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justTrade: Trading oder doch eher Lotto?

Anbieter mit Humor

© Verlag Fuchsbriefe
justTrade ist seit 2019 am Markt und hat immer noch Humor. Das bemerken wir schon beim ersten Blick auf die Webseite, aber auch an anderer Stelle. Zwischenzeitlich fragen wir uns, ob der Anbieter ein ernst zu nehmender Geschäftspartner ist.

Dienstleistungsangebot

justTrade mit Sitz in Frankfurt/M. ist seit Oktober 2019 am Markt. Der Online-Broker ist ein neuer Service der Sutor Bank, der in Kooperation mit dem FinTech JT Technologies GmbH den kostenfreien Wertpapierhandel in Deutschland anbietet. Kunden von justTrade können online Aktien, Zertifikate, ETFs und ETCs sowie Optionsscheine und Hebelprodukte handeln. Auch der Handel von Kryptowährungen ist möglich.

Erstkontakt

Auf seiner Homepage empfängt uns justTrade mit einem für den Wertpapierhandel eher unüblichen Bild. Ein bärtiger Mensch mit Sonnenbrille und Huhn auf dem Kopf schaut auf sein Smartphone und handelt offenbar Wertpapiere oder checkt die Börsenkurse. So ganz genau wissen wir das nicht - und werden aus dem Bild nicht schlau. Soll es bedeuten, dass uns eine bunte Feder wächst, wenn wir bei justTrade aktiv werden? Oder haben wir dann eine Ei auf dem Kopf? Wir kommen mit dieser Bildsprache nicht so ganz klar. Über dem Bild schwebt noch der Slogan: „Mach deinen Trade. Der Rest ist egal.“ Nun, ganz so sehen wir das nicht - und Trading ist in unseren Augen auch nicht unbedingt ein Lottospiel. Aber vielleicht hat justTrade das Gefühl, dass es so ist - und zugleich die Bank ist, die ja bekanntlich immer gewinnt...

Der Neobroker wirbt natürlich prominent mit 0,00 Euro Ordergebühr - zzgl. marktüblicher Spreads. Anleger, die das lesen, können also verstehen, wo die Gebühren "stecken". Aber die meisten Kunden von Neobrokern wissen das ohnehin nicht - und es ist ihnen, so unsere Erfahrung - auch völlig egal. Kostenlos traden, das zieht. Darüber hinaus bekommen wir einen Ersteindruck über das Handels- und Dienstleistungsangebot. Interessant dabei: Krypto- und Wertpapierhandel sind bei justTrade mit nur einem Depot möglich. Der Button zur Depoteröffnung ist immer im Blickfeld. Wir melden uns an. 

Kontoeröffnung

Bei der Kontoeröffnung haben wir zunächst ein paar Schwierigkeiten. Zwar sind die entsprechenden Datenfelder zügig ausgefüllt. Doch das Video-Identverfahren gestaltet sich alles andere als reibungslos. Zunächst erscheint die Meldung: „Warten auf freien Mitarbeiter“ - leider ohne einen Hinweis, wie lange wir möglicherweise warten müssen. Dann kommt nach 45 Minuten (wer hätte so lange wie wir ausgeharrt?) endlich die Meldung: „Das kann bis zu zwei Minuten dauern“. Ok, der Anbieter hat einen gewissen Humor - allerdings nicht unseren. Entnervt brechen wir den Ident-Vorgang jetzt doch ab - und versuchen es am nächsten Tag erneut. 

Produktangebot

Neuer Tag, neues Glück. Diesmal läuft es wie am Schnürchen. Die ausgefüllten Unterlagen erhalten wir bequem per Email. Die Nachricht über die Freischaltung unseres neuen Depots erreicht uns ebenfalls prompt und per Mail.
Bei justTrade können wir nun mehr als 8.000 Aktien, über 1.500 ETFs und ETCs sowie mehr als 500.000 Zertifikate, Optionsscheine und Hebelprodukte handeln. Für den Handel bietet uns der Broker die Handelsplätze LS Exchange (Lang & Schwarz) und Quotrix an. Daneben können wir bei vier Direkthandelspartnern (Citi, Societe Generale, UBS und Vontobel) traden. „Echte“ Börsenplätze wie Xetra oder Frankfurt oder gar Auslandsbörsen hat justTrade nicht im Angebot. Auch wer Fonds, Sparpläne oder Futures und Optionen sucht – wird hier nicht fündig. Dafür ist der Handel extrem kostengünstig, denn justTrade berechnet für den Aktienhandel über LS Exchange oder Quotrix keine Gebühren. Einige Derivate sind sogar ohne Spread für 0,00 Euro Ordergebühr handelbar. Das ist vor allem für kleinere Orders interessant. 

Neben klassischen Wertpapieren können wir bei justTrade auch mehr als 20 Kryptowährungen gebührenfrei handeln. Diese werden bei dem deutschen Bankhaus von der Heydt verwahrt. Der Spread für die gängigsten Kryptos liegt zwischen 0,60 und 0,80%.

Plattform

Die Handelsplattform lässt sich bequem über den Webbrowser oder das Smartphone öffnen. Auf einen Blick bekommen wir unseren Konto- & Depotbestand angezeigt. Daneben informiert uns der Broker über unsere Performance. Wichtige Märkte (DAX, Dow, Gold, EURUSD, usw.) werden ebenfalls direkt auf der Startseite angezeigt. Hier bekommen wir indikative Kurse von Citi bzw. LS Exchange und erhalten so einen guten Marktüberblick. 

Auch Charts werden angezeigt – diese dienen jedoch nur der besseren Übersicht. Charttechnische Auswertungen können wir hier nicht vornehmen.  Über ein Suchfeld können wir mittels WKN, ISIN, Name oder Krypto direkt nach einem Handelsinstrument suchen und dann bequem eine Order einstellen. Damit beschränkt sich die Handelsplattform auf das Wesentliche und dürfte vor allem für Börseneinsteiger ausreichend sein.

Fazit: Handel für 0,00 Euro ohne Mindestordergröße - dieses Angebot sucht aus Kostensicht seinesgleichen. Allerdings ist der Handel nur an zwei Marktplätzen möglich, Kunden somit auf die gestellten Spreads und die Ausführung dieser Handelspartner angewiesen. Das ist aus unserer Sicht ein Manko. Negativ ist für uns auch die Mindestordergebühr von 500 Euro und der Negativzins von 0,5% für Guthaben ab 5.000 Euro.
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