Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
685
Großbritannien | Brexit-Verhandlungen

Irland mischt Positionsfindung auf

Jetzt mischt die Regierung des EU-Landes Irland die Positionsfindung auf. Veradkars wichtigstes Motiv ist die kritische Grenzfrage zwischen Irland und dem britischen Nordirland.
In der britischen Regierung ist ein heftiger Grabenkrieg um die Brexit-Verhandlungen ausgebrochen. Von einer einheitlichen Position kann längst nicht mehr die Rede sein. Insbesondere die internen Auseinandersetzungen über den Umgang mit den vielen Ausländern im Lande spitzt sich zu. Jetzt mischt die Regierung des EU-Landes Irland die Positionsfindung auf. Der irische Premierminister Leo Varadkar, ein Kind asiatischer Einwanderer in Irland, hat just offengelegt, dass es in UK inzwischen eine feste Allianz von Schottland und Wales zum Verbleib in der EU gibt. Schottlands Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon hatte das stets angestrebt. Offenbar zieht Carwyn Jones, Ministerpräsident von Wales, nun aber am gleichen Strick und strebt einen Verbleib in der EU an. Das hören wir von unserem Korrespondenten aus UK. Irlands Premier will in Brüssel alles dafür tun, die “Tür zum Verbleib in der EU offen“ zu halten. Konkret will er, dass UK wenigstens in der Zollunion und im Gemeinsamen Markt bleiben. Falls das nicht möglich ist, will Veradkar sich dafür einsetzen, dass es ein neues Vertragswerk zwischen Brüssel und London gibt, das im Kern auf dieses politische Ziel hinausläuft. Veradkars wichtigstes Motiv ist die kritische Grenzfrage zwischen Irland und dem britischen Nordirland. Nach einem Brexit wird dort die Grenze zwischen EU und UK verlaufen. Dann müssten scharfe Grenzkontrollen erfolgen, die Freizügigkeit kontrolliert werden. Viele Beobachter fürchten, dass es in beiden irischen Regionen dann zu einem schnellen Aufflammen der alten militanten Konflikte kommen wird. Das wollen Dublin und London in jeden Fall verhindern. Darum wird im Kabinett von Theresa May mit allen Mitteln um die Deutungshoheit in der Frage der Freizügigkeit gerungen. Schatzkanzler Phil Hammond hatte vorige Woche erklärt, dass der freie Personenverkehr zwischen EU und Großbritannien nach dem EU-Austritt im Frühjahr 2019 wenigstens noch drei Jahre voll gesichert sei. Liam Fox, einer der mit Brexit-Aufgaben betrauten Minister hielt am Wochenende scharf dagegen. Er betonte: Davon könne nicht die Rede sein. Nordirland hält unbeirrt an seinem Brexit-Ziel fest. Die DUP, die stärkste Partei Nordirlands, ist Koalitionspartner der britischen Premierministerin Theresa May und sei absolut nicht gesprächsbereit. Das sichert die Macht von May. Nur dank der Koalition mit der DUP hat sie eine ganz kleine Mehrheit im Unterhaus. Schottland und Wales versuchen, gegen May zu mobilisieren und die Regierung zum Kurswechsel zu zwingen. Dabei stützen sie sich auf die Abgeordneten der schottischen Nationalpartei (SNP) und auf die Labour Party. Sie hoffen auf deren Stimmen in Brexit-relevanten Abstimmungen. May soll so gezwungen werden, einen weichen Brexit zu verhandeln.

Fazit: Der Druck auf May wächst weiter. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es einen „soft brexit“ gibt. Würde May plötzlich gestürzt, hätte Schatzkanzler Hammond die besten Chancen, die Nachfolge anzutreten. Er träte klar für eine weiche Lösung ein.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • In aller Kürze

Eigentümerliste ohne Email

Verwalter von Wohnungsteigentümer-Gemeinschaften müssen auf Verlangen von Eigentümern bestimmte Daten herausgeben. Doch welche?
  • Fuchs plus
  • Liechtensteinische Landesbank AG, TOPS 2020: Beratungsgespräch

Modern und flexibel

Die Liechtensteinische Landesbank konnte im Beratungsgespräch überzeugen. Copyright: Verlag FUCHSBRIEFE
Im konservativen Private Banking hat der Einsatz technischer Hilfsmittel noch immer Seltenheitswert. Bei der LLB treffen wir auf zwei junge, hochmotivierte Berater, die ihre Themen mithilfe von Powerpoint und Bildschirm gut zu veranschaulichen wissen. Auch ein digitales Tool zur Bestimmung des Anlegertyps zeigt, dass das Haus im digitalen Zeitalter angekommen ist. Im Beratungsprozess sehen wir kundenorientiertes und auf unsere Situation abgestimmtes Private Banking mit flexiblen Ideen zur Integration unserer verschiedenen Ziele. Hier würden wir unser Geld durchaus anlegen.
  • Fuchs plus
  • Rechtschreibreform hat großes Durcheinander verursacht

Ich will mein „daß“ zurück

Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber © Verlag Fuchsbriefe
Die Rechtschreibreform von 1996 sollte der Vereinfachung dienen. Mehr als 20 Jahre danach lässt sich festhalten: Sie hat vorwiegend zu Regellosigkeit geführt. In zahlreichen Fällen sind heute Schreibvarianten erlaubt. Nur beim dass nicht. Dabei wäre es hier besonders angebracht, findet FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Kupfer ist der Konjunktur voraus

Die Auswirkungen des Handelskriegs werden spürbar

Kupfer gilt als guter Vorlaufindikator zur Bewertung der Weltkonjunktur. Seine aktuelle Schwäche ist daher nicht nur schlecht für Kupfer-Investoren, sondern ein Warnzeichen für die globale Ökonomie. Entscheidend wird sein, ob er seine Unterstützungen hält oder ob er sie reißt.
  • Fuchs plus
  • Ernteschätzungen aus den USA haben den Mais-Preis nach unten getrieben

Jetzt beim Mais auf die Lauer legen

Die Ernteprognosen sind besser ausgefallen als erwartet. Cpyright: Pixabay
Beim Agrarrohstoff Mais bricht der Preis ein. Die Ernteprognosen fallen optimistischer aus als zuletzt erwartet. Doch Investoren sollten nun eine andere Entwicklung im Blick haben. Wir prognostizieren, wo der Preisverfall sein Ende finden wird.
Zum Seitenanfang