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Bank Julius Bär Europe, Feri Trust, M.M. Warburg & CO, UBS Deutschland, Stiftungsmanagement 2018: Qualifikation

Die vier Furchtsamen

Bank Julius Bär Europe, Feri, M.M. Warburg & CO sowie die UBS Deutschland wollten sich der Qualifikation für die Endausscheidung in einem öffentlichen Vergleichstest gar nicht erst unterziehen.
Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln: Dieses Motto galt für vier Anbieter, die sich aus „geschäftspolitischen Gründen" keiner vergleichenden Bewertung ihrer Angebote auf die Ausschreibung der Stiftung unterziehen wollten und einen Rückzieher machten.

Bank Julius Bär Europe: Groß und stark

„Gross genug, um stark zu sein, und dennoch so klein, um jeden Kunden ernst zu nehmen." Die Bank Julius Bär Europe, die unter ebendiesem Motto am Markt auftritt, schickte aus Frankfurt ein Lösungskonzept (Beschreibung des Anlageprozesses, Anlagevorschlag mit Renditeerwartung und Risikosimulation, Erfolgsbilanz, Kostenvorschlag, etc.), Anlagerichtlinien sowie ein Musterreporting, nicht ohne hinzuzufügen, dass man sich über die Einladung zur Präsentation des Angebotes „sehr freuen" würde und anbot „für weitere Fragen gerne zur Verfügung" zu stehen.

Schön wär's gewesen. Es waren „geschäftspolitische Erwägungen", die dazu führten, den Online-Fragebogen nicht zu beantworten und den Rückzug anzutreten, als man erfuhr, „dass Sie (die Stiftung; red. Anm.) die Private Banking Prüfinstanz FUCHS|RICHTER bei der Ausschreibung und Auswahl des künftigen Vermögensverwalters unterstützt." Tja, eine Bank eben, "auf die Sie sich verlassen können."

Feri: Mehr erkennen

Das „unabhängige Investmenthaus" Feri – Motto „Mehr erkennen. Mehr erreichen." – berief sich zuletzt regelmäßig auf ein Mindestvermögen von fünf Millionen Euro als Eintrittskarte für sein Tätigwerden. Diesmal arbeitete es bereits für vier Millionen und sandte „den Anlagevorschlag nach nachhaltigen Kriterien sowie einen Musterreport und einen Vorschlag für Anlagerichtlinien", der „alle ... angeforderten Informationen zum Unternehmen, Investmentprozess, ESG-Kriterien, Portfoliovorschlag, Referenzen und Beschreibung des Risikomanagements" beinhalten sollte. Dazu kamen noch einige Erläuterungen und ein freundlicher Gruß aus Bad Homburg – und schließlich die telefonische Absage, als man erfuhr, einem öffentlichen Vergleich unterzogen zu werden.

M. M. Warburg & CO: Erst cum, dann ex

Das Traditionshaus aus Hamburg M.M. Warburg & CO stand zuletzt immer wieder im Rampenlicht, weil ihm öffentlich Vorwürfe wegen angeblicher Steuerhinterziehungspraktiken gemacht wurden. Es geht dabei um sog. Cum-Ex-Geschäfte – Verkäufe und Käufe derselben Aktie in recht schneller Folge erst mit, dann ohne Dividende. Die Anwürfe hätte das Bankhaus jetzt nicht nur vehement zurückweisen, sondern dem auch noch etwas Gelungenes entgegensetzen können: Eine Dividende in eigener Sache saß durchaus drin.

„In der beiliegenden Präsentation" hatte man die Fragen der Stiftung auch „umfänglich aufgenommen und einen konkreten Anlagevorschlag ausgearbeitet" und gab zunächst an, man würde sich „sehr freuen, in einem persönlichen Gespräch unsere Ideen vorstellen zu dürfen." Obendrein stand man anfänglich „für Rückfragen .. gerne zur Verfügung."
Cum: Warburg war dabei.

Kurz darauf war Warburg Ex: Als Rückfragen in Form des Online-Fragebogens der Private Banking Prüfinstanz FUCHS|RICHTER tatsächlich kamen, man nahm sich (gemäß dem Motto auf der Webseite) „DIE FREIHEIT UNABHÄNGIGER ENTSCHEIDUNGEN" und machte einen Rückzieher. Interessant, dass man im Absageschreiben extra betonte, dass eine Veröffentlichung der zugesandten Unterlagen „widerrechtlich" sei, was schlichtweg Unfug ist.

UBS: Die Alles-Möglich-Macher

Die UBS Europe SE in Frankfurt bedankte sich zunächst „herzlich für die Einladung zur Teilnahme an der Ausschreibung eines Vermögensverwaltungsmandats für eine gemeinnützige Stiftung", nahm „sehr gerne .. an der Ausschreibung teil" und übersandte die gewünschten Unterlagen, darunter einen „Anlagevorschlag Growth".

Doch danach kam der Rückzieher: „Wir bitten um Verständnis, daß wir aus geschäftspolitischen Gründen den Online Fragebogen der Private Banking Prüfinstanz FUCHS | RICHTER nicht ausfüllen möchten und auch keine Auswertung unserer Unterlagen durch die Prüfinstanz FUCHS | RICHTER wünschen." Dabei hätten wir so gerne gesehen, wie die UBS für unsere Stiftung „alles möglich" macht, indem sie deren Vermögen „richtig verwaltet".

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Fazit

Es gibt zu denken, dass vier angesehene Adressen nicht den Mut aufbringen, sich einem Direktvergleich in der Öffentlichkeit zu stellen. Natürlich kann man diese Art von Diskretion in eigener Sache zur „Geschäftspolitik" machen. Wie glaubwürdig wirken dann aber Ausrufezeichen wie das bei der UBS Deutschland: „Ausgezeichnet. Unsere Branchenkollegen haben UBS zur Nummer 1 im Private Banking gewählt" ?

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