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Die Kandidierenden für die französischen Präsidentschaftswahlen bringen sich in Stellung

Wahlkampf um den Élysée-Palast nimmt Fahrt auf

Die französische Flagge weht im Wind. Copyright: Pexels
In Frankreich stehen im April kommenden Jahres die Präsidentschaftswahlen an. Ein halbes Jahr vor der Wahl beginnt das Schaulaufen der Kandidierenden. Wir stellen Ihnen die aussichtsreichsten Anwärter vor.

Am 10. April 2022 finden in Frankreich die Präsidentschaftswahlen statt und die Kandidierenden bringen sich in Stellung. Amtsinhaber Emmanuel Macron stellt sich mit seiner liberalen Partei La République en Marche zur Wiederwahl. In Umfragen kommen er und seine Partei derzeit auf 23,7%.

Aussichtsreichste Gegenkandidatin ist wohl Marine Le Pen vom Rassemblement National (RN). Mit 22,8% in Umfragen leistet sie sich mit Macron ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Le Pen hatte ihre rechte Partei zuletzt auf einen bürgerlich-moderaten Kurs eingeschworen, wird aber derzeit von rechts unter Druck gesetzt, etwa vom islamfeindlichen Autor Éric Zemmour, der sich gerade einer überaus steigenden Beliebtheit unter RN-Anhängern erfreut. Auch eine Kandidatur Zemmours ist denkbar. Diese wird von Jean-Marie Le Pen – Marine Le Pens in Ungnade gefallenen Vater – unterstützt. Sollte es dazu kommen, könnte diese den RN erheblich zusetzen.

Übrige Parteien setzen auf unverhofft kommt oft

Dass das Spitzenpersonal der übrigen Parteien in die Stichwahl einzieht, ist unwahrscheinlich. Überraschungspotenzial haben lediglich die Republikaner. Die wissen aber noch immer nicht, wer für sie ins Präsidentschafts-Rennen geschickt wird. Die Parteimitglieder sollen am 4.12. zwischen fünf Kandidierenden wählen. Als mit am aussichtsreichsten wird die Kandidatur von Michel Barnier, Brexit-Chefunterhändler und ehemaliger EU-Kommissar gesehen. Umfragen sehen die konservative Partei bei 12,6%.

Von linkspopulistischer, EU-skeptischer Seite tritt Jean-Luc Mélenchon an. Mit 10,4% und schlechten persönlichen Beliebtheitswerten ist mit ihm aber nicht zu rechnen. Die französischen Sozialisten schicken die beliebte Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo ins Rennen. Ihr Parteifreund François Hollande war immerhin noch Amtsvorgänger von Macron. Doch mehr als Außenseiterchancen sind derzeit nicht zu erwarten. Ihre Partei steht allerdings gerade einmal bei 6,4%.

Viele Franzosen fühlen sich keiner großen Partei verbunden

Auch die französischen Grünen werden mit 7,1% in den derzeitigen Umfragen wohl keine Rolle spielen. Die Zustimmung zu den sonstigen Parteien beläuft sich auf 17% - auch das ein Zeichen für die politische Zerrissenheit der Grande Nation.

Fazit: Es läuft weiterhin alles auf eine Stichwahl zwischen Macron und Le Pen hinaus – die Macron aller Voraussicht nach gewinnen dürfte. Maximal von den Republikanern ist derzeit ein Überraschungs-Erfolg zu erwarten. Die französische Linke liegt am Boden.

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