Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1917
Regional differenzierte Preisbildung angestrebt

Großbritannien plant Strommarktreform

Hochspannungsmast. © Tobias O. / panthermedia.net
In der EU, in Deutschland und in Großbritannien werden Lösungen gesucht, die Strommärkte zu reformieren. Dabei geht es immer darum, die Erzeugung und die Nachfrage besser in Einklang zu bringen. In Großbritannien nehmen ersten Modelle dazu nun konkrete Formen an. Unser FUCHSBRIEFE-Korrespondent berichtet aus London.

Der britische Regulator für die Energiewirtschaft (Ofgem) prüft Pläne, ein regional differenziertes Preissystem für den  Strommarkt einzuführen. Das soll helfen, die Stromerzeugung bis zum Jahr 2035 zu "dekarbonisieren". Im Mittelpunkt der Diskussion steht wie in den EU-Debatten das Vorhaben, die regionalen Strompreise den regionalen Erzeugungskosten anzupassen. 

Derzeit werden in UK zwei Systeme diskutiert. Beide sehen eine starke regionale Differenzierung der Strompreise vor. Die Preise sollen dabei den regionalen Erzeugungskosten angepasst werden. Das würde zu erheblichen Preisunterschieden führen und könnte massive Unternehmensverlagerungen auf der Insel auslösen.  

Zwei Preissysteme stehen zur Diskussion

Das erste Preissystem würde das Land in sieben Preiszonen gliedern. Die würden im Norden mit Schottland beginnen und im Süden mit dem Großraum London enden. Schottland hätte aufgrund der nahezu idealen Windverhältnisse die mit weitem Abstand geringsten Erzeugungskosten und damit dann auch die niedrigsten Strompreise. London bildete das Gegenstück und wäre bei den Erzeugungskosten und Preisen das teuerste regionale Gebiet. Die Erwartung ist, dass energieintensive Industrien dann nach Schottland ziehen könnten. Umgekehrt wäre Südengland angesichts der hohen Preise ein nahezu ideal attraktiver Standort für neue Windturbinen oder Solaranlagen.

Das zweite Preissystem würde noch viel feiner regional differenzieren. Demnach könnten die Preise sogar von Stadt zu Stadt oder von Landkreis zu Landkreis variieren. Insgesamt sind in dem Fall 850 Strompreis-Gebiete vorgesehen. Auch hier wäre Schottland für die dort gelegen Orte der preisgünstigste Standort im Lande. Allerdings wären die Preisübergänge regional "fließender" und regional viel kleiner. 

Erzeugung und Nachfrage sollen besser zusammenpassen

Der Vorteil beider Systeme liegt darin, dass die Netzbetreiber künftig geringere Transportkosten (Infrastruktur) haben werden. Denn sie werden die Stromerzeugung regional stärker der Nachfrage anpassen. Überkapazitäten werden in dem System unwirtschaftlicher, die Stromerzeugung in Hochpreisregionen attraktiver. Das dürfte Angebot und Nachfrage perspektivisch ausgleichen. Allein National Grid hat es im vorigen Jahr 1,9 Mrd. Pfund gekostet, Windturbinen wegen zu hoher Produktion, die nicht abgenommen werden konnte, abzuschalten. 

Fazit: Großbritannien hat ähnliche Pläne für eine Strommarktreform wie die EU und Deutschland. Während die Reform in Deutschland erst 2027 überhaupt denkbar ist (FB vom 15.06.) könnte das Thema in UK schon 2024 umgesetzt werden. Diese Einschätzung hören wir von unserem Korrespondenten aus London.
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Deutsches Weininstitut kürt Weingastronomien

Deutsche Weine an besonderen Locations

Weinflaschen mit Korken. © MmeEmil / Getty Images / iStock
Gerade zum Jahresausklang beginnt die Suchen nach guten Locations für Weihnachtsfeiern oder Neujahrsfeste. Wer ganz besonders gute Weingastronomien sucht, kann sich jetzt an den vom Deutschen Weininstitut gekürten Siegern orientieren. FUCHSBRIEFE stellt die Gewinner vor.
  • Deutsche Privatbank auf Rang 1 im Markttest TOPS 2024

Weberbank auf Rang 1 im Private-Banking-Markttest TOPS 2024

Die besten Vermögensmanager im deutschsprachigen Raum 2024 stehen fest. © envato elements, Verlag Fuchsbriefe
Insgesamt 9 Anbieter mit sehr guter Gesamtleistung; Digitale Beratungsformen auf dem Vormarsch; Nachhaltigkeit in der Flaute
  • Fuchs plus
  • Die Ausgezeichneten in TOPS 2024

Neunmal Gold und sechsmal Silber

© Kristina Ratobilska / Getty Images / iStock
Wir wollen es nicht gleich eine Zeitenwende nennen. Aber im Private Banking im deutschsprachigen Raum zeichnet sich eine sichtliche Veränderung ab: keine Verschiebung, jedoch eine Angleichung der Kräfteverhältnisse auf Länderebene. Das spricht für gesunden Wettbewerb in einem beinahe identischen europäischen Rechtsrahmen. Und für mehr Auswahl auf Kundenseite.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Chinas Deflation und die Auswirkungen auf unsere Preise

Wie lange profitiert der Westen von importierter Deflation?

Aufgestapelte Container, linker Stapel mit chinesischer Flagge, rechter mit US-Flagge. © narvikk / Getty Images / iStock
Die Preisentwicklung in den USA und im Euroraum hängt maßgeblich von der konjunkturellen Entwicklung Chinas ab. Der Rückgang der Preissteigerungsraten in den vergangenen Monaten liegt zu einem Gutteil an „importierter Deflation“. Davon werden beide Währungsräume voraussichtlich auch 2024 profitieren. Doch auf mittlere Sicht ist Vorsicht geboten. Das Pendel dürfte zurückschlagen.
  • Fuchs plus
  • Der Anlagevorschlag in TOPS 2024

Lackmustest für die Beratung

Der Anlagevorschlag ist der Lackmustest jeder Beratung. Er zeigt, ob der Kunde richtig verstanden wurde, ob dessen zentrale Wünsche vom Berater korrekt erfasst worden sind und ob sie passgenau umgesetzt werden. Hier hat es in diesem Jahr oftmals gehapert.
  • Fuchs plus
  • Chancen in der unterbewerteten Krone

Norges Bank hat noch Handlungsbedarf

Banknoten, 200 Norwegische Kronen. © Norges Bank
Anleger, die nach einer aussichtsreichen Anlagewährung Ausschau halten, sehen sich die Norwegische Krone an. Denn die Inflationsrate, die Konjunkturdaten und sogar die Lachs-Preise liefern eine interessante Indikation, meint FUCHS-Devisen.
Zum Seitenanfang