Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2003
Kuhhandel ums Bundespräsidentenamt

Parteien: Weichenstellung für die Bundestagswahl

Präsidentschaftskandidat Steinmeier | © Getty
Die CDU hat nicht um das Amt des Bundespräsidenten gekämpft, das nun SPD-Mann Steinmeier bekommt. Das gefällt vielen in der Union nicht.
Die Große Koalition stellt die Weichen auf Fortsetzung nach der Bundestagswahl. Die gemeinsame Nominierung von SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist ein Signal. Sie ist aus Angela Merkels Not geboren, keinen geeigneten CDUler als Kandidaten für das Amt motivieren zu können. Daneben gibt es die wachsende Furcht vor dem, was in Europa noch droht. Erst der Brexit, jetzt der Trump-Sieg, in Kürze womöglich das Ende der Renzi-Regierung in Italien und Austrittsforderungen aus dem Euro; in den Niederlanden ein Wahlsieg von Geert Wilders Partei für die Freiheit und in Frankreich eine Präsidentin Marine le Pen. Dann noch Rot-Rot-Grün in Deutschland, und das Führungschaos in Europa wäre perfekt. Zwar legte die CDU noch nie großen Wert auf das Bundespräsidentenamt. Konrad Adenauer selbst hatte es herabgesetzt, indem er 1959 die bereits nach dem Amt ausgestreckte Hand wieder zurückzog, als ihm die tatsächliche politische Bedeutungslosigkeit klar wurde. Agrarminister Heinrich Lübke (CDU) übernahm damals. Aber die Union gibt mit dem Amt auch den Anspruch auf die geistig-moralische Führung in dieser Republik auf. Für die SPD ist es ein Danaer-Geschenk. Denn Steinmeier ist fleischgewordene Große Koalition. Eine geistige Wende in Richtung Rot-Rot-Grün kann der beliebte SPD-Politiker nicht glaubhaft vollziehen. Er bindet die SPD weltanschaulich an die Union. Das Paket ist ein typischer parteipolitischer Kuhhandel. Frank-Walter Steinmeier wird Bundespräsident und macht damit Platz für Martin Schulz (SPD), der Außenminister wird. Damit kann die CSU mit Manfred Weber den Vorsitz im Europaparlament übernehmen. Für die Union bleibt die (erneute) Kanzlerschaft Merkels. So sicher die CDU daran glaubt, dass sie mit Merkel 2017 erneut stärkste Fraktion wird, so gut weiß sie, dass deren beste Zeit vorbei ist. Die Kanzlerin hat personalpolitisch viel verbrannte Erde hinterlassen. Deshalb findet sich auch kein Kandidat für das Bundespräsidentenamt. Sie alle fühlen sich fallen gelassen: Die Ex-Präsidenten Horst Köhler und Christian Wulff ebenso, wie die kurz als Amtsanwärterin gehandelte Ursula von der Leyen. Nicht zu vergessen die Parteifreunde Friedrich Merz, Roland Koch, Norbert Röttgen, zuletzt Wolfgang Bosbach, die Merkels Politik nicht mehr mittragen woll(t)en.

Fazit: Die Kanzlerin hat mit Steinmeiers Nominierung aus der Not eine Tugend gemacht. Dennoch wirkt sie immer mehr wie eine Politikerin, über die die Zeit hinweggegangen ist. So wie Helmut Kohl 1994.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bayerische Vermögen GmbH in der Ausschreibung

Die Bayerische Vermögen lässt zu viele Fragen offen

Thumb Stiftungsvermögen 2024. © Collage: verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envator elements
Die Bayerische Vermögen gibt sich selbstbewusst. „Gibt es eine Formel für erfolgreiche Geldanlage?" Nicht alle Daten seien einfach abzurufen und müssten erst einmal ins rechte Verhältnis zueinander gesetzt werden. "Diesen Mehrwert bietet unsere Premium-Vermögensverwaltung und kann daher für jeden Privatanleger geeignet sein.“ Nun ist die Stiftung Fliege kein Privatanleger und hat besondere Anfordrungen. Wir sind also gespannt, was der Vorschlag zu bieten hat.
  • Fuchs trifft Pferdchen, Der Geldtipp-Podcast, Teil 34

Unsere internationalen Aktien fürs Leben

Geldtipp-Podcast. ©SpringerNature
Nach den deutschen Dauerläufern stellen Pferdchen und Fuchs in der 34. Folge des Geldtipp-Podcasts die internationalen Aktien vor, die langfristig in ein ausgewogenes Depot gehören. Sie diskutieren, wie sich die Auswahlkriterien für ausländische und für heimische Titel unterscheiden.
  • Was sind die Fuchsbriefe? - In 2 Minuten erklärt

Fuchsbriefe Scribblevideo mehr als 213.000 Mal gesehen

© Verlag FUCHSBRIEFE
Hammer: Unser Scribble-Erklärvideo zum Fuchsbrief wurde inzwischen mehr als 200.000-mal angeschaut – genau waren es am 29. Februar 213.318 Abrufe. Hochgeladen hatten wir den gezeichneten Film vor 8 Monaten. Somit ergeben sich 26665 Abrufe pro Monat oder 889 pro Tag. Darauf sind wir stolz! Der Film wurde gezeichnet vom Team um Carsten Müller und dauert 02:21 Minuten. Worum geht es?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Siemens Energy

Starke Zahlen und Rekord-Aufträge

Siemens Energy ist auf gutem Wege. Das zeigen die jüngsten Zahlen an. Viele Unternehmensteile machen gute Umsätze und stattliche Gewinne. Das schlägt sich auch an der Börse nieder.
  • Fuchs plus
  • Plug Power

Kostensenkungsprogramm und Wasserstoff-Verkauf

Plug Power hat sich verhoben. Die Zahl der Projekte und Investitionen war zu hoch. Nun tritt das Unternehmen an verschiedenen Stellen auf die Kostenbremse. Gut ist in dem Umfeld, dass Plug mit der Produktion und dem Verkauf von Wasserstoff für seine Partner begonnen hat.
  • Fuchs plus
  • Editorial

BMW fährt auf Wasserstoff ab

BMW und Airbus verstärken ihre Bemühungen, Antriebslösungen mit Wasserstoff zu entwickeln. Der Autobauer aus Bayern setzt jetzt voll auf Wasserstoff, hat mit dem iX5 einen Pkw am Start, sieht dafür aber die aussichtsreichsten Märkte nicht in Deutschland oder Europa. Dennoch ist die Marschroute klar.
Zum Seitenanfang