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Frankfurter Bankgesellschaft (Deutschland) AG, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Gut, aber mit Fragezeichen

Die Frankfurter Bankgesellschaft hat es in die Endauswahl geschafft.
Die Frankfurter Bankgesellschaft stellt ihre Solidität und ihren werterhaltenden Investmentansatz auf ihrer Website sehr gut und anschaulich dar. Die Informationen für Stifter fallen ausführlicher aus als bei vielen anderen Banken. Und der Vorschlag für die Kreuzberger Kindestiftung ist durchaus ordentlich – allerdings gibt es Fragezeichen.

Die Frankfurter Bankgesellschaft informiert in ihrem Webauftritt schon recht ausführlich über ihre Dienstleistungen für Stiftungen und Stifter. Das ist keineswegs überall so zu finden. Für Interessenten, die Fragen rund um das Thema Stiftungen haben, bietet sie ein Erstgespräch an. Diejenigen, die sich bereits für die Errichtung einer Stiftung entschieden haben, begleitet sie bei diesem Projekt – von der Entwicklung eines tragfähigen Konzepts über die Erstellung einer Satzung bis zur Anerkennung der Stiftung.

Auch Stiftungen, die mit anderen gemeinnützigen Institutionen kooperieren oder neue Netzwerke knüpfen möchten bzw. weitere detaillierte Informationen von Experten für ihre Stiftungsarbeit benötigen, stellt die Bank ihr Netzwerk zur Verfügung. Sie informiert zudem in exklusiven Veranstaltungen über stiftungsspezifische Themen.

Dienstleistungen gut erklärt


Über die Alternative zu einer eigenen Stiftung - wie Zustiftungen zu bereits bestehenden Stiftungen – können sich Kunden bei der Frankfurter Bankgesellschaft gleichfalls informieren.

Zu den Dienstleistungen gehört zudem die Übernahme von administrativen Aufgaben, wie Buchhaltung, Jahresberichte und Vermögensverwaltung. Ein professioneller Verwalter, wird erklärt, entlastet die Stiftungsvorstände, damit sie sich ihren eigentlichen Aufgaben widmen können.

Darüber hinaus werden qualifizierte Rechts- und Steuerberater aus dem Expertennetzwerk der Bank zur Verfügung gestellt, um bei speziellen Fragestellungen etwa im Rahmen der Nachfolge- oder Testamentsgestaltung optimal unterstützen zu können. Das alles ist zwar nichts Neues, es wird aber sehr einfühlsam und kundenbezogen erklärt

Meist zehn Jahre Erfahrung und mehr


Ein Mitarbeiter der Frankfurter Bankgesellschaft ist ausschließlich mit dem Stiftungsmanagement befasst, sechs weitere haben in ihrer Tätigkeit einen Schwerpunkt – neben anderen – bei Stiftungen, sonstigen gemeinnützigen und kirchlichen Kunden. Dabei handelt es sich überwiegend um Berater mit mehr als zehn Jahren Erfahrung mit Stiftungskunden. Die zuständige Direktorin für Stiftungsmanagement kann sogar mit 18 Jahren Stiftungserfahrung aufwarten.

In den letzten fünf Jahren hat die Bank ihre Expertise im Bereich Nachhaltigkeit auch im Stiftungsbereich stark ausgebaut, ist zu erfahren. Es wurde zum Beispiel in Mitarbeiter mit spezieller Expertise sowie in umfassendes Research investiert. Über den unmittelbaren Zugriff auf die Datenbanken der Frankfurter Firma Sustainalytics, die sich auf die Analyse und Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen und Ländern spezialisier hat – ließen sich Kundenanforderungen unmittelbar abbilden, mit Positiv- und Negativkriterien hinsichtlich von Ländern und Unternehmen.

Bewertung Anlagevorschlag


Die Frankfurter Bankgesellschaft (Deutschland) AG erfasst die Wünsche der Kreuzberger Kinderstiftung korrekt und dokumentiert anschaulich die Zielvorstellungen anhand einer Grafik. Anhand der erwarteten Renditen leitet das Haus nun die entsprechende Vermögensstruktur ab und stellt fest, dass bei einer erwarteten Gesamtrendite von 4% pro Jahr eine Aktienquote von 50 bis 70% notwendig ist. Brutto müsste das Haus also 4,7% erwirtschaften, um auch die Kosten auszugleichen.

Die Frankfurter Bankgesellschaft beschreibt jedoch, dass die ordentlichen Erträge nur bei 33.000 Euro liegen, sodass die Differenz von 42.000 Euro mithilfe von Kursgewinnen zu realisieren wären! Insgesamt ein transparenter Prozess zur Herleitung der für die Stiftung „richtigen" Anlagestruktur.

Aktienselektion wird gut erklärt


Eine eindeutige Trennung in zwei Bausteine wird allerdings erst spät im Portfolioblick sichtbar. Hier werden rund ein Million Euro in kurze Anleihen mit einer durchschnittlichen Duration unter 2 investiert. Die Dividendenrendite im Aktienbereich beträgt im Schnitt 2,3%. Insgesamt ist mit ordentlichen Erträgen in Höhe von 1,89% rechnen.

Anschaulich präsentiert die Bank später ihren Prozess der Aktienselektion. Im Zentrum steht ein „Financial Conditions Index", der die wichtigsten Kennzahlen eines Unternehmens auswertet und gewichtet. So entsteht ein Ranking der Unternehmen.

Szenarien zeigen hohe Verluste in der Krise


Die Bank zeigt einen Portfolio-Stresstest mithilfe von Szenario-Analysen. Während der Bankenkrise 2008 wurde dabei der Maximalverlust von -25% überschritten sein. Im Anhang finden sich noch Beispiele von Stiftungskunden und entsprechende Performance-Nachweise. Innerhalb von zwei Jahren wurden 2,50 bis 3,24% erwirtschaftet.

Das angebotene Leistungs-Paket kostet 0,714% inkl. MwSt. Der Anlagevorschlag enthält auch eine Anlagerichtlinie, laut der Mischfonds zulässig sind. Zugleich ist die konkrete Umsetzung der Bank zu finden, die „keine Nutzung von Mischfonds" vorsieht.

Stiftungsservices und Transparenz


Wissenswertes

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ist Alleinaktionärin der Frankfurter Bankgesellschaft. Sie beschäftigt derzeit 180 Mitarbeiter in Frankfurt/Main und Zürich. Sie sieht sich selbst als „Die Privatbank" und „Der Kompetenzführer" für vermögende Kunden innerhalb der Sparkassen Finanzgruppe.

Die Zusammenarbeit mit den Sparkassen in Deutschland sei geprägt durch Vertrauen, Kontinuität und Fairness. Flache Hierarchien und die Größe der Frankfurter Bankgesellschaft würden kurze Entscheidungswege und ein Höchstmaß an Flexibilität ermöglichen. Dennoch sei und bleibe man eine eigenständige Marke mit eigenständigem Markenauftritt.

Eine Spur persönlicher


Man fühlt sich sowohl in Zürich als auch in Frankfurt am Main zuhause, mit beiden Ländern – der Schweiz und Deutschland – verwurzelt und an beiden Standorten eng mit Stadt und Land, Kultur und Gesellschaft verbunden. „Damit sind wir in der Lage, das Beste aus beiden Welten zu verbinden", wird versprochen. „Und sind überzeugt, dass wir unsere Kunden ein wenig besser verstehen und individueller betreuen können, als die deutlich größeren Anbieter; wir nennen es „Eine Spur persönlicher".

Als grenzüberschreitende Bankengruppe würden Kunden außer von den Hauptgeschäftsfeldern Private Banking und Wealth Management auch von verschiedenen ergänzenden Finanzdienstleistungen profitieren. Gemeinsam mit der Muttergesellschaft, der Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG, sowie der Schwestergesellschaft, dem Family Office der Frankfurter Bankgesellschaft AG, biete die Bank ein umfassendes und ganzheitliches Leistungsangebot für vermögende Kunden in unseren Zielmärkten Schweiz und Deutschland.

Keine risikoreichen Investments


In der Kundenbeziehung werde größter Wert auf Vertrauen, Integrität, Solidität, Beständigkeit und Wertschätzung gelegt und kurzfristige sowie risikoreiche Investments vermieden. Stattdessen gebe es klare Vorgaben, verlässliche Kundenvereinbarungen und transparente Investmentprozesse.

Nicht zu Unrecht verweist die Frankfurter Bankgesellschaft auf ihre Einbindung in die Sparkassen Finanzgruppe und ihre zwei interessanten Standorte. Durch die spezielle Unternehmensstruktur würden Kunden Zugang zum Finanzplatz Schweiz bekommen, der geprägt ist durch politische und wirtschaftliche Kontinuität, Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum, Preisstabilität sowie Demokratie und sozialen Frieden, hießt es auf der Website.

Vorteile einer großen Finanzgruppe


Und über den Standort am Finanzplatz Frankfurt am Main in Deutschland sei der Zugang zum größten Land der EU gewährleistet. Die Helaba als Alleinaktionär verfüge über erstklassige Bonität. Durch die Zugehörigkeit zur deutschen Sparkassen Finanzgruppe sei man zudem in die derzeit größte und stabilste Finanzgruppe der Welt eingebunden. Das alles sind starke Argumente in unruhigen Zeiten.

Dank dieser Zugehörigkeit haben die Portfolio Manager der Frankfurter Bankgesellschaft jederzeit unbeschränkten Zugang zu aktuellsten Informationen und Finanzanalysen, wird weiter erklärt. In der Anlage werden Markrendite- und Zielrendite-orientierte Systeme unterschieden.

Anlagen gut gemischt


Die Strategien, die sich an der Marktrendite orientieren, reichen entsprechend dem Anlegerprofil und der Risikofreude von „Zinsertrag", d.h. einem regelmäßigen Einkommen bei möglichst geringem Risiko, über „Konservativ", „Ausgewogen" und „Dynamisch" bis hin zu „Aktien". Für alle marktrendite-orientierten Strategien werde immer eine Mischung aus einzelnen Anlagen, Titeln, Fonds, ETFs und innovativen Finanzinstrumenten empfohlen.
Bei den Strategien, die sich an der Zielrendite orientieren – wobei hier eine vorgegebene Rendite möglichst unabhängig von den kurzfristigen Schwankungen der Kapitalmärkte erreicht werden soll – heißen die Angebote je nach Risikoprofil „Global Return", „Global Balanced" und „Global Equity". Sie unterscheiden sich durch die unterschiedlichen Anlageklassen, also Geldmarkt, Anleihen, Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Hedgefonds und Private Equity.

Derivate zur Absicherung
Alle Strategien bedienen sich Fonds, ETFs sowie innovativen Finanzinstrumenten. Derivate (Optionen und Futures) dienen dem schnellen und kostengünstigen Absichern eines Vermögens und können gleichzeitig attraktive Zusatzrenditen erzielen. Für deutsche Kunden werden diese Strategien in abgeltungssteuer-optimierten Dachfonds angeboten.

Bei individuellen Anlagestrategien wird in einem ersten Schritt die Analyse des Ist-Zustands mithilfe quantitativer Methoden, wie zum Beispiel einer Asset-Liability-Studie, vorgenommen. Einzelne Anlagearten werden dann so gewählt, dass die Anforderungen an die persönliche Situation erfüllt werden. Eingriffe in den Verlauf erfolgen nach im Voraus definierten Regeln.


 

Adresse und Ansprechpartner zum Thema Stiftungen:


Frankfurter Bankgesellschaft (Deutschland) AG, Junghofstraße 26, 60311 Frankfurt am Main, Deutschland, Elke Kurlbaum-Stanzel, Direktorin Stiftungsmanagement, Tel.: 0049 69 15686 182, elke.kurlbaum-stanzel(at)frankfurter-bankgesellschaft.com

Mehr aus Rating

Mehr erfahren zum Rating Stiftungsmanager 2019

Fazit


Die Frankfurter Bankgesellschaft bietet eine ansprechende Leistung. Sie versucht auf die Bedürfnisse der Kreuzberger Kinderstiftung einzugehen, auch wenn dies an der einen oder anderen Stelle nicht ganz überzeugend gelingt. Für eine Einladung zur mündlichen Präsentation, dem Beauty Contest, reicht es aber aus.

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