Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1442
EEG-Ausschreibungen

Strompreise sinken stärker als die Zuschüsse

Die EEG-Ausschreibungen sorgen wie geplant für sinkende Förderzusagen für die Erneuerbaren Energien. Zu einer subventionsfreien Stromerzeugung führt das nicht. Denn der Börsenstrompreis taucht unter der EEG-Umlage ab.
Die Politik verhindert, dass der Strompreis angemessen sinkt. Der Grund: Sie packt die dringend notwendige Reform der Strombörse nicht an. Deren Marktdesign geht am Markt vorbei. Je mehr die Erneuerbaren ausgebaut werden, desto stärker sinkt der Strompreis an der Börse. Und zwar inzwischen Richtung Null. Die EEG-Förderung passt sich der Entwicklung nur unzureichend an. So liegt die durchschnittliche Förderung der Ausschreibungsgewinner für Windkraft an Land bei 5,71 ct/kWh (bisher 6ct/kWh). Das niedrigste Gebot lag bei 4,2 ct/kWh. Von drei ausgeschriebenen Offshore-Windparks – bisher mit 12 ct/kWh gefördert – kommt einer ganz ohne Förderung aus. Die Börsenstrompreise lagen in den letzten Monaten bei 3 bis 4 ct/kWh.

Der Strompreis nähert sich immer stärker den Grenzkosten der Erneuerbaren an

Der Marktmechanismus der Strombörse bildet die reale Preisentwicklung nicht ab. Strom wird an der Börse mit seinen Grenzkosten angesetzt. Die Grenzkosten des Anbieters, der das letzte Kraftwerk zuschaltet, das nötig ist, um den aktuellen Strombedarf zu decken, bestimmen den Strompreis. Diesen Preis erhalten dann wiederum alle Anbieter. Die Grenzkosten liegen für die erneuerbaren Energien bei null. Schließlich werden keine Brennstoffe benötigt. Je mehr Erneuerbare-Energie-Kraftwerke gebaut werden, umso stärker sinkt der Strompreis. Denn Anbieter mit höheren Grenzkosten werden aus dem Markt gedrängt.

Marktdesign verhindert subventionsfreie Stromproduktion

Ursprünglich sollte das Marktdesign die Erneuerbaren fördern. Das hat funktioniert. Jetzt verhindert es aber eine subventionsfreie Stromproduktion. Denn die Investitions-, Wartungs- und weitere Kosten für Erneuerbare werden vom Börsenpreis nicht abgedeckt. Sie müssten eigentlich den Grenzkosten zugeschlagen werden und zusammen die Berechnungsgrundlage für den Strompreis bilden. Das Modell nützt besonders den vier Prozent aller Industriebetriebe, die einen hohen Energieverbrauch (über 1 GWh/Jahr) haben. Sie sind von der EEG-Umlage weitgehend befreit. Gleichzeitig profitieren sie vom sinkenden Börsenstrompreis.

Fazit: Der Marktmechanismus der Strombörse muss schleunigst geändert werden. Dann steigt der Börsenstrompreis und deckt die Kosten der Erneuerbaren Energien ab. Die Subventionen können sinken und ganz entfallen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Dekarbonisierung: Andere Standorte attraktiver als Deutschland

Skandinavien bei Dekarbonisierung weit vorn

Obwohl die deutsche Regierung die ganze Wirtschaft auf Klimaneutralität trimmen will - wie die EU - bietet Deutschland keine guten Rahmenbedingungen für eine Dekarbonisierungsstrategie. Das zeigt eine Umfrage von EY unter Unternehmen. Andere Standorte sind attraktiver.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Vielen E-Auto-Startups läuft die Zeit davon

Konsolidierung am Markt für E-Autos

Ein Auto wird an einer Ladestation mit Strom versorgt© Blue Planet Studio / stock.adobe.com
Im E-Auto-Markt beginnt weltweit die Auslese. Nur wenige Anbieter werden den Prozess sicher überleben. Viele der in den vergangenen Jahren hoch gelobten neuen Anbieter sind dagegen dem Untergang geweiht.
  • Fuchs plus
  • FUCHS-Depot vom 18.04.2024

Erst Gold versilbert, jetzt Füße stillhalten

© KanawatTH / Getty Images / iStock
Die Börse ist nach dem "Zins-Schluckauf" weiter im Korrektur-Modus. Wir haben in dieser Woche bei Gold und Silber neu justiert. Außerdem sammeln wir Dividenden ein.
  • Fuchs plus
  • Alcoa will Alumina übernehmen

Alcoa-Aktie bekommt Übernahme-Schwung

Industriemetalle © phonlamaiphoto / stock.adobe.com
Alcoa ist ein Rohstoff-Unternehmen, das ganz groß im Alu-Geschäft ist. Allerdings läuft das Geschäft seit Jahren nur seitwärts. Jetzt will Alcoa das Unternehmen Alumina übernehmen. Das dürfte neuen Schwung geben, den auch Aktionäre nutzen können.
Zum Seitenanfang