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Aufwertung von Sekundärrohstoffen für die Baubranche

Schotter zu Neubauten

Erneuerung des Fahrbahnbelags. © Hans Ringhofer / picturedesk.com / picture alliance
Auf Deutschlands Baustellen fallen in großen Mengen Schutt und Schotter an. Dieses Material ist längst kein Abfall mehr, sondern wertvolle Rohstoffe. Die werden bislang nach Ansicht der Bau- und Recyclingbranche nur unzureichend genutzt. Das soll sich bald ändern.

Die Baubranche arbeitet daran, aus Schutt- und Schotter-Abfall neuen Baustoffe zu gewinnen. Sekundärrohstoffe werden darum in Zukunft eine größere Bedeutung für die Baubranche spielen. Auch die Bundesregierung arbeitet daran, das Baustoffrecycling zu vereinfachen. 

Die Arbeiten an einem entsprechenden Gesetzentwurf seien bereits im Gange. Dr. Bettina Hoffmann, Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, bestätigt, dass Regelungen zu bestimmten mineralischen Abfällen in Arbeit sind. Parallel zum dem Gesetz soll eine Novellierung der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) veröffentlicht werden. Das sei die „wichtigste Forderungen der Unternehmen, um die Kreislaufwirtschaft in der Mineralik zu verbessern“, so Peter Kurt, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE).

Recycling-Quote heben

Im Kern geht es der Branche darum, dass bestimmte Baustoffe nicht mehr als Abfall klassifiziert werden. Denn mit dieser Klassifizierung verbinden sich Verwertungs- und Beseitigungspflichten. Dabei geht es um mineralische Bau- und Abbruchabfälle wie Bauschutt, Aushub und Schotter.

Hintergrund: Diese Sekundärrohstoffe bieten ein hohes Verwertungspotenzial, das aktuell nicht ausgeschöpft wird. So werden nur 13% des Bauschuttes recycelt. Der Rest landet auf Deponien oder wird für Aufschüttungen verwendet, so das Umweltbundesamt. Um die Recyclingquote zu erhöhen, ist auch im Gespräch, auch bei Neubauten eine Mindestquote für recyceltes Material festzulegen.

Wiederverwendung an Bedingungen geknüpft

Werden die Materialien nicht mehr als Abfall betrachtet, könnten sie als Baustoffe wieder in den Kreislauf aufgenommen werden. Das wäre möglich, wenn

  • sie für einen bestimmten Zweck verwendet werden sollen
  • eine Nachfrage nach ihnen besteht
  • sie die technischen und rechtlichen Anforderungen für diesen Zweck erfüllen
  • es keine umwelt- oder gesundheitsschädlichen Auswirkungen entstehen.

Die Branche ist sehr optimistisch, dass die Politik diese Aufwertung der Sekundärrohstoffe ermöglichen wird. Ein „Erscheinungstermin“ des Gesetzentwurfs steht noch nicht fest, FUCHSBRIEFE rechnen damit, dass dies im nächsten Jahr der Fall sein wird. Profiteure wären neben der Baubranche, die dadurch ein größeres Angebot an Baumaterialien zur Verfügung haben würde, auch Recycler, die die verschiedenen Mineralien im größeren Maße aufbereiten könnten.

Fazit: Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und Rohstoffpotenzial können durch Nivellierungen der Abfallverordnung gefördert werden. Da die Themen voll im Trend der Zeit liegen, ist nicht mit politischen „Störfeuern“ zu rechnen.
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