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Schnelle Erholung vor Schwierigkeiten

Das Konjunkturtal wird breiter

Deutschland im Konjunkturtal Bildquelle: Pixabay
Die V-förmige Erholung der Wirtschaft "nach Corona" kann man getrost vergessen. Es gibt zahlreiche wichtige Unterschiede zur Situation nach dem Lehman-Einbruch von 2008. Und sie treffen besonders auch Deutschlands Industrie und Exporte.

In Politik und Konzernzentralen dämmert die Einsicht, dass es nicht so einfach wird, aus dem tiefen Konjunkturtal heraus zu kommen. Das gilt diesmal besonders stark für die deutsche Wirtschaft. Während 2009 Folgejahre noch China und der internationale Handel via Exporte die deutsche Industrie aus dem Tal zog, haben diesmal Länder mit einer stärker binnenorientierten Wirtschaft Vorteile. Denn Renationalisierung und Deglobalisierung sind keine vorübergehenden Phänomene mehr.

Nicht nur Deutschland pocht bei wichtigen Industrien auf mehr Autarkie durch heimische Produktion. Japan begünstigt Firmen, die vermehrt „zu Hause“ produzieren. Indiens Premier Narendra Modi schwört die knapp 1,4 Mrd. Inder auf eine neue Ära der Selbstbezogenheit ein. Die USA sind unter Donald Trump bekanntermaßen schon länger auf dem America first-Trip.

Sorgenkind China

Neben Deutschland bereitet die Deglobalisierung besonders China Sorgen. Vor allem die Absichten etlicher Regierungen, die Produktion sensibler Güter in heimische Gefilde zurückzuholen, macht Peking betroffen. In Washington ist im Gespräch, die Produktion sensibler Produkte gezielt aus China zurückzuholen, darunter medizinische Produkte und die Mikrochip-Produktion. Japan hat sogar ein eigenes mit 2 Mrd. Dollar (1,85 Mrd. Euro) Back-from-China-Programm aufgelegt. Und auch die EU spricht von einer strategischen Autonomie und einen speziellen Fonds mit dem Anteile von strategisch relevanten Firmen gekauft werden sollen.

Hinzu kommt: Die massiven Finanzspritzen reißen tiefe Löcher in die nationalen Budgets. Deshalb werden die Regierungen Pläne machen, wie man es bewerkstelligt, dass die Steuereinnahmen der Konzerne im eigenen Land anfallen. Steuervermeidungsstrategien wird es also verstärkt „an den Kragen“ gehen.

Arbeitsmarkt nicht mehr durchlässig

On top kommt das (ohnehin ständig schwelende) Arbeitskräfteproblem. Auch hier profitierte Deutschland nach 2008 vom Zuzug qualifizierter Fachkräfte und vieler Akademiker aus anderen europäischen Staaten, die deutlich mehr Schwierigkeiten als Deutschland hatten, sich vom Lehman-Schock zu erholen.

Doch diesmal verhindern die Pandemievorkehrungen den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Das beginnt bei geschlossenen Grenzen, fehlenden Reiseverbindungen (Flugverkehr), geht weiter über notwendig gewordene Gesundheitsprüfungen und endet bei der Einbindung in die Betriebe, die mit den Corona-Maßnahmen (Abstand halten) deutlich erschwert wird. Für all diese Punkte sind keine schnellen Lösungen in Sicht.

Lange Durststrecke im Luftverkehr

Viele Länder planen erst einmal die Grenzen nur für Länder mit gleichen Standards im Gesundheitssystem zu öffnen (Österreich/Deutschland). Fluggesellschaften und Flugzeugbauer richten sich auf eine sehr lange Durststrecke ein und kappen in großem Stil Kapazitäten.

Fazit: Schon bald dürfte an den grenzübergreifenden Investitionsstatistiken das Ausmaß der Renationalisierung sichtbar werden. Neben einer erschwerten Konjunkturerholung für Deutschland bedeutet das auch einen mittelfristigen Anstieg der Konsumentenpreise. Das wiederum wird die EZB über kurz oder lang unter Zugzwang setzen.

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