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Asien bei ausländischen Direktinvestitionen auf dem Vormarsch

Europa auf dem absteigenden Ast

Europa auf dem absteigenden Ast. Copyright: Pexels
Wachstum braucht Investitionen. Unglücklich ist es, wenn die Investitionen im eigenen Land schrumpfen, dafür aber in konkurrierenden Märkten steigen. Genau diesem Szenario sieht sich gerade Europa ausgesetzt.

Der Westen und insbesondere Europa verlieren weiter an internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Diese Perspektive zeigt der World Investment Report eindeutig. Der Bericht nimmt ausländische Direktinvestitionen (ADI) weltweit in den Blick. Während die ADIs in den entwickelten Märkten 2020 im Vergleich zu 2019 um 58% sanken, betrug der Rückgang in den Emerging Marktes nur 8%. Damit liegen die Direktinvestitionen in den EM mit 663 Mrd. US-Dollar erstmals über denen der Industrienationen (312 Mrd. US-Dollar).

Runter im Westen, rauf im Osten

In den USA sanken die ADIs um -40%. In der Eurozone betrugen die Rückgänge: Deutschland -33%, UK -66%, Frankreich -47%. Dem gegenüber steht Asien mit: China lediglich -5%, Indien +25% und Hongkong sogar +64%.

In Europa wurden im vergangen Jahr 5.578 ADI-Gründungsprojekte getätigt. Zahlenmäßiger Spitzenreiter ist Frankreich mit 985 Projekten. In Deutschland wurden 930 ADI-Projekte getätigt. Allerdings liegt das Investitionsvolumen mit 36 Mrd. US-Dollar deutlich über dem Frankreichs (18 Mrd. US-Dollar).

Steigende Investitionen 2021

Das Investitionsvolumen wird 2021 wieder steigen. Der World Investment Report spricht von +15% für Europa. In Asien wird der Anstieg nur 8% betragen. Im Fokus der Investitionen stehen laut Report die Landwirtschaft, IT und Telekommunikation, Pharma, Energie und Bergbau. Nachhaltigkeit ist zudem ein über allen Branchen stehendes Thema, das überall Bedeutung gewinnt.

Dennoch wird Europa langfristig das Nachsehen haben. Das sieht auf Nachfrage von FUCHSBRIEFE auch das Institut der deutschen Wirtschaft so. Zwar könne Europa als sicherer Hafen und durch den großen Binnenmarkt punkten. Tendenziell sollten jedoch andere Regionen attraktiver sein. Deshalb wird in Zukunft mit unterdurchschnittlichen Investitionen in der EU zu rechnen sein. Die großen Volumina fließen nach Asien – allen voran China, Hongkong und Indien.

Europa kann nicht mithalten

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Da sind die höheren Investitionskosten, die höheren Produktions- und Verbraucherschutzstandards und nicht zuletzt auch die anziehende Regularienschraube in Europa. Asien punktet mit einem immer höheren Qualifikationsniveau bei Arbeitskräften und einer immer besser werdenden Infrastruktur bei nach wie vor geringeren Kosten. Nicht zu vergessen auch die Demografie: Europas Gesellschaften altern schnell. In Asien bis auf Japan setzt dieser Prozess erst mit einigem zeitlichen Abstand ein.

Fazit: Mit der Dynamik der aufstrebenden Volkswirtschaften im Osten kann die statische, schwerfällige alte Welt nicht mithalten. Sie wird im Wettbewerb um Investitionen zurückfallen.

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