Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2032
Geschäftsführerhaftung bei Pflichtverletzung

Aussetzung der Insolvenzpflicht gilt nur noch sehr eingeschränkt

Die Insolvenz-Zahlen sind zu niedrig. Copyright: Picture Alliance
Der Verband der Insolvenzverwalter VID macht sich Sorgen: Viele Geschäftsführer glaubten, nicht der Insolvenzpflicht zu unterliegen. Sie liegen damit oftmals falsch.

Viele Geschäftsführer glauben fälschlich, dass sie derzeit grundsätzlich nicht der Insolvenzpflicht unterliegen. Davon geht zumindest der Verband der Insolvenzverwalter VID aus. Indiz: Die Insolvenzzahlen sind immer noch sehr niedrig. Laut einer Auswertung von Coface, ein Kreditversicherer, wären die Insolvenzen, basierend auf der Konjunkturentwicklung, 2020 um 9% zum Vorjahr gestiegen. Tatsächlich sind sie aber wohl um 15% gesunken.

Zahlreiche Unternehmensleiter unterlägen offenbar einem Trugschluss. Denn die Aussetzung der Insolvenzpflicht gilt seit Anfang des Jahres nur noch sehr eingeschränkt. Voraussetzung für die Enthaftung ist, dass der Unternehmer eigentlich zahlungsunfähig ist, aber mit Staatshilfe damit rechnen kann, wieder zahlungsfähig zu sein. Er muss natürlich auch einen entsprechenden Antrag gestellt haben.

Laufende Kosten mit Hilfsgeldern verrechnen

Geschäftsführer von Unternehmen, deren Kosten derzeit die Einnahmen übersteigen, sollten ausrechnen, wie lange die Hilfsgelder die laufenden Kosten decken. Ist das Geschäft bis zu dem errechneten Zeitpunkt nicht wieder angelaufen und kein weiteres Geld (etwa Kredite) zu erhalten, ist ein Insolvenzantrag nötig.

Nach wie vor stehen verschiedene Möglichkeiten der Kostensenkung zur Verfügung. Etwa Sozialversicherungs- und Steuerstundung, Kurzarbeitergeld sowie Mietminderungen. Aber wenn diese ausgeschöpft sind, gibt es schon jetzt keine Alternative zur Insolvenz. Dann gelten die normalen Antragsfristen von drei Wochen ab Eintritt Zahlungsunfähigkeit bzw. sechs Wochen ab Eintritt einer Überschuldung, bis zu denen ein Antrag gestellt werden muss.

Fazit: Behalten Sie die Kosten im Auge; verrechnen sie diese mit den Hilfsgeldern. Halten Sie die Fristen ein, um Ihre private Existenz nicht zu gefährden.

Hinweis: Für alle nach den Antragsfristen eingegangenen Verpflichtungen haften Geschäftsführer mit ihrem Privatvermögen. Das ist eine Verschärfung, die seit dem 1. Januar dieses Jahres im neu gefassten Insolvenzrecht gilt. Hinzu kommt die Gefahr eines Betrugsverfahrens.

Hier: FUCHSBRIEFE abonnieren

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsmanager 2024: Die Top 10

Auf dem Siegertreppchen wird es eng

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Fünf Anbieter von insgesamt 35 Ausschreibungsteilnehmern schaffen es in diesem Jahr auf das Siegertreppchen und sichern sich eine „Goldmedaille“ für eine sehr gute Gesamtleistung. Zwei weitere Häuser holen Silber für gute Leistungen und drei dürfen sich mit Bronze für ein Befriedigendes Gesamturteil schmücken. Sie alle hatten es aufgrund der Güte ihrer Anlagekonzepte in die Endrunde der Ausschreibung für die Stiftung Fliege geschafft.
  • Editorial Stiftungsvermögen 2024: Weitreichende Folgen

Die Auswahl des Vermögensverwalters nicht dem Zufall überlassen

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Die Wahl des Vermögensverwalters kann das Schicksal einer Stiftung bestimmen. Viele Stiftungen besitzen nicht das nötige Finanzwissen im eigenen Kuratorium, was fatale Folgen haben kann. Regelmäßige Kontrollen und kompetente Beratung sind unerlässlich, um nicht Opfer von fatalen Anlagestrategien zu werden. Erfahren Sie, welche verheerenden Fehler vermieden werden können und wie eine Stiftung die richtige Wahl trifft – bevor es zu spät ist.
  • Brutaler Messerangriff in Mannheim: Gefahr für unser Recht auf friedliche Demonstrationen

Wie wir selbst die Grundwerte unserer Gesellschaft untergraben

Fuchsbriefe-Herausgeber Ralf Vielhaber. © Foto: Verlag Fuchsbriefe
In Mannheim wurde am Wochenende auf brutale Weise und ohne Vorwarnung ein Redner bei einer Demonstration mit einem Messer niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Auch ein Polizist wurde lebensgefährlich attackiert. Er erlag am Wochenende seinen Verletzungen. Doch die Medien relativieren die Tat und lenken vom Kern einer wichtigen Debatte ab, meint Fuchsbriefe-Herausgeber Ralf Vielhaber.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Bethmann Bank (ABN Amro) im Beauty Contest Stiftungsvermögen 2024

Bethmann Bank: Nachhaltiger Kurs in der Stiftungsberatung

Kollage Verlag Fuchsbriefe ©Bild: envato elements
In einer umfassenden Präsentation offenbart die Bethmann Bank ihre Pläne für nachhaltige Anlagestrategien, speziell zugeschnitten auf Stiftungen. Trotz anfänglicher technischer Probleme und gemischter Kritiken, schimmert die Vision für eine maßgeschneiderte und ethische Vermögensverwaltung durch.
  • Fuchs plus
  • China spielt Kostenvorteile aus

Europa fällt bei Green-Techs zurück

Grüne Technologien sind ein wachstumsstarker Zukunftsmarkt. Unternehmen aus Europa und Deutschland haben hier eine starke Position. Die kommt aber immer stärker unter Druck - Deutschland und Europa verlieren inzwischen Marktanteile. Zwei für Deutschland wichtige Segmente sind davon besonders betroffen.
  • Fuchs plus
  • Gründerzentren für ganz Deutschland

Blaupause UnternehmerTUM

Das Gründerzentrum "UnternehmerTUM" der Universität München ist ein internationales Erfolgsmodell. Dieser Erfolg soll jetzt auch an 15 anderen deutschen Uni-Standorten möglich werden. Auf Basis der Blaupause der Uni München sollen 15 neue Gründerzentren entstehen. Unternehmen können davon auf vielfältige Weise profitieren.
Zum Seitenanfang