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Serie: Künstliche Intelligenz (2)

KI wird ein Produktivitäts-Booster - in einigen Jahren

Künstliche Intelligenz. © PhonlamaiPhoto / Getty Images / iStock
KI wird in der Wirtschaft als bahnbrechende Entwicklung gefeiert, die einen Produktivitätsboom auslösen könnte. Doch die Realität ist komplexer. Obwohl KI sich schnell in Unternehmen verbreitet, dauert es lange, bis signifikante Effekte auf die gesamte Wirtschaft spürbar werden. Die Integration in Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle erfordert tiefgreifende Veränderungen und Investitionen, die Zeit brauchen.

Derzeit überschlagen sich Hochrechnungen darüber, welchen Einfluss Künstliche Intelligenz (KI) für Unternehmen und Wirtschaft haben werden. Es werden theoretisch errechnete Milliarden-Zahlen herumgereicht, wie groß ein möglicher Produktivitätsboom in der globalen Wirtschaft sein könnte. 

Das ist alles blanke Theorie. Es dürfte kaum möglich sein, konkrete Ergebnisse zu prognostizieren, zumal es sich bei KI um eine disruptive Entwicklung handeln dürfte, die in gewissen Bereichen das Potenzial für exponentielle Entwicklungen hat. In anderen Bereichen wird KI in den nächsten Jahren dagegen kaum Veränderungen hervorrufen.

KI: Schnell in Unternehmen, langsam in der Gesamtwirschaft

Zu diesem Ergebnis kommt die Commerzbank, die versucht hat, die Folgen von KI abzuschätzen. Die "Gelbe" hat dabei interessante Fakten zusammengetragen und auch historische Vergleiche gezogen. So fällt z.B. auf, dass es eine massive technologische Beschleunigung gibt. Während Spotify noch elf Jahre brauchte, um 100 Mio. Nutzer zu erreichen, gelang das ChatGPT bereits nach zwei Monaten.

Relevant für einen messbaren wirtschaftlichen Erfolg von KI ist aber nicht nur die Verbreitung, sondern die Integration in die Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle. Die Geschichte zeigt, dass es oft sehr lange dauert, bis für die Gesamtwirtschaft signifikante Effekte entstehen. Das dürfte auch bei der Anwendung von KI der Fall sein. Die CoBa formuliert: "Der Einsatz künstlicher Intelligenz erfordert ebenfalls tiefgreifende Veränderungen und Investitionen in die Abläufe von Unternehmen, die Zeit brauchen. Es ist nicht damit getan, den Mitarbeitern die Anwendung ChatGPT zur Verfügung zu stellen." 

Unternehmen müssen Chancen erkennen ...

Das lässt sich gut an der Einführung von PCs nachvollziehen. Obwohl die Computer schon ab Anfang der 80er Jahre eingesetzt wurden und sich rasant verbreitet haben, zog die gesamtwirtschaftliche Produktivität erst ab Mitte der 90wer Jahre an. In der Spitze verstärkte sich das Produktivitätswachstum um rund 1,5 Prozentpunkte. In den Jahren nach 2005 ebbte der Produktivitätsboom nach und nach ab.

Der Grund für die Verzögerung ist die schrittweise Einführung neuer Technologien. Zwar wird schnell viel mit neuen Techniken experimentiert. Bis sie aber auch in Unternehmen erhebliche Effekte haben, dauert es oft. In einem ersten Schritt dürften vor allem komplementäre Anwendungen dominieren. Erst mit wachsenden Erfahrungen werden auch substituierende Anwendungen entwickelt werden, die erhebliche wirtschaftliche Effekte haben.

und komplexe Abläufe umstellen

In Unternehmen (aber auch Verwaltungen) sind dann oft tiefgreifende strukturelle Änderungen nötig. Die Technik muss verstanden, erlernt und integriert werden. Dafür sind teils völlig neue Arbeitsabläufe nötig, neue Standardisierungen, neue Schnittstellen. Selbst wenn der Integrationsprozess heute doppelt so schnell verliefe wie bisher, würde es noch mindestens fünf bis acht Jahre dauern, bis Produktivitätseffekte durch KI in der Gesamtwirtschaft sichtbar werden.

Fazit: Mit KI sind viele Chancen für Unternehmen verbunden. In einigen Branchen und Unternehmensteilen werden die Produktivitätsfortschritte gewaltig sein. Bis KI-Effekte in der Gesamtwirtschaft messbar werden, wird es aber noch Jahre dauern.
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