Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1200
London will neue Passporting-Vereinbarungen nach EU-Austritt mit Gleichgesinnten

Briten streben neuen Finanz-Block der Angelsachsen an

Nach dem Austritt der Briten aus der EU strebt London ein neues Regulierungsbündnis an. Dies beruht im Kern auf dem freien Finanzmarkt-Zugang für Finanzmultis durch das sog. Passporting-Verfahren. Die Kandidaten werden in London bereits genannt.

Die Finanzbranche (Banken, Versicherungen) muss sich auf ein neues Wettbewerbsumfeld nach dem Austritt der Briten aus der EU einstellen. Das Finanzkomitee (Treasury Committee) des britischen Unterhauses strebt nach dem Austritt des Landes aus der EU so schnell wie möglich ein neues Passporting an.

Einmalige Genehmigung

Vor allem will Großbritannien Länder als Partner gewinnen, die nicht der EU angehören. Passporting ist die Ausübung des Rechts für eine im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) registrierte Firma, in einem anderen EWR-Staat Geschäfte zu tätigen, ohne dass in jedem Land eine weitere Genehmigung erforderlich ist. Unternehmen mit Sitz außerhalb des EWR werden häufig in einem EWR-Staat zugelassen und nutzen ihre Passrechte, um entweder eine Niederlassung im EWR zu eröffnen oder grenzüberschreitende Dienstleistungen zu erbringen.

Passporting ist insbesondere für multinationale Unternehmen von großem Wert. Es entfällt Bürokratie, die mit der Erlangung der Genehmigung jedes einzelnen Landes verbunden ist. Dies kann für ein Unternehmen langwierig und kostspielig sein. Nach dem Verlassen der EU wird es für Multis mit Sitz UK kein herkömmliches Passporting mehr geben.

Die Partnerländer für ein neues Passporting-Abkommen werden in London bereits genannt. Dazu gehören u.a. Singapur, Hongkong, Australien, Neuseeland, Kanada und die USA. Wichtigste Voraussetzung ist für die Briten ein vergleichsweise ähnliches Denken und Handeln in der Regulierung der Märkte.

Auch an die Schweiz wird gedacht

Das Treasury Committee verweist dazu beispielhaft auf die Versicherungs-Vereinbarung mit der Schweiz. Bisher war die gegenseitige Tätigkeit der Versicherer im jeweils anderen Land durch die EU-Verträge gesichert. Nach dem Austritt gilt das aber nicht mehr. Anstelle der bisherigen Regelung haben kürzlich London und Bern vereinbart, dass beiden Ländern der ungehinderte Zutritt zum jeweiligen anderen Markt erlaubt ist und dabei die Regulierung des Partnerlandes ausdrücklich anerkannt wird.

Fazit:

Auf den Finanzmärkten zeichnet sich ein eigener angelsächsischer Regulierungsblock ab. Angesichts der Übermacht der aufgeführten Länder im Finanzbereich wird es die EU äußerst schwer haben, ihre Regulierungen außerhalb des eigenen Geltungsraumes durchzusetzen. Das könnte zu erheblichen Benachteiligungen hiesiger Finanzinstitute führen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Tauwetter nach sechs Jahren Eiszeit

Australien und China wollen wieder miteinander sprechen

Südsee-Atoll. © senaiaksoy / Getty Images / iStock
Den G20-Gipfel wird Australiens Premierminister auch zu offiziellen Gesprächen mit Chinas Präsidenten nutzen. Das ist auch ein Signal an eine dritte Partei, die in der Region um Einfluss buhlt.
  • Fuchs plus
  • Geschäftsreisen nach China mit der AHK

Business-Flüge nach China sind möglich

Bestimmte Businessreisende und Familien können mit der AHK nach China fliegen. Wir nennen Ihnen Bedingungen, Preise und Abflugzeiten.
  • Inhalte, Angebote und Diskussionen

Verlag Fuchsbriefe jetzt auch bei LinkedIn

Icon von LinkedIn auf dem Bildschirm eines Smartphones. © scyther5 / Getty Images / iStock
Mit unserer erweiterten Social Media Präsenz erreichen Sie die FUCHSBRIEFE jetzt auch bei LinkedIn.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • CO2-Ausstoß wird öffentlich

Der Klimapranger kommt

Eine neue Webseite zeigt die CO2-Emissionen einzelner Unternehmen an. Derzeit sind 80.000 Firmen weltweit auf dem Radar. In Deutschland werden bislang große und energieintensive Unternehmen erfasst. In Zukunft wird die Webseite aber immer mehr Unternehmen beinhalten.
  • Fuchs plus
  • Bauprojekt nicht zu lange aufschieben

Baugenehmigung kann erlöschen

Eine Baugenehmigung ist eine sichere Bank. Aber sie gilt nicht ewig lang. Das musste eine Bauherrin jetzt in einem Verfahren lernen und akzeptieren, dass ihre Baugenehmigung wieder verfallen ist.
  • Fuchs plus
  • Geschäftsreisen nach China mit der AHK

Business-Flüge nach China sind möglich

Bestimmte Businessreisende und Familien können mit der AHK nach China fliegen. Wir nennen Ihnen Bedingungen, Preise und Abflugzeiten.
Zum Seitenanfang