Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
931
Haushaltszahlen beruhen auf übertriebenen Wachstumsannahmen

Italiens Defizit liegt sogar nahe 3%

Italiens angepeilte Neuverschuldung von 2,4% vom BIP ist auch nur die halbe Wahrheit. Denn sie beruht auf übertriebenen Wachstumsannahmen. Krach mit Brüssel ist programmiert.

In der EU bahnt sich eine neue heftige Kontroverse an. Denn die EU-Kommission wird Italiens Haushalt zurückweisen (müssen). Nicht nur, dass das angepeilte Defizit den mit Brüssel vereinbarten Konsolidierungsrahmen krachend sprengt: Statt ursprünglich vereinbarten 0,8%, legt Rom nun einen Defizitrahmen von 2,4% vor. Doch damit nicht genug. Ehrlich gerechnet liegt Italiens Defizit bei mindestens 2,8%. Es könnten, je nach zugrunde gelegter Inflationsannahme und anderer noch unklarer Positionen, auch über 3% sein, sagt uns Carsten Hess, der für Berenberg Italien beobachtet.

Haushaltszahlen aufgehübscht

Rom hat die eigenen Haushaltszahlen mächtig aufgehübscht. Das war zu erwarten (FB vom 28.9.). Die Regierung kalkuliert mit 1,5% Wirtschaftswachstum (FD vom 5.10.). 1,6% sollen es 2020 werden. Internationaler Währungsfonds, OECD oder zahlreiche nationale Wirtschaftsforschungsinstitute wie das IfW in Kiel rechnen aber nur mit einem italienischen Wachstum von 0,9% in 2019. Selbst das trägt angesichts der abflauenden Konjunktur in Europa noch optimistische Züge.

Gleichzeitig musste die Regierung ihre diesjährige Wachstumsprognose von 1,5% auf 1,2% zurücknehmen. Damit aber passen die Zahlen erst recht nicht mehr zusammen. Einerseits beruhen die Mehrausgaben auf Sozialmaßnahmen: Bürgereinkommen, das Rückschrauben der Rentenreform sind die größten Brocken. Gleichzeitig soll die Mehrwertsteuer nicht erhöht werden.

Weiter steigende Defizite

Auch in der Zukunft sind hohe und sogar steigende Defizite programmiert. Obwohl die Regierung angeblich das Defizit in den Folgejahren um je 0,3% reduzieren will. Lega und Fünf Sterne planen auch in den kommenden Jahren weitere Erleichterungen für Bürger und Unternehmen. Die geplante Flat tax wird auch künftig erhebliche Steuereinnahmen kosten. Für 2019 eingeplant sind erst 2 Mrd. Euro. Dabei will die Regierung sich für diesen Teil des Pakets nur 5 Jahre Zeit lassen. Folglich müssen die Ausgaben künftig steigen. Wachsende Mehrausgaben sind auch für das Bürgereinkommen und die Rentenreformreform nötig.

Brüssel in Alarmbereitschaft

In Brüssel sind alle Alarmlampen an. Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici hat bereits darauf hingewiesen, dass der Haushalt „jenseits der erlaubten Grenzen" zu sein scheine. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beschwört bereits eine neue Griechenland-Krise herauf. Doch Lega und vor allem 5 Sterne zeigen sich bisher kompromisslos. Denn der Wahlgewinner 5 Sterne ist in Umfragen inzwischen auf Rang 2 abgerutscht.

Fazit:

Hier helfen auch kleine Korrekturen nicht. Es wird also einen großen Verlierer in der Auseinandersetzung geben.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Nachhaltigkeit beim Stiftungsvermögen: Tiefe Einblicke und Diversität in Kooperationen

Von Datenlieferanten bis Beratungsnetzwerke: Wie Vermögensmanager ihre Nachhaltigkeitsstrategien stärken

Kollage Verlag Fuchsbriefe © Bild: envato elements
Um die nachhaltige Kapitalanlage zu stärken, setzen Vermögensmanager auf die Zusammenarbeit mit externen Instituten. Eine Analyse der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz von 25 Organisationen enthüllt nicht nur eine reiche Vielfalt an Kooperationen, sondern auch signifikante Unterschiede in der Integration dieser Partnerschaften in ihre Nachhaltigkeitsstrategien.
  • Fuchs plus
  • Neue Produktionskette für Chemiefasern

Nachhaltige Polyesterfasern für Japan

Textilien © fomkin20 / stock.adobe.com
Sieben Unternehmen haben eine neue Produktionskette für Chemiefasern aufgebaut und benötigen kein Rohöl mehr in der Produktion. Erste Kleidungsstücke aus diesen Fasern kommen zur Zeit in Japan auf den Markt.
  • Fuchs plus
  • Logistik und Nachhaltigkeit

Elektro-LKW bei Österreichischer Post

Die Österreichische Post hat erstmals zwei Elektro-Lkw im Einsatz. Transportiert werden internationale Sendungen. Damit lassen sich rund 117 Tonnen direkte CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Risiko: Negative Margen durch schwankende Kurse

Währungsrisiken vermeiden

Wenn Kurse von Währungen schwanken, kann das für Unternehmen bedeuten, dass sie durch zuvor geschlossene Verträge nun Verluste machen. Offene Restzahlungen werden so allenfalls zu einem Risiko. Mit dem richtigen Management kann das vermieden werden.
  • Fuchs plus
  • Neue Wärmepumpe effizient bei unterschiedlichen Temperaturen

Wärmepumpe für die Industrie

Wärmepumpe © 2023 Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.
Die ETH hat eine neuartige Wärmepumpe entwickelt, die verschiedene Temperaturen effizient erzeugen kann. Gerade Industriebetriebe könnten großen Nutzen davon haben.
  • Fuchs plus
  • Trendwende-Anzeichen in der Türkei

Notenbank bleibt restriktiv

Der Verfall der Türkischen Lira kennt seit Jahren kein Halten. Gegenüber dem Euro verlor die Devise des Lands am Bosporus mehr als 70% ihres Werts. Die Hoffnungen in die geldpolitische Wende wurden vorerst enttäuscht. Allerdings gewährt der Lira-Rückgang Investoren einen Abschlag auf die Vermögenswerte des Landes. Zusätzliche Chancen winken bei einem Kurswechsel der Währung.
Zum Seitenanfang