Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
315
EEG-Ausschreibungen

Strompreise sinken stärker als die Zuschüsse

Die EEG-Ausschreibungen sorgen wie geplant für sinkende Förderzusagen für die Erneuerbaren Energien. Zu einer subventionsfreien Stromerzeugung führt das nicht. Denn der Börsenstrompreis taucht unter der EEG-Umlage ab.
Die Politik verhindert, dass der Strompreis angemessen sinkt. Der Grund: Sie packt die dringend notwendige Reform der Strombörse nicht an. Deren Marktdesign geht am Markt vorbei. Je mehr die Erneuerbaren ausgebaut werden, desto stärker sinkt der Strompreis an der Börse. Und zwar inzwischen Richtung Null. Die EEG-Förderung passt sich der Entwicklung nur unzureichend an. So liegt die durchschnittliche Förderung der Ausschreibungsgewinner für Windkraft an Land bei 5,71 ct/kWh (bisher 6ct/kWh). Das niedrigste Gebot lag bei 4,2 ct/kWh. Von drei ausgeschriebenen Offshore-Windparks – bisher mit 12 ct/kWh gefördert – kommt einer ganz ohne Förderung aus. Die Börsenstrompreise lagen in den letzten Monaten bei 3 bis 4 ct/kWh.

Der Strompreis nähert sich immer stärker den Grenzkosten der Erneuerbaren an

Der Marktmechanismus der Strombörse bildet die reale Preisentwicklung nicht ab. Strom wird an der Börse mit seinen Grenzkosten angesetzt. Die Grenzkosten des Anbieters, der das letzte Kraftwerk zuschaltet, das nötig ist, um den aktuellen Strombedarf zu decken, bestimmen den Strompreis. Diesen Preis erhalten dann wiederum alle Anbieter. Die Grenzkosten liegen für die erneuerbaren Energien bei null. Schließlich werden keine Brennstoffe benötigt. Je mehr Erneuerbare-Energie-Kraftwerke gebaut werden, umso stärker sinkt der Strompreis. Denn Anbieter mit höheren Grenzkosten werden aus dem Markt gedrängt.

Marktdesign verhindert subventionsfreie Stromproduktion

Ursprünglich sollte das Marktdesign die Erneuerbaren fördern. Das hat funktioniert. Jetzt verhindert es aber eine subventionsfreie Stromproduktion. Denn die Investitions-, Wartungs- und weitere Kosten für Erneuerbare werden vom Börsenpreis nicht abgedeckt. Sie müssten eigentlich den Grenzkosten zugeschlagen werden und zusammen die Berechnungsgrundlage für den Strompreis bilden. Das Modell nützt besonders den vier Prozent aller Industriebetriebe, die einen hohen Energieverbrauch (über 1 GWh/Jahr) haben. Sie sind von der EEG-Umlage weitgehend befreit. Gleichzeitig profitieren sie vom sinkenden Börsenstrompreis.

Fazit: Der Marktmechanismus der Strombörse muss schleunigst geändert werden. Dann steigt der Börsenstrompreis und deckt die Kosten der Erneuerbaren Energien ab. Die Subventionen können sinken und ganz entfallen.

Meist gelesene Artikel
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

Raiffeisen Privatbank kommt oft ohne Begründungen aus

Mit insgesamt 74,9 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Raiffeisen Privatbank Liechtenstein AG ein Gut und Platz 16 in der Gesamtwertung.
Die Raiffeisen Privatbank in Liechtenstein sendet uns ein präzises Protokoll mit den Inhalten des Gesprächs während unseres Besuchs, danach einen Strategievorschlag mit einem Anlagevorschlag für das neue Portfolio. Dabei bleiben jedoch einige Fragen offen;  in einem Aspekt arbeitet das Haus dann aber wieder vorbildlich. 
  • Ausblick 2018

Es läuft (zu) rund

Wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er auf's Eis. Diese Gefahr besteht derzeit wieder. Es läuft rund in der Weltwirtschaft und die Unternehmen haben mächtig Rückenwind bei Zinsen und immer noch auf der Währungsseite. In solchen Zeiten werden die größten Fehler gemacht.
  • Aktien

Neue Hochs voraus

Die US-Notenbank wird 2018 ihre Zinsen wohl anheben und die Anleihenkäufe reduzieren. Das wird nicht spurlos an den Aktienmärkten vorbeigehen.
2018 beginnt vielversprechend. Der Dow wird von den Auswirkungen der Steuerreform getrieben, der DAX fährt in seinem Windschatten. Die Rally des Vorjahres wird fortgesetzt. Im Verlauf des Jahres dürfte es jedoch turbulenter zugehen.
Neueste Artikel
  • Die Baisse ist beendet

Die Industriemetalle erholen sich

Seit Juni 2017 ziehen die Preise für Rohstoffe wieder an. Nachfrage und Spekulation erzeugen einen neuen Aufwärtstrend.
  • Mächtige Überraschung

China hält den Kurs

Das Datenpaket aus Peking lieferte letzte Woche Zahlen und Daten über Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Eine Zahl fällt dabei jedoch aus dem Rahmen.
Zum Seitenanfang