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Die Türkei hat die Krise noch nicht überwunden

Der Schein trügt

Die türkischen Wirtschaftsdaten lieferten zuletzt wieder postivere Signale. Das verleitet schnell zu der Annahme, dass die türkische Rezession überwunden wurde. Doch das ist eine Fehleinschätzung. Fundamental ist die Türkei noch nicht auf dem Weg der Besserung.

Formal hat die Türkei im 2. Quartal die Rezession überwunden. Der preis- und saisonbereinigte Zuwachs lag bei 1,2% ggü. Vorquartal. Diese gute Nachricht sollte aber mit Vorsicht bewertet werden. Denn das Plus könnte sich leicht als Ausreißer erweisen. Zunächst bleibt festzuhalten, dass der Vergleich mit dem Vorjahresquartal einen Rückgang um 1,5% ergibt – zum dritten Mal in Folge. Zudem hat sich in den letzten Quartalen auch für die Türkei das internationale Umfeld fühlbar verschlechtert. Der wichtige Absatzmarkt EU stagniert, weil die bisherige EU-Export-Lokomotive Deutschland nicht mehr zieht. Derzeit liefern die stärker auf die Binnennachfrage orientierten Länder wie Frankreich expansive Impulse innerhalb der EU. Der US-chinesische Handelskriegs tut sein Übriges.

Es kommt also nicht von ungefähr, dass der Einkaufsmanager-Index für die verarbeitende Industrie der Türkei unter der Expansionsschwelle bleibt (48 Punkte). Die Schrumpfung geht weiter. Die Verbesserungen bestehen eben darin, dass das Tempo der Rückgänge bei den harten Daten wie Produktion und Auftragseingang sich etwas verlangsamt hat. Die Richtung nach unten ist aber unverändert. Allein die Stimmung hat ins Positive gedreht. Angesichts der globalen Schrumpfung der Industrie (USA, Eurozone, Japan – überall ist die Industrie auf dem Rückzug) dürfte es schwer fallen, den neuen Optimismus mit zusätzlichen Auftragseingängen und Umsätzen zu untermauern. Die türkische Industrieproduktion ist seit September 2018 in jedem Monat (im Jahresvergleich) gefallen.

Ein Blick in die großen Nachfrageblöcke zeigt, dass der Krisenherd vor allem im nun bereits vier Quartale in Folge anhaltende Rückgang der Unternehmens-Investitionen liegt. Zuletzt gab es sattes Minus von 22,8% ggü. Vj. Dieses Minus ist außerordentlich plausibel aufgrund der hier schon mehrfach thematisierten Finanzierungsstruktur der türkischen Unternehmen. Die jüngsten Daten des IIF ergeben einen Anteil der Währungskredite (Dollar und Euro) an den Gesamtverbindlichkeiten der Unternehmen von fast 60%. Schon die etwa 10% Abwertung der Lira (bzw. entsprechende Aufwertung der Fremdwährung) seit Anfang des Jahres erhöht das Gewicht der Schulden fühlbar zulasten des Eigenkapitals. Ganz zu schweigen von den 33% Abwertung seit Anfang 2018.

Fazit: Finger weg von den türkischen Titeln, die Trendwende zum Besseren hat trotz der jüngsten Zahlen noch nicht stattgefunden.

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