Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2048
Fed schaltet Börsenampeln auf Grün

Notenbanken fahren jetzt vorsichtig auf Sicht

© Federal Reserve Board Photo Gallery 2023
Die US-Notenbank hat die Zinsen wie erwartet angehoben, signalisiert jedoch eine vorsichtige Herangehensweise bei weiteren Schritten. Die Fed fährt nun auf Sicht und plant nicht mehr kontinuierliche Zinserhöhungen. Die geldpolitischen Ampeln stehen für die Börsen damit auf Grün. Anleger laufen aber Gefahr, einer Nominalwert-Illusion zu erliegen.
Die US-Notenbank stößt den Börsen die Tür für weitere Kursgewinne auf. Die Fed hat erwartungsgemäß die Zinsen um 25 Basispunkte auf 5,50% angehoben. Ebenfalls wie prognostiziert wird die Fed weitere Zinsschritte stark "von der Datenlage abhängig" machen. Das ist die Botschaft an die Börsen: Die Fed fährt jetzt auf Sicht, die Zeit der kontinuierlichen und pausenlosen Zinsschritte ist vorbei.

Ähnlich hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) positioniert. Die EZB hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,25% angehoben. Aber auch aus dem Eurotower heißt es, dass die Zinsen nicht unbedingt zügig weiter angehoben werden. Hintergrund ist die konjunkturelle Verlangsamung. Die lässt die Notenbanker an weiteren Zinsschritten zweifeln. Zumindest wird das nach außen so kommuniziert, wenn betont wird, dass erst einmal abzuwarten sei, wie die bereits getätigten Zinserhöhungen wirken. 

Notenbanken fahren auf Sicht

Das Problem der Geldhüter bleibt aber, dass die Inflation nicht weiter zügig zurückgeht. In den USA sprechen die nach wie vor passable Konjunktur und der starke Arbeitsmarkt gegen ein zügiges Abflauen der Inflationsraten. In Europa sieht es konjunkturell trüber aus als in den USA. Aber hier gibt es stärkere unterliegende Preistreiber. Das zeigt sich beim Blick auf die Inflation, die in Deutschland im Juni wieder angezogen ist (von 6,1% auf 6,4%). In Europa ging sie von 6,1% auf 5,5% zurück. Auch das liegt noch mehr als doppelt so hoch wie das Inflationsziel der Notenbanker. 

Für Anleger hat das zur Folge, dass der Realzins in der Eurozone auf absehbare Zeit negativ bleiben wird. Denn die Geldpolitik bleibt expansiv. Der Leitzins liegt derzeit noch 125 Basispunkte unter der europäischen Inflationsrate und fast 200 Basispunkte unter der deutschen. 10-jährige Bundesanleihen rentieren mit 2,46%, die Inflation beträgt über 6%. Der Realzins liegt somit bei fast 4% im Minus - nach Steuern sogar noch etwas mehr. 

Realzins bleibt in Europa negativ

Der positive Effekt der Rückkehr der Zinsen sollte daher nicht überschätzt werden. Denn auch wenn die Geldvermögen nominal wachsen, schrumpfen sie real weiter zusammen. Trotz Zinszahlungen und eines wachsenden Kontostandes ist der reale Kaufkraftverlust größer als der nominale Wertzuwachs. 

Anleger können in diesem Umfeld schnell einer Nominalwert-Illusion erliegen. Um eine realen Vermögenserhalt zu schaffen, müssten die Renditen schon über 7% liegen. Das ist aus unserer Sicht das stärkste Argument, was für weiter steigende Aktienkurse spricht. Auch Gold und Silber (und passende Aktien) werden in dem Umfeld profitieren. Denn die Opportunitätskosten auf Seiten der Zinsen steigen perspektivisch nur noch langsam weiter. Zugleich bleibt der negative Realzins ein Kurstreiber für Edelmetalle, die als Vermögensschutz gelten. 
Fazit: Geldpolitisch stehen für die Börsen die Ampeln jetzt auf grün. Mit den Leitzinsen geht es nur noch unregelmäßig und langsam weiter nach oben. Wer reale Vermögensverluste vermeiden will, muss in Sachwerte investieren. Dazu gehören Aktien, aber auch Gold und Silber. Deren Kurse dürften deutlicher anziehen.
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs trifft Pferdchen, Der Geldtipp-Podcast, Teil 34

Unsere internationalen Aktien fürs Leben

Geldtipp-Podcast. ©SpringerNature
Nach den deutschen Dauerläufern stellen Pferdchen und Fuchs in der 34. Folge des Geldtipp-Podcasts die internationalen Aktien vor, die langfristig in ein ausgewogenes Depot gehören. Sie diskutieren, wie sich die Auswahlkriterien für ausländische und für heimische Titel unterscheiden.
  • Was sind die Fuchsbriefe? - In 2 Minuten erklärt

Fuchsbriefe Scribblevideo mehr als 213.000 Mal gesehen

© Verlag FUCHSBRIEFE
Hammer: Unser Scribble-Erklärvideo zum Fuchsbrief wurde inzwischen mehr als 200.000-mal angeschaut – genau waren es am 29. Februar 213.318 Abrufe. Hochgeladen hatten wir den gezeichneten Film vor 8 Monaten. Somit ergeben sich 26665 Abrufe pro Monat oder 889 pro Tag. Darauf sind wir stolz! Der Film wurde gezeichnet vom Team um Carsten Müller und dauert 02:21 Minuten. Worum geht es?
  • Trusted Wealth Manager 2024 – Vertrauenswürdige Vermögensverwalter

Die meisten Vermögensverwalter in Deutschland verdienen Vertrauen

Trusted Wealth Manager 2024. © Verlag FUCHSBRIEFE
Wer ist als Vermögensmanager vertrauenswürdig? Die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz wertet wie im immer zum Jahresbeginn ihr laufendes Monitoring «Trusted Wealth Manager» aus. Und da gibt es 2024 viel Positives zu berichten!
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Kreissparkasse Köln in der Ausschreibung

Die Kreissparkasse Köln bleibt in ihrem Angebot für die Stiftung Fliege zu vage

© Collage: Verlage FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Kann die Kreissparkasse Köln Stiftungen? Unter der Überschrift „Beratung institutioneller Kunden“, wo Stiftungen eigentlich hingehören, steht kein Wort zu dem Thema geschrieben. Das irritiert ein wenig. Andere Anbieter gehen hier viel offensiver auf ihre Stiftungskunden zu. Bleibt zu hoffen, dass sich der Anlagevorschlag positiv von diesem ersten Eindruck abhebt.
  • Fuchs plus
  • Climate Action 100+ hat große Investoren verloren

US-Investoren verabschieden sich von ESG-Anlagen

Drei große US-Investoren haben ESG-Investments den Rücken gekehrt. BlackRock, StateStreet und JP Morgen haben sich aus der Investment-Initiative Climat Action 100+ verabschiedet. Der Exodus der institutionellen Anleger hält damit an. FUCHSBRIEFE analysieren, was hinter der Abkehr steht.
  • Fuchs plus
  • Abwasser-Krimi in Teslas Gigafactory

Subventionen für E-Autos schaffen gigantische Überkapazitäten

Die hohen staatlichen Subventionen für E-Autos führen zu erheblichen Marktverzerrungen. So lässt BYD in China seine eigenen Autos zu, damit sie als verkauft gelten. Außerdem will das Unternehmen massiv auf dem europäischen Markt expandieren. Zugleich türmen sich die Probleme bei Tesla in Grünheide. Einerseits verschifft das Unternehmen seine Überproduktion an E-Autos nach Asien, andererseits entwickelt sich ein Abwasser-Krimi in der Gigafactory.
Zum Seitenanfang