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Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Unterer Durchschnitt

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
Wenn man ein Synonym für fehlende Informationen und lieblose Anlagevorschläge finden wollte, könnte man – zumindest in dieser Testrunde – den Begriff ApoBank wählen. Weder hat sie die Fragen beantwortet, noch ist sie auf die Bedürfnisse der Kreuzberger Kinderstiftung in irgendeiner Form eingegangen.

Als Standesbank der Heilberufler verfügt die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (ApoBank) über ein bundesweit einzigartiges Geschäftsmodell und ist damit ein starker und zuverlässiger Partner für den deutschen Gesundheitsmarkt, behauptet die Bank auf ihrer Website.

Sie ist eine Genossenschaftsbank mit rund 112.000 Mitgliedern und über 448.000 Kunden (Zahlen von Mitte 2018), zu denen insbesondere die Angehörigen der Heilberufe, ihre Standesorganisationen und Berufsverbände, Einrichtungen der Gesundheitsversorgung sowie Unternehmen im Gesundheitsmarkt zählen. Sie sei, ist zu erfahren, die größte genossenschaftliche Primärbank in Deutschland und führend bei der Finanzierung und Begleitung von Existenzgründungen sowie im Zahlungsverkehr im heilberuflichen Umfeld.

Studien fließen in Beratung ein


Für ihre Mitglieder und Kunden will die ApoBank mehr sein als ein Finanzdienstleister. Zu ihren Leistungen zählen daher Studien und Analysen zur Entwicklung des Gesundheitsmarkts. Sie untersucht die Auswirkungen von neuen Trends und strukturellen Veränderungen auf die Heilberufler und teilt ihr Wissen mit den Kunden. Beispielsweise erhebt sie umfangreiche Daten zum Thema Niederlassung. Die Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen fließen sowohl in die strategische Ausrichtung der ApoBank als auch in die Kundenberatung ein.

Zudem bietet sie ein umfangreiches Seminarprogramm für Heilberufler an: Studierende nutzen die Veranstaltungen zur Examensvorbereitung und für den Start ins Berufsleben. Angestellte, die eine eigene Praxis oder Apotheke eröffnen wollen, profitieren von Seminaren zur Existenzgründung oder zur Karriereplanung für die, die sich nicht niederlassen wollen. Für selbständige Ärzte, Zahnärzte und Apotheker sind insbesondere steuerliche und betriebswirtschaftliche Themen, aber auch Fragen zur Praxisführung oder Nachfolgeregelung interessant.

Nicht viele Informationen zur Stiftungsberatung


Im Rahmen des Private Bankings bietet die ApoBank auch Stiftungsberatung an. Die Dienstleistungen reichen vom Stiftungsmanagement über die Stiftungsgründung bis hin zur langfristigen Verwaltung des Stiftungsvermögens. Mehr ist dazu allerdings nicht zu erfahren. Ob es spezielle Berater für Stiftungen gibt, erhellt das Internet nicht wirklich. Offenbar gilt jeder Private Banking-Berater auch als Spezialist für Stiftungen. Denn wenn man auf der Seite zur Stiftungsberatung auf den Button „Ansprechpartner" drückt, landet man bei dem Überblick über alle Private Banking-Berater der ApoBank in Deutschland. Für die Berliner Filiale in der Kantstraße 129 z.B. stehen drei (männliche) Private Banking-Berater zur Auswahl.


Bewertung Anlagevorschlag


Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG gibt sich im Marktvergleich nicht viel Mühe mit dem Anlagevorschlag. Die Stiftung erhält eine lieblose Standard-Präsentation. Ihre Ziele und Wünsche werden nicht weiter erwähnt und darin berücksichtigt. Es ist zu lesen, was man erwarten kann, z. B. „Portfolio-Renditen in Abhängigkeit von der Kapitalmarktentwicklung". Aha! Angefügt ist eine Übersicht von direkten Investments – es ist aber nicht zu verstehen, was genau mit dieser Information anzufangen ist.

Gegen Ende der Präsentation gibt es noch eine Übersicht des „Masterportfolio Dynamik" mit 60,5% Aktien, 30,5% Renten und 10,0% Liquidität. Dies ist wohl als Nachweis gedacht? Die Performance betrug seit 2005 etwa 108%. Auf eine Angabe pro Jahr verzichtet die Bank. So etwas ist mit Blick auf die Kundenbedürfnisse inakzeptabel.

Am Ende enthält der Anlagevorschlag, der diesen Namen kaum verdient, ein Preisetikett: 0,5 % soll die Vermögensverwaltung kosten (inkl. MwSt.). Hinzu kommt eine Transaktionskosten-Pauschale in gleicher Höhe. Macht zusammen 1% inkl. MwSt. Oben drauf kommt eine Erfolgsgebühr: Bei einem Depotanstieg von 10 % kämen weitere 0,5 % dazu. Das ist vergleichsweise happig.

Services im Rahmen der Stiftungseinrichtung
N/A
Services im Rahmen der Stiftungsbetreuung
N/A
Services im Rahmen der Stiftungsverwaltung
N/A 
Mitarbeit in Stiftungsgremien
N/A 
Unterstützung der Geschäftsführung der Stiftung
N/A 
Angebot von Treuhandstiftungen
N/A 
Weitere Services für Stiftungen
N/A 
Seit wann verfügt Ihr Haus über Stiftungskompetenz?
N/A
Wie viele fremde Stiftungen betreuen Sie?
N/A
Haben Sie eine eigene Stiftung?
N/A
Mit welchen Stiftungsaufsichtsbehörden hatten Sie bereits zu tun und kennen deren ggf. spezifische Anforderungen?
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In welchen Niederlassungen haben Sie Ansprechpartner mit Stiftungskompetenz?
N/A

Stiftungsservices und Transparenz


Wissenswertes

Anfang des 20. Jahrhunderts gründeten Apotheker in Danzig den Kredit-Verein Deutscher Apotheker (KREDA), der 1938 in Deutsche Apothekerbank und 1957 in Deutsche Apotheker- und Ärztebank umbenannt wurde. Ursprünglich war es ihre Aufgabe, als Selbsthilfeeinrichtung günstiger Kredite zu vergeben.

Heute ist das genossenschaftliche Institut die führende Bank im Gesundheitswesen und Standesbank der Heilberufsangehörigen mit einem ganzheitlichen Beratungsangebot. 2018 bündelte die ApoBank ihre Kompetenz in Sachen Vermögen in einer eigenen Sparte, die sich ApoPrivat nennt.

Lebenslange finanzielle Begleitung von Heilberuflern


Die ApoBank beschäftigt an 84 Standorten gut 2.500 Mitarbeiter, wie der Halbjahresbericht 2018 feststellt. Die Bilanzsumme liegt bei gut 44 Milliarden Euro, die Kunden haben fast 27,1 Milliarden Euro der Bank anvertraut.

„Das Geschäft mit unseren Kunden betreiben wir in den beiden Geschäftssegmenten Privatkunden sowie Standes-organisationen und Großkunden", heißt es dort weiter. „Im Geschäftssegment Privatkunden begleiten wir studierende, angestellte und selbständige akademische Heilberufsangehörige sowie Heilberufler im Ruhestand bei ihren beruflichen und privaten Vorhaben. Unserem ganzheitlichen Beratungs-konzept ApoPur folgend orientieren wir uns bei der Betreuung unserer Kunden an ihren individuellen Bedürfnissen und den verschiedenen Lebensphasen."

ApoBank-Stiftung bündelt Gemeinnützigkeit


Das gemeinnützige Engagement im In- und Ausland organisiert die Bank über die ApoBank-Stiftung. Die Stiftung wurde im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Vorrangig wurde sie gegründet, um den von den Schäden des Elbe-Hochwassers betroffenen Heilberuflern rasch und unbürokratisch zu helfen. Seitdem hat die Stiftung verschiedenste soziale Projekte im In- und Ausland ermöglicht, berichtet die Bank auf ihrer Website. Beispielsweise indem sie Pilotprojekte unterstützt, die wegweisend für die Lösung der Versorgungsprobleme in den Regionen sein können. Nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt die Stiftung darüber hinaus Projekte in Ländern, in denen die Entwicklung guter Arbeitsbedingungen für Heilberufler und eine breite medizinische Versorgung noch am Anfang stehen.

Die Stiftungsaktivitäten fokussieren auf die Förderung
- von Wissenschaft und Forschung, insbesondere auf den Gebieten der Medizin und Pharmazie,
- des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege,
- der Erziehung, Volks- und Berufsbildung,
- der Entwicklungszusammenarbeit,
- mildtätiger Zwecke.


 

Adresse und Ansprechpartner zum Thema Stiftungen:


Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG, Kantstraße 129, 10625 Berlin Deutschland

Mehr aus Rating

Mehr erfahren zum Rating Stiftungsmanager 2019

Fazit


Mit einer solchen Bewerbung kann die Bank an keiner Stelle überzeugen. Die wenige Mühe, die sie investiert hat, hätte sie sich auch sparen können.

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