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EEG-Ausschreibungen

Strompreise sinken stärker als die Zuschüsse

Die EEG-Ausschreibungen sorgen wie geplant für sinkende Förderzusagen für die Erneuerbaren Energien. Zu einer subventionsfreien Stromerzeugung führt das nicht. Denn der Börsenstrompreis taucht unter der EEG-Umlage ab.
Die Politik verhindert, dass der Strompreis angemessen sinkt. Der Grund: Sie packt die dringend notwendige Reform der Strombörse nicht an. Deren Marktdesign geht am Markt vorbei. Je mehr die Erneuerbaren ausgebaut werden, desto stärker sinkt der Strompreis an der Börse. Und zwar inzwischen Richtung Null. Die EEG-Förderung passt sich der Entwicklung nur unzureichend an. So liegt die durchschnittliche Förderung der Ausschreibungsgewinner für Windkraft an Land bei 5,71 ct/kWh (bisher 6ct/kWh). Das niedrigste Gebot lag bei 4,2 ct/kWh. Von drei ausgeschriebenen Offshore-Windparks – bisher mit 12 ct/kWh gefördert – kommt einer ganz ohne Förderung aus. Die Börsenstrompreise lagen in den letzten Monaten bei 3 bis 4 ct/kWh.

Der Strompreis nähert sich immer stärker den Grenzkosten der Erneuerbaren an

Der Marktmechanismus der Strombörse bildet die reale Preisentwicklung nicht ab. Strom wird an der Börse mit seinen Grenzkosten angesetzt. Die Grenzkosten des Anbieters, der das letzte Kraftwerk zuschaltet, das nötig ist, um den aktuellen Strombedarf zu decken, bestimmen den Strompreis. Diesen Preis erhalten dann wiederum alle Anbieter. Die Grenzkosten liegen für die erneuerbaren Energien bei null. Schließlich werden keine Brennstoffe benötigt. Je mehr Erneuerbare-Energie-Kraftwerke gebaut werden, umso stärker sinkt der Strompreis. Denn Anbieter mit höheren Grenzkosten werden aus dem Markt gedrängt.

Marktdesign verhindert subventionsfreie Stromproduktion

Ursprünglich sollte das Marktdesign die Erneuerbaren fördern. Das hat funktioniert. Jetzt verhindert es aber eine subventionsfreie Stromproduktion. Denn die Investitions-, Wartungs- und weitere Kosten für Erneuerbare werden vom Börsenpreis nicht abgedeckt. Sie müssten eigentlich den Grenzkosten zugeschlagen werden und zusammen die Berechnungsgrundlage für den Strompreis bilden. Das Modell nützt besonders den vier Prozent aller Industriebetriebe, die einen hohen Energieverbrauch (über 1 GWh/Jahr) haben. Sie sind von der EEG-Umlage weitgehend befreit. Gleichzeitig profitieren sie vom sinkenden Börsenstrompreis.

Fazit: Der Marktmechanismus der Strombörse muss schleunigst geändert werden. Dann steigt der Börsenstrompreis und deckt die Kosten der Erneuerbaren Energien ab. Die Subventionen können sinken und ganz entfallen.

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