Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2805
China gestärkt, USA geschwächt

Der Dollar sieht weltweit zu stark aus

Der Dollar sonnt sich in trügerischer Stärke. Copyright: Pexels
Ob die vier Jahre Trump "America again great" gemacht haben (verzeihen Sie die Eindeutschung)? Es sieht nicht danach aus. Vielmehr gilt der Spruch des Ex-SPD-Vorsitzenden Herbert Wehner: Wer rausgeht, muss auch wieder reinkommen. Ob den Amerikanern das insbesondere auf handelspolitischem Feld gelingt? In Asien hat sich gerade die größte Freihandelszone der Welt ohne ihre Beteiligung gebildet. Das hat Konsequenzen für den US-Dollar.

Die Lage des US-Dollar ist durchaus pikant. Einerseits büßt Amerika aufgrund seines Rückzugs als „Weltpolizist“ an Einfluss ein. Andererseits wurde gerade die Position seines stärksten Rivalen China durch die Schaffung einer riesigen Freihandelszone unter Einbeziehung Australiens erheblich gestärkt.

Das untermauert die derzeitigen Währungstrends. Der Dollar ist zu teuer. Und dies sowohl gegenüber den meisten Währungen der Industrieländer, voran der Euro, als auch insbesondere gegenüber den meisten Schwellenländer-Währungen.

Dollar über-, Renmimbi (RMB) unterbewertet

Auch Chinas Handelswährung Renminbi ist zum US-Dollar um gut 10% unterbewertet. Der wachsende politische und wirtschaftliche Einfluss des stark expandieren Reichs in der Region stärkt auch noch einmal die chinesische Währung fundamental.

Mit der Freihandelszone entsteht der weltgrößte Wirtschaftsraum. Die Eckdaten: Das Bruttosozialprodukt beträgt 23 Billionen Euro. Das entspricht rund 30 % des weltweiten BIP. Damit ist die Wirtschaftskraft fast doppelt so hoch wie jene der Eurozone. Knapp 30% der Weltbevölkerung leben und arbeiten in der Region. Sie ist in rund 28% der internationalen Gütertransaktionen einbezogen.

Weiter Spannungen im Handel

Auch unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden werden sich aufgrund der gegenläufigen Währungstrends Spannungen auf handelspolitischem Feld ergeben. China hat aber zunehmend „den starken Rücken“, um die ohnehin langfristig geplante Aufwertung der eigenen Währung schrittweise zuzulassen. Somit lässt sich direkt auf einen stärkeren Renmimbi gegenüber dem US-Dollar setzen. Das sollten vor allem Unternehmen beachten, die in Dollar fakturieren, wenn sie mit China Geschäfte machen.

Ein gesonderter Blick lohnt sich aber auf die Wechselkurse des Dollar zur Türkischen Lira (USD|TRY 7,55) und dem Brasilianischen Real (USD|BRL 5,30). Denn die Währungen beider Länder haben massiv abgewertet. Sie sind aktuell gerade zum Dollar sehr günstig. Dies ist interessant für den Einkauf via US-Dollar.

Der Dollar ist eine Einkaufs-, aber keine Währung für Direktinvestments

Investments in Dollar-Anleihen sind angesichts der Dollar-Überbewertung zum Euro bei einem Zinsabstand von 140 Basispunkten (BP) zu Bundesanleihen mäßig attraktiv. Vor einem Jahr sah das mit einem Renditeabstand von beinahe 2%(200 BP)  noch anders aus.

Fazit: Der Dollar wird im Trend laufend weiter an Wert einbüßen; auch wenn sich immer wieder Zwischenhochs ergeben.

Empfehlung: Spekulative Direktinvestments lohnen auf Euro-Basis nicht. Wer Dollar hält, kann im Einkauf in etlichen Schwellenländern profitieren.

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • OLG-Entscheidung: Unverbindliche E-Mail-Anfragen führen nicht zu Buchungsverträgen

Dienstreise: Anfrage ist noch kein Vertrag

Eine Zimmeranfrage per E-Mail stellt noch keinen verbindlichen Beherbergungsvertrag dar. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt/M entschieden.
  • CDU in der selbstgewählten politischen Isolation

Gefesselt auf der Brandmauer

Die CDU steckt in der strategischen Sackgasse fest. Trotz Wahlerfolg in Baden-Württemberg fehlt der Union ein politisches Druckmittel, da sie jede Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt. Diesen selbstmörderischen Kurs wird die Union mit Merz nicht mehr lange aushalten, meint FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Stefan Ziermann.
  • Fuchs plus
  • Rohstoff-Sicherung: Wettbewerbsverzerrung in Europa

Lithium-Wettlauf in Europa

Die Europäische Union fördert die Produktion kritischer Rohstoffe, um unabhängiger von Importen zu werden. Im Erzgebirge könnte schon 2030 der Abbau von Lithium anlaufen. Doch die Länder in Europa gehen strategisch sehr unterschiedlich vor. Das führt zu einem stark verzerrten Wettbewerb um die Rohstoff-Sicherung in Europa.
Zum Seitenanfang