des „Aktionsprogramms Zukunft Mittelstand“ vom Juli 2015 ziehen. Dessen Ziele waren: Gründungen und Unternehmensnachfolge erleichtern, Digitalisierung vorantreiben, Unternehmensfinanzierung verbessern, Fachkräftebedarf sichern und Bürokratielasten reduzieren. Diese Ziele sind natürlich aller Ehren wert. Doch ihre konkrete Umsetzung ist bisher kaum erfolgt und wird auch nicht wie gewünscht erfolgen. Dafür ist die verbleibende Zeit zu kurz. Weitergehende Forderungen des BDI haben sogar noch weniger Chancen. So gehört zur aktuellen Agenda nicht einmal mehr die Standardforderung nach Steuervereinfachung. Steuerentlastungen stehen nicht auf der Tagesordnung, obwohl sie – wie eine Verkürzung der Abschreibungsfristen – angesichts der üppig fließenden Steuereinnahmen finanzierbar wären. Das vom BDI angemahnte umfassende Konzept zur Energiewende wird ebenfalls nicht kommen. Die geht nicht schneller und unbürokratischer voran als bisher. Auch bleiben Fragen wie die steuerliche Behandlung von produziertem Eigenstrom noch ungeklärt. Hinzu kommt: Nachdem die Verbraucher durch die Braunkohle-Vorratsentscheidung belastet werden, ist eine Schonung der Wirtschaft für einen SPD-Minister nicht durchsetzbar. Auch die vom BDI geforderte Verbesserung der Infrastruktur wird bis zum Ende der Legislatur nicht erfolgen. Der Industrieverband spricht von einer erheblichen strukturellen Unterfinanzierung des Verkehrssektors. Dies steht in einer erheblichen Diskrepanz zu den angestrebten Verbesserungen. Wie diese beiden Seiten zusammen zu bringen sind, solle die Politik erst einmal vorrechnen.

Fazit: Papier ist geduldig und verträgt viele politische Ankündigungen. Allerdings sind den vielen Worten „pro Mittelstand“ bisher nur wenige Taten gefolgt. Das wird sich bis zur Bundestagswahl 2017 kaum ändern.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Sigma Bank | TOPS 2020: Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung

Gut gedacht, aber nicht immer gut gemacht

Für die Sigmabank reicht es zu einem Gut in der Gesamtwertung. © Grafik: Verlag FUCHSBRIEFE
Die Sigma-Bank, ehemals die Private Banking-Abteilung der Volksbank Liechtenstein, kann gut und verständlich argumentieren. Das ist für wenig erfahrene Anleger sehr angenehm. Auch formal leistet sie gute Arbeit, etwa, in dem sie konsequent detaillierte Protokolle anfertigt und die Kundenrückmeldung sucht. Leider verschenkt sie dann aber in der konkreten Portfoliozusammenstellung deutlich Punkte.
  • Fuchs plus
  • Capitell Vermögens-Management AG | TOPS 2020: Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung

Wichtige Standards verfehlt

Die Vermögensmanager von Capitell sind der Gesamtsicht befriedigend. Vermögensstrategie und Portfolioqualität hängen zurück. © Grafik: Verlag FUCHSBRIEFE
Bei Capitell hat uns das Beratungsgespräch vom deutlichen Mehrwert gegenüber dem Robo Advisor überzeugt. Im Anlagevorschlag sehen wir ebenfalls manches, was das Haus definitiv besser macht als der Algorithmus, insbesondere das Thema Nachhaltigkeit. Dafür stolpern wir über manch anderen Punkt und sehen entscheidende Marktstandards nicht erfüllt, was auch dazu führt, dass wichtige Fragen bei uns offen bleiben.
  • Fuchs plus
  • Zahlungsanspruch wird zu Kredit

Pflichtteilsverzicht mit Auflagen kann steuerlich ins Auge gehen

Der Verzicht auf den Pflichtteil beim Erbe gegen Geldzahlung ist nicht so selten. Und steuerlich kein Problem. Was aber, wenn die Geldzahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt und obendrein verzinst wird? Damit hatten sich jetzt Deutschlands oberste Finanzrichter zu beschäftigen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Wechselkursausblick für die Woche vom 24.01.2020 bis 31.01.2020

Währungen in der Seitwärtsrange

Die Währungspaare verlaufen weiter in engen Seitwärtsbändern. Agile Trader müssen hier sehr genau Ein- und Ausstiegspunkte ausmachen. Langfristige Anleger beobachten und halten die Füße still.
  • Fuchs plus
  • Berichte der regionalen Notenbanken der USA

Dollar unbewegt im konjunkturellen Mittelmaß

Der US-Präsident verfährt stets nach dem Motto: Wenn mich sonst schon keiner lobt, dann tue wenigstens ich es. So hat er es auch in Davos gehalten und von der US-Wirtschaft geschwärmt. Da ist ein Blick auf Zahlen und Indizes zur Wahrheitsfindung nützlich.
Zum Seitenanfang